Eishockey

SCRJ erkämpft sich zwei Finalpucks

Es bleibt dabei: Im Playoff-Halbfinal zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und Ajoie holt sich jeweils das Heimteam den Sieg. Die Rosenstädter gewannen das fünfte Spiel 4:2 und haben nun zwei Chancen, sich den Finaleinzug zu sichern.

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Die Lakers zeigten am Freitag eine starke Reaktion auf den völlig missratenen Auftritt am Mittwoch beim 1:4 in Pruntrut. Sie starteten furios, erspielten sich dank Toren von Dion Knelsen (3.) und Sven Lindemann (9.) verdientermassen einen Zweitorevorsprung. Die Führung hätte gut und gerne noch höher ausfallen können, bot sich doch Knelsen eine zweite hochkarätige Chance und konnte Josh Primeau einmal alleine auf Keeper Dominic Nyffeler losziehen.

Stattdessen fiel der nächste Treffer auf der Gegenseite. Die Schiedsrichter mussten jedoch lange die Videobilder studieren, ehe das 1:2-Anschlusstor feststand (17.). Konstantin Schmidt hatte den Puck im Powerplay irgendwie über die Linie gewürgt. Unschwer zu erkennen war dann der 2:2-Ausgleich, erzielt durch denselben Jurassier nach einem herrlichen Sololauf (29.). Ein Gegentor, das stark an die vergangene Partie erinnerte. Die St. Galler agierten viel zu passiv.

Mit Doppelschlag zum 4:2

Es blieb jedoch bei diesem einen Flashback. Die Lakers fingen sich schnell wieder, gaben klar den Ton an, spielerisch wie körperlich. Und ihr «Playoff-Hockey» wurde belohnt: Analog zu Schmidts Überzahltor liess sich Martin Ness nach längerem Videostudium der Unparteiischen als Schütze des 3:2 feiern.

Als die Partie nach mehreren Minuten fortgesetzt wurde, dauerte es gerade einmal 16 Sekunden, bis Primeau nachdoppelte. Angespielt von Ness, der die Scheibe an der blauen Linie abfing, hatte der kräftige Stürmer alleine vor Ajoies Gehäuse viel Zeit und netzte abgebrüht ein.

Weitere Treffer gab es danach nicht mehr, dafür einige harte und teils auch unfaire Attacken. So mussten Ajoies Jonathan Hazen und Lakers-Stürmer Michael Hügli – nachdem sie gegen den Kopf gecheckt worden – vorzeitig vom Eis. Während Ness für seine Aktion eine Zweiminutenstrafe kassierte, blieb Samuele Guidottis Foul ungeahndet, es ist aber davon auszugehen, dass eine Sperre folgen wird – wie möglicherweise auch im Fall «Ness gegen Hazen».

Ajoies Toplinie neutralisiert

Sollte Ness nicht mehr zur Ver­fügung stehen, wäre dies für die Lakers ein herber Schlag. Nicht nur gewinnt der gross gewachsene Center immer wieder wichtige Bullys, er war zusammen mit seinen Sturmpartnern Primeau und Cédric Hüsler zudem dafür verantwortlich, dass Ajoies Topsturm nicht auf Touren kam. «Unsere Taktik ging voll auf», freute sich Ness hinterher. «Wir spielten sehr körperbetont, setzten sie permanent unter Druck. Und wenn wir selber an der Scheibe waren, konzentrierten wir uns darauf, einfach zu spielen.» Beides ging perfekt auf.

Es war das erste Mal, dass SCRJ-Headcoach Jeff Tomlinson in dieser Serie konsequent eine Formation gegen die beiden Kanadier Hazen und Philip-Michael Devos sowie deren Linienkollege Victor Barbero auflaufen liess. Eine Massnahme, die sich absolut bezahlt machte. Am Sonntag im sechsten Spiel in Pruntrut lässt sich dies allerdings nur noch bedingt so umsetzen, da dann Ajoie als Heimteam als letztes wechseln darf und somit eine solche Spezialbewachung umgehen kann.

Olten erster Finalist
Bereits geschafft hat den Einzug in den Playoff-Final des Swiss League der EHC Olten. Die Solothurner gewannen Spiel 5 in Langenthal 3:2 und entschieden die Best-of-7-Serie 4:1 für sich.

Anfang Februar ersetzte Olten Trainer Bengt-Ake Gustafsson durch dessen Assistenten Chris Bartolone. Seither ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. In der Serie gegen Langenthal bewiesen die Solothurner auch im fünften Duell grosse Moral, wendeten sie doch ein 0:2 (20.). Die Langenthaler hatten das ersten Drittel klar dominiert, was das Schussverhältnis von 20:6 unterstreicht. Der Lohn waren die Tore von Giacomo Dal Pian (4.) und Stefan Tschannen.

Für das entscheidende 3:2 zeichnete in der 49. Minute Anthony Rouiller verantwortlich, und zwar mit einem äusserst sehenswerten Treffer. Der Verteidiger startete im eigenen Drittel mit einem Sololauf und liess sich von keinem Langenthaler aufhalten. Allerdings verteidigten die Oberaargauer in dieser Szene auch äusserst dilettantisch.

Rouiller war bereits am 2:2 von Brian Ihnacak (36.) beteiligt gewesen. Der Ausgleich fiel nur 154 Sekunden nach dem 1:2 von Lukas Haas (34.). Olten hatte bereits in den Halbfinalspielen eins und vier nach einem Rückstand (jeweils 1:2) gewonnen. Überhaupt war die Serie trotz des klaren Verdikts sehr eng, endete doch jede Partie mit einem Tor Differenz, dreimal fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung. (zsz.ch)

Erstellt: 23.03.2018, 23:40 Uhr

Telegramm

Swiss League, Playoff-Halbfinal (best of 7), Spiel 5:

SCRJ Lakers - Ajoie 4:2 (2:1, 2:1, 0:0)
SGKB-Arena. 3476 Zuschauer. SR Dipietro/Oggier, Cattaneo/Dreyfus.
Tore: 3. Knelsen (Mason, Büsser) 1:0 (Strafe angezeigt). 8. Lindemann (Casutt, Gähler) 2:0. 17. Schmidt (Ausschluss Casutt) 2:1. 29. Schmidt (Privet) 2:2. 36. (35:29) Ness (Hügli, Iglesias) 3:2. 36. (35:45) Primeau (Ness) 4:2.
Strafen: 5×2 plus 2×10 Minuten (Primeau, Ness) gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 3×2 Minuten gegen Ajoie.
Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Iglesias, Schmuckli; Geyer, Büsser; Gähler, Berger; Sataric, Maier; Hüsler, Ness, Primeau; Aulin, Knelsen, Rizzello; Profico, Lindemann, Casutt; Mosimann, Mason, Hügli.
Ajoie: Dominic Nyffeler (41. Paupe); Ryser, Hauert; Birbaum, Casserini; Dotti, Steinauer; Trunz, Pouilly; Hazen, Devos, Schmutz; Fuhrer, Privet, Schmidt; Schmutz, Guidotti, Frossard; Merola, Arnaud Montandon, Wüst.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Brem (verletzt), Frei, Gurtner, Liechti, Morin, Schir, Trudel und Vogel (alle überzählig); Ajoie ohne Maxime Montandon, Devesvre (beide verletzt), Hrabec, Krakauskas und Macquat (alle überzählig). 52. Hazen und Hügli verletzt ausgeschieden. Ajoie ab 59:45 ohne Torhüter.
Schüsse: 44:25 (11:11, 18:7, 15:7).
Stand in der Serie (best of 7): 3:2.

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