Eishockey

Saisonende in extremis abgewendet

In einem an Dramatik kaum zu überbietenden fünften Spiel verkürzten die SCRJ Lakers im NLB-Playoff-Final gegen Ajoie auf 2:3. Clark stellte in der 10. Minute der Overtime den 4:3-Heimsieg sicher.

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Lange sah es für die Rosenstädter in diesem fünften Finalspiel gar nicht gut aus. Wie am Ostersamstag beim 1:5 in Pruntrut erwischten sie einen veritablen Fehlstart. Statt nach knapp 14 lagen sie diesmal sogar schon nach gut 11 Minuten 0:2 hinten. Beide Treffer der Jurassier fielen nach Kontern, ausgelöst durch Fehlzuspiele der St. Galler in der offensiven Zone.

Den Lakers gelang zwar postwendend die Reaktion – Ryan McGregor schlenzte den Puck in der 14. Minute backhand unter die Latte –, den Ausgleich brachten sie trotz hohem Aufwand in der Folge aber nicht zustande.

Effizienter zeigten sich da die Ajoulots, wobei es ihnen die Lakers an diesem Abend wirklich gar einfach machten. Denn diesmal machte für einmal auch Keeper Melvin Nyffeler keine gute Figur. Er spekulierte beim 2-gegen-1-Konter der Gäste auf einen Pass und liess sich so vom scheibenführenden Stefan Mäder düpieren.

Unerwartetes Comeback

Das 3:1 verwalteten die Jurassier danach lange relativ problemlos, waren mit einem Latten- (42./Simon Barbero) respektive Pfostentreffer (45./Devos) sowie Solovorstoss von Jonathan Hazen (56.) sogar sehr nahe am 4:1.

Das Auslassen dieser Möglichkeiten rächte sich. Die gingen Lakers «all in», ersetzten bereits gut vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler. Und dieser Mut wurde belohnt. In der 57. Minute verkürzte McGregor auf 2:3. 68 Sekunden später, der Goalie der Lakers war inzwischen aufs Eis zurückgekehrt, erzwang Reto Schmutz die Verlängerung.

Diese war dann an Dramatik kaum zu überbieten. Obwohl in Unterzahl agierend, boten sich den St. Gallern durch Roman Schlagenhauf und Andrew Clark zu Beginn zwei Topchancen. Kurz nach Ablauf der Strafe entwischte Schmutz, brachte den Puck aber ebenso wenig am einmal mehr starken Gauthier Descloux vorbei wie Michael Hügli im Nachschuss.

Ajoie fehlten Millimeter

In der 66. Minute schien das Saisonende der Lakers zum wiederholten Mal besiegelt. Die Jurassier und ihre zahlreich mitgereisten Fans jubelten bereits, sahen den Abschluss von Dario Kummer im Tor. Die Schiedsrichter waren sich der Sache jedoch nicht sicher, konsultierten das Video und gelangten nach längerem Studium der besagten Szene zur Erkenntnis, dass die Scheibe die Torlinie nie mit ganzem Umfang überquert hatte (66.). Der Krimi ging also weiter.

Als wenig später mit Schlagenhauf erneut ein St. Galler auf die Strafbank geschickt wurde, hatte Ajoie wiederum alle Vorteile auf seiner Seite. Passend zu diesem verrückten Spiel reüssierten aber nicht die Jurassier, sondern die Rosenstädter. McGregor ersprintete sich einen Befreiungsschlag, kurvte einmal ums Tor, bediente den nachgerückten Clark, der die Nerven behielt und den Puck zum 4:3 Siegtreffer versenkte.

«Für solche Spiele spielt man»

Die Diners Club Arena stand Kopf. Die Lakers-Spieler lagen sich in den Armen. «Ein derart verrücktes Spiel habe ich noch nie erlebt», gestand Ryan McGregor hinterher. Aber genau für solche Partien spiele man Eishockey.

Natürlich sei auch viel Glück dabei gewesen, so der Doppeltorschütze weiter, doch sie hätten zu keinem Zeitpunkt aufgegeben. Diesen tollen Kampfgeist gelte es nun auch am Freitag an den Tag zu legen, wenn in der Patinoire Voyeboeuf die sechste Finalpartie anstehe. (zsz.ch)

Erstellt: 29.03.2016, 23:59 Uhr

Telegramm

NLB, Playoff-Final (best of 7), Spiel 5 (Stand: 2:3):

SCRJ Lakers – Ajoie 4:3 (1:2, 0:1, 2:0) n.V.
Diners Club Arena. 3672 Zuschauer. SR Clément/Mandioni, Gnemmi, Pitton. – Tore: 3. Barras (Casserini) 0:1. 12. Mäder (Büsser, Horansky) 0:2. 14. McGregor (Profico, Schommer) 1:2. 25. Mäder (Girardin, Casserini) 1:3. 57. (56:31) McGregor (Schlagenhauf, Thöny) 2:3 (Lakers ohne Torhüter). 58. (57:39) Schmutz (Schlagenhauf, Profico) 3:3. 70. Clark (McGregor / Ausschluss Schlagenhauf!) 4:3. – Strafen: 5x2 gegen Rapperswil-Jona, 4x2 gegen Ajoie. – Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Blatter, Geyer; Grieder, Sataric; Profico, Valentin Lüthi; Grossniklaus, Zangger; Aulin, Clark, Rizzello; Hügli, McGregor, Schommer; Kuonen, Schlagenhauf, Schmutz; Thöny, Vogel, Schaub. – Ajoie: Descloux; Rouiller, Hauert; Ryser, Büsser; Pouilly, Orlando; Casserini, Simon Barbero; Hazen, Devos, Barras; Ramón Diem, Kummer, Horansky; Staiger, Mäder, Tuffet; Girardin, Frossard, Victor Barbero. – Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Auriemma, Frei, Högger, Hüsler und Mason (alle verletzt); Ajoie ohne Leonelli, Lüthi und Mosimann (alle verletzt). 42. Lattenschuss Simon Barbero. 45. Pfostenschuss Devos. Rapperswil-Jona von 55:46 bis 56:32 ohne Torhüter. Schüsse: 42:29 (11:9, 13:8, 12:7, 6:5).

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