Eishockey

SCRJ stellt sich mit Strafen selber ein Bein

Die Rapperswil-Jona Lakers mussten in Pruntrut den 1:1-Ausgleich in der Halbfinal-Serie gegen Ajoie hinnehmen. Einer der Hauptgründe für die 3:5-Niederlage, die erste Pleite des SCRJ im laufenden Playoff, waren die vielen Strafen, die sich die Rosenstädter einhandelten.

Bitter: Während sie in Überzahl spielen, kassieren die Lakers den Ausgleich zum 1:1 – 54 Sekunden später doppelt Ajoie mit dem 2:1 nach.

Bitter: Während sie in Überzahl spielen, kassieren die Lakers den Ausgleich zum 1:1 – 54 Sekunden später doppelt Ajoie mit dem 2:1 nach. Bild: Silvano Umberg

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Es war definitiv nicht der Abend der Lakers. Schon vor dem Anpfiff gab es schlechte Nachrichten. Die beiden Stürmer Corsin Casutt und Fabian Brem konnten im Jura verletzungsbedingt nicht mittun. Kompensiert wurde dies einerseits durch Michael Hügli, der nach abgesessener Sperre wieder spielberechtigt war. Anderseits lief Leandro Profico als Angreifer auf und wurde in der Verteidigung durch den zuletzt überzähligen Nico Gurtner vertreten.

Trotz der Umstellungen setzten die Lakers ihren Plan für diese erste Auswärtspartie des Playoff-Halbfinals zunächst gut um. Sie wussten, dass im Hexenkessel in Pruntrut der Start sehr wichtig ist, und begannen entsprechend engagiert und offensiv orientiert.
Belohnt wurde dies mit dem Führungstreffer durch Jan Mosimann in der 8. Minute. Und als nach einer knappen Viertelstunde Ajoies Konstantin Schmidt eine Strafe fasste, war die Chance zur Resultaterhöhung da. Es kam aber anders. SCRJ-Verteidiger Florian Schmuckli glitt der Puck an der offensiven blauen Linie durch, Samuele Guidotti entwischte und machte den Shorthander perfekt (16.).

Ajoies Doppelschlag innert 54 Sekunden

Die Gäste waren geschockt. Schmidt nutzte dies zu einem «Spaziergang» durch die Defensivzone der St. Galler, sein Abschluss aus spitzem Winkel landete auf dem Stock von Topskorer Philip-Michael Devos, welcher mühelos ins leere Gehäuse einnetzte. Innert 54 Sekunden hatte Ajoie die Partie gedreht.

Im Mitteldrittel fingen sich die Rosenstädter wieder, kamen nach einer schönen Einzelleistung von Profico sogar kurz nach Wiederanpfiff zum Ausgleich (22.). In der Folge handelten sie sich dann aber immer wieder Strafen ein – nicht immer gerechtfertigte. In der 34. und 50. Minute bestraften dies Schmidt respektive Léonardo Fuhrer, wodurch die Gastgeber auf 4:2 davonzogen. Die Entscheidung. Zwar konnten die Lakers dank eines Powerplay-Treffers von Sven Lindemann nochmals verkürzen, wie so oft fiel am Schluss, wenn ein Team volles Risiko geht, den Torhüter rausnimmt, das Tor dann aber auf der Gegenseite ins verlassene Gehäuse.

5-gegen-5 ist der Schlüssel

«Wir stellten uns diesmal quasi selber ein Bein», ärgerte sich Leandro Profico hinterher. Von einer Benachteiligung seitens der Schiedsrichter wollte der Teilzeitstürmer nichts wissen. «Es gibt in jedem Spiel eine Strafe, die keine war.» Das dürfe keine Ausrede sein. «Wir müssen einfach mehr laufen, besser und disziplinierter spielen. Dann sieht es gut aus. Denn bei 5-gegen-5 waren wir auch diesmal besser als Ajoie.» Darauf müssten sie am Sonntag im dritten Spiel, dann wieder zu Hause, bauen. (zsz.ch)

Erstellt: 16.03.2018, 23:51 Uhr

Telegramm

Swiss League, Playoff-Halbfinal (best of 7), Spiel 2:

Ajoie - SCRJ Lakers 5:3 (2:1, 1:1, 2:1)
Voyeboeuf. 2543 Zuschauer. SR Müller/Tscherrig, Cattaneo/Dreyfus.
Tore: 8. Mosimann (Mason, Hügli) 0:1. 16. (15:39) Guidotti (Ausschluss Schmidt!) 1:1. 17. (16:33) Devos (Schmidt, Trunz) 2:1. 22. Profico (Lindemann, Hüsler) 2:2. 34. Schmidt (Devos, Trunz/Ausschluss Mason) 3:2. 50. Fuhrer (Schmidt, Hazen/Ausschluss Schmuckli) 4:2. 52. Lindemann (Knelsen, Aulin/Ausschluss Frossard) 4:3. 60. (59:19) Barbero (Frossard, Ryser/Ausschluss Hazen!) 5:3 (ins leere Tor).
Strafen: 5×2 Minuten gegen Ajoie, 7×2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers.
Ajoie: Dominic Nyffeler; Ryser, Hauert; Birbaum, Casserini; Trunz, Dotti; Barbero, Steinauer; Hazen, Devos, Schmutz; Fuhrer, Privet, Wüst; Arnaud Montandon, Frossard, Schmidt; Hrabec, Guidotti, Merola.
Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Iglesias, Schmuckli; Sataric, Maier; Gurtner, Geyer; Gähler, Berger; Aulin, Knelsen, Rizzello; Mosimann, Mason, Hügli; Hüsler, Lindemann, Profico; Vogel, Ness, Primeau.
Bemerkungen: Ajoie ohne Maxime Montandon, Devesvre (beide verletzt), Macquat, Krakauskas und Pouilly (alle überzählig); Rapperswil-Jona ohne Brem, Casutt (beide verletzt), Büsser, Frei, Liechti, Morin, Schir und Trudel (alle überzählig). 58:09 Time-out Rapperswil-Jona, danach bis 59:19 und ab 59:36 ohne Torhüter.
Stand in der Serie (best of 7): 1:1

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