Eishockey

Profico schiesst SCRJ in der 82. Minute zum Sieg

Völlig unerwartet kam es in der dritten Viertelfinal-Partie zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und der EVZ Academy zu einer Premiere im Schweizer Eishockey. Erstmals fiel die Entscheidung erst in einer zweiten Verlängerung über maximal 20 Minuten. Der Treffer zum 4:3-Heimsieg und zur 3:0-Führung in der Serie gelang Leandro Profico.

Ein historisches Tor: Leandro Profico (Mitte) schiesst die Lakers in der zweiten Minute der zweiten langen Verlängerung zum Sieg.

Ein historisches Tor: Leandro Profico (Mitte) schiesst die Lakers in der zweiten Minute der zweiten langen Verlängerung zum Sieg. Bild: Tom Oswald Fotografie

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Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass es für die Lakers eine schwierige Partie werden könnte. Erstmals gehörten die Startminuten den Zugern, die prompt in Führung gingen. Dominik Volejnicek verwertete den dritten Schuss der Gäste (2.). Zwar gelang dem Heimteam wenig später durch Jan Mosimann der Ausgleich, nicht aber, das Spieldiktat an sich zu reissen.

Daran änderte sich auch nach Antonio Rizzellos 2:1 in der 28. Minute nichts – erzielt mit dem ersten Torschuss der Lakers im Mittelabschnitt notabene. Die Zuger blieben hartnäckig, konzentrierten sich anders als in den ersten beiden Partien aufs spielerische Element statt das körper­liche. Und zudem blieben sie diszipliniert. Belohnt wurde dies kurz nach Spielmitte mit dem Ausgleich. Philipp Rondahl, der beste Ausländer auf dem Eis, stocherte den Puck im Powerplay über die Linie (32.).

Proficos historisches Tor

Und es kam noch besser für die Academy: Als SCRJ-Verteidiger Florian Schmuckli den Puck über die Bande lupfte und wegen Spielverzögerung auf die Strafbank geschickt wurde, nutzte dies der Zuger Topskorer Sandro Forrer nach schönem Passspiel mit einem satten Direktschuss zum 3:2 (43.). Nun zitterten bei den Gastgebern aber die Hände so richtig. Sie hatten nun zwar deutlich mehr Scheibenbesitz, zwingende Abschlüsse blieben aber Mangelware. Fast schon zufällig gelang es Martin Ness doch noch, die Verlängerung zu erzwingen (55.).

Obwohl die Lakers dort während 68 Sekunden in Unterzahl spielen mussten und dann knapp drei Minuten mit einem Mann mehr agieren konnten, fiel auf keiner Seite ein Treffer. So kam es erstmals im Schweizer Eishockey zu einer zweiten Overtime von maximal 20 Minuten Dauer. Und als dort erneut ein Zuger eine Strafe fasste, war es so weit: Leandro Profico schoss die Rosenstädter zum glückhaften Sieg. In der 82. Minute. Die St. Galler führen damit in der Serie 3:0, können also bereits am Sonntag in Zug den Halbfinal-Einzug perfekt machen.

Wende in La Chaux-de-Fonds

Ebenfalls eine Verlängerung, aber nur eine kurze, gab es in der Les-Mélèzes-Halle. Dabei fand der HC La Chaux-de-Fonds in extremis in die Playoff-Serie gegen Ajoie zurück. Ajoie führte in der Serie 2:0 und in Spiel 3 auswärts bis zur 45. Minute 3:1, ehe sich La Chaux-de-Fonds nach Verlängerung mit 4:3 durchsetzte.

La Chaux-de-Fonds erzwang den Sieg. In den ersten 160 Minuten der Viertelfinalserie (3:12 Tore) war dem HCC rein gar nichts gelungen. Schon vier Minuten vor Beginn des Schlussabschnitts standen die Neuenburger auf dem Eis. Sie demonstrierten den Willen, nochmals alles zu versuchen. Das Vorhaben gelang. Gaëtan Augsburger (45.) und der Kanadier Dominic Forget (54.) belohnten den Sturmlauf mit den Toren zum 3:3-Ausgleich. In der Overtime entschied Allan McPherson nach sechs Minuten die Partie. La Chaux-de-Fonds profitierte von einer strengen Strafe gegen Léonardo Fuhrer. Kurz vor dem entscheidenden Goal traf Ajoies Kanadier Philip Devos in Unterzahl die Latte.

Ausserdem gingen Langenthal (5:2 gegen Visp) und Olten (4:1 gegen Thurgau) mit Heimsiegen erstmals in ihren Serien in Führung. Zu Olten - Thurgau kamen über 5000 Zuschauer in die Kleinholz-Halle. (zsz.ch)

Erstellt: 02.03.2018, 23:47 Uhr

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Swiss League, Playoff-Viertelfinal (best of 7), Spiel 3:

SCRJ Lakers - EVZ Academy 4:3 n.V. (1:1, 1:1, 1:1, 0:0, 1:0)
SGKB-Arena. 2605 Zuschauer. SR Boverio/Tscherrig, Duarte/Fuchs.
Tore: 2. Volejnicek (Arnold) 0:1. 5. Mosimann (Hügli, Sataric) 1:1. 28. Rizzello (Aulin, Knelsen/Strafe angezeigt) 2:1. 32. Rondahl (Ausschluss Ness) 2:2. 43. Forrer (Rondahl, Oejdemark/Ausschluss Schmuckli) 2:3. 55. Ness (Gähler) 3:3. 82. Profico (Aulin, Casutt/Ausschluss Maurer) 4:3.
Strafen: 7×2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 6×2 Minuten gegen die EVZ Academy.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Geyer, Profico; Sataric, Maier; Gähler, Berger; Iglesias, Schmuckli; Aulin, Knelsen, Rizzello; Brem, Casutt, Lindemann; Mosimann, Mason, Hügli; Vogel, Ness, Primeau.
EVZ Academy: Bader; Fohrler, Stadler; Wüthrich, Maurer; Oejdemark, Elsener; Stampfli; Haberstich, Forrer, Schleiss; Leuenberger, Rondahl, Oehen; Arnold, Kläy, Volejnicek; Eugster, Lust, Döpfner.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Hüsler (angeschlagen), Büsser, Frei, Gurtner, Liechti, Morin, Schir und Trudel (alle überzählig); EVZ Aca­demy ohne Auriemma, Haussener, Zehnder (beide verletzt), Aeschlimann, Holden (beide 1. Mannschaft) und Hollenstein (abwesend). 54. Lindemann verletzt ausgeschieden. Time-outs: 49:44 EVZ Academy, 59:31 Rapperswil-Jona Lakers.
Schüsse: 51:38 (12:9, 10:15, 16:6, 10:8, 3:0).
Stand in der Serie (best of 7): 3:0.

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