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Ralph Krueger: «Ich werde die Schweiz nie mehr coachen»

Erfolgreich in Buffalo: Ralph Krueger gibt an der Bande der Sabres Anweisungen.

Sie kamen nach sechs Jahren wieder zurück in die NHL als Coach. Welche Erwartungen stellten Sie an sich selbst?

Sie wurden dieses Jahr 60. Gab es dennoch auch Nervosität oder Zweifel, es packen zu können nach all dieser Zeit fern des Trainerberufs?

Was gab Ihnen Mut?

«Ich mache nichts zwei Mal, werde wohl überhaupt keine Nationalteams mehr coachen»

Ralph Krueger

In einem Interview sagten Sie, Coachen mache Sie glücklicher als alles andere. Warum ist das so?

Wie schwierig war es am Anfang, wieder zu den Spielern durchzudringen? Der Altersunterschied ist noch grösser geworden, es ist eine andere Generation, als die letzte, die Sie erlebten.

«Auch die jüngeren Spieler sind empfänglich: Ralph Krueger im Gespräch mit seinem 23-jährigen Captain Jack Eichel. (Bild Gene J. Puskar/Keystone)

Ihr Trainerkollege Marc Crawford benennt den grössten Unterschied zwischen den letzten Generationen so, dass die neue alles hinterfragt, während man zuvor einfach Anweisungen geben konnte. Erleben Sie es nun ähnlich?

Wie gross ist der Unterschied zwischen dem Coach Ralph Krueger von 2012/13, als Sie in Edmonton arbeiteten und dem Coach Ralph Krueger nun in Buffalo?

Auch wenn Sie gar nicht als Coach tätig waren?

Der wäre?

Wie wirkt sich das auf die Arbeit mit dem Team aus?

«Schauen Sie doch, was mit meinem Leben passierte! Alles kam gut, weil ich so positiv blieb.»

Ralph Krueger

Wie sehr verfolgen Sie noch die Schweizer Nationalmannschaft?

Was fällt Ihnen spontan zur aktuellen Schweizer Nationalteam ein?

Wenn Sie «Ihre» Schweizer Nationalmannschaften mit der heutigen vergleichen: Fragten Sie sich nie, wie schön es wäre, ein Schweizer Team mit Nico Hischier, Nino Niederreiter, Roman Josi, Timo Meier etc. coachen zu können?

Den Umgang mit Jungstars kannte Ralph Krueger bereits 2012/13 in Edmonton: Hier ist der Coach im Gespräch mit dem heutigen New-Jersey-Spieler Taylor Hall (rechts) und Ryan Nugent-Hopkins. (Bild Darryl Dyck/Keystone)

Warum nicht?

Sie haben in Buffalo ein wirklich unglaubliches Kader, extrem talentiert.

Ist es sogar schwieriger, einer spielerisch derart starken Mannschaft eine Struktur zu verleihen? Das war ja Ihre Stärke mit der Schweizer Nationalmannschaft, dafür steht Ihr Name auch heute noch. Sehr kreative Spieler sehnen sich normalerweise aber vor allem nach etwas: Spielen.

Hier geht es los: Ralph Krueger präsentiert am 23. Oktober 1997 in Zürich sein allererstes Aufgebot der Schweizer Nationalmannschaft. (Bild Peter Lauth/Keystone)

Die WM 2020 findet in der Schweiz statt. Kommen da bei Ihnen emotionale Erinnerungen an die Heim-WM 2009 hoch?

Dieses letzte Gruppenspiel der Schweiz 2009 gegen die USA, als die Schweiz auf dramatische Art und Weise den Viertelfinaleinzug verpasste …

Hat dieses Spiel Sie noch lange verfolgt?

Hier lief es besser: Ralph Krueger und die Schweizer Nationalmannschaft 2010 an den Winterspielen in Vancouver. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Sie erlebten Heim-Weltmeisterschaften mit der Schweiz, Patrick Fischer wird der nächste Coach sein, dem diese spezielle Ehre zuteil wird. Was können Sie ihm empfehlen?

Sie leben im Sommer in Davos und treffen dort regelmässig NHL-Star und ex-HCD-Lockout-Stürmer Joe Thornton. Er ist begeistert von Ihnen und Ihrer Arbeit, sagte kürzlich, dass Sie damals in Edmonton keine faire Chance erhalten hätten. Hat er Recht?

Der Start mit Buffalo ist Ihnen sehr gut gelungen, Sie haben eine Rieseneuphorie ausgelöst. Letzte Saison begannen die Sabres allerdings ebenfalls stark und brachen dann fast schon auf legendäre Art und Weise ein. Ist es besser, dass Sie nun neu hier sind? Oder würde es helfen, letzte Saison hautnah erlebt zu haben, um zu wissen, was schief lief?

Die Erwartungen der Fans sind in die Höhe geschnellt, sie sind teilweise kaum noch realistisch. Wie sorgen Sie dafür, dass nicht auch die Mannschaft plötzlich die Bodenhaftung verliert?

Sie haben etwas «Neues» in Buffalo eingeführt: Die Trainings vor den Spieltagen gestrichen.

Der Tag danach: Ralph Krueger erklärt am 5. Mai 2009 in Bern das frühe Aus an der Heim-WM. (Bild Marcel Bieri/Keystone)

In Ihrem Team spielt ein Teenager, dem viele Experten zutrauen, der beste Eishockey-Verteidiger aller Zeiten zu werden: der Schwede Rasmus Dahlin. Wie erleben Sie ihn?

Er hört und liest seit Jahren, dass er der Beste sei. Das tut jungen Spielern selten gut …

Wo steht er jetzt?

Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia