Eishockey

«Muss noch viel zu oft herumschreien»

Der Punkteschnitt ist besser, die Klassierung schlechter – sind die SCRJ Lakers nun stärker oder schwächer als letzte Saison?

<b>Gefordert:</b> Weil die Kommunikation unter seinen Spielern bisher nicht so funktioniert, wie es sein sollte, sieht ­Lakers-Trainer Jeff Tomlinson sich noch öfter als ihm lieb ist gezwungen, korrigierend einzugreifen.

Gefordert: Weil die Kommunikation unter seinen Spielern bisher nicht so funktioniert, wie es sein sollte, sieht ­Lakers-Trainer Jeff Tomlinson sich noch öfter als ihm lieb ist gezwungen, korrigierend einzugreifen. Bild: Tom Oswald Fotografie

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Vor einem knappen Monat hätte man den Rosenstädtern noch ein ungenügendes Zeugnis ausstellen müssen. 10 Punkte nach 7 Partien waren eine zu geringe Ausbeute, Rang 7 eine Enttäuschung – auch wenn es beim Qualifikationssieger und Finalisten der Saison 2015/16 im Sommer viele Wechsel gab (10 Zuzüge, 12 Abgänge), mehrere Leistungsträger verloren gingen und zudem der Formaufbau anders war, nämlich mehr Richtung Playoffs gerichtet.

Nach der peinlichen Pleite bei Liganeuling Zug Academy, verbunden mit einer Wutrede seitens des Trainers, ging allerdings ein Ruck durch die Mannschaft. In den folgenden sechs Partien liessen die St. Galler nur noch drei Zähler liegen und machten dadurch drei Positionen gut. «Stand heute würde ich uns deshalb eine sehr ähnliche, wenn nicht sogar die gleiche Note geben wie letztes Jahr zur selben Zeit», sagt Headcoach Jeff Tomlinson.

Fast in jeder Statistik besser

Die Statistiken (basierend auf den ersten 13 Runden) geben dem Headcoach recht. Die meisten Werte sind heuer sogar besser. Die Lakers sammelten mehr Punkte (25 statt 24), schossen mehr Tore (48/45), kassierten gleichzeitig weniger Gegentreffer (33/34) und gestanden dem Gegner im Schnitt auch weniger Torschüsse zu (28/ 31). Sie haben ein effizienteres Powerplay (27,3% statt 23,5% Erfolgsquote) und ein wirkungsvolleres Boxplay (87%/84%). Zudem fingen sie weniger 2-Minuten-Strafen ein (3,7/4,4).

Dass der SCRJ trotzdem «nur» Vierter statt Zweiter ist, kann eigentlich nur eines bedeuten: Die Konkurrenz ist stärker geworden. Speziell bei Leader La Chaux-de-Fonds, aber auch beim zweitplatzierten Olten scheint sich die Transferoffensive auszuzahlen. Tomlinson stimmt dem nur bedingt zu: «Die Gegner sind stark, ja. Trotzdem sehe ich bei uns mehr Potenzial als bei jedem anderen Team.»

In den letzten zwei Partien (2:1-Siege gegen Meister Ajoie und Olten) habe er fast so gute Lakers gesehen wie zum Ende der abgelaufenen Saison. «Ich muss allerdings noch viel zu oft herumschreien», sagt der 46-Jährige. Als Grund nennt er die noch mangelhafte Kommunikation un­ter den Spielern. «Solange sie sich nicht blind verstehen, müssen sie mehr miteinander reden.» Generell sei die aktuelle Mannschaft stiller als die der vergangenen Saison, die neuen Spieler vom Charakter her anders. «Nun tauen sie aber immer mehr auf.» Letzteres zeigt sich auch in der Leistung auf dem Eis, wenn auch nicht bei allen gleich ausgeprägt.

Stärkeres Ausländerduo

Ganz klar gehalten, was man sich von ihnen versprach, haben bisher Niki Altorfer, Nicola Brandi und der Kanadier Dion Knelsen. Der neue Ausländer totalisiert mit 1,54 gut 0,3 Punkte pro Partie mehr als sein Vorgänger und Landsmann Andrew Clark. Zudem blüht neben ihm der andere Kanadier, Jared Aulin, auf (1,62 statt 1,00 Punkte pro Spiel).

Am meisten schuldig geblieben von den Neuzuzügen ist bisher Goalie Janick Schwendener. Mit einer Abwehrquote von 89,3 Prozent belegt er nur Rang 19 innerhalb der Liga und hinkt auch gewaltig hinter seinem Vorgänger Melvin Nyffeler (92,8%) hinterher. Immerhin hat sich Michael Tobler mittlerweile gefangen (91,8%). «Gratistore» für die Gegner blieben zuletzt aus.

Dank Cup wieder im Rennen

Ähnlich wie jener der Lakers sieht der bisherige Saisonverlauf der GCK Lions aus. Auch die Jung­löwen bekundeten zunächst ­Mühe, drohten im Rennen um die Playoffs, früh den Anschluss zu verlieren. Dann kam der Sieg im Cup gegen den NLA-Klub Ambri-Piotta. Und seither ist die Mannschaft von Trainer Matti Alatalo wie ausgewechselt. Gab es zuvor 0,4 Punkte pro Partie, sind es ­seit­her 1,7. So schmolz der Abstand auf Platz 8 auf zwei Zähler.

«Der Sieg gegen Ambri hat unseren jungen Spielern Selbstvertrauen gegeben. Seither spielen wir gut. Jetzt müssen wir noch konstanter und effizienter werden. Dann bin ich zuversichtlich, dass wir diesmal (erstmals seit 2013, Red.) den Sprung in die Playoffs schaffen», sagt Alatalo, der in seiner insgesamt achten Saison als Headcoach der GCK Lions steht.

Die Meisterschaft in der National League B wird am Dienstag, 8. November, fortgesetzt. Die Lakers (4. Rang) reisen zum Tabellenvorletzten Hockey Thurgau, die GCK Lions nach Biasca zu Schlusslicht Ticino Rockets.

Erstellt: 05.11.2016, 09:45 Uhr

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