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Mit Lemm und Gerber in den Final

Kloten steht zum zweiten Mal nach 2015 im Cupfinal: Nach dem 3:2 über Lausanne trifft der Aussen­seiter am 1. Februar auf Genf-Servette. Das Erstaunliche an der Auslosung: Kloten hat auch im Endspiel Heimrecht.

Entscheidende Doublette: Romano Lemm markierte die Treffer zum 2:1 und 3:1.
Entscheidende Doublette: Romano Lemm markierte die Treffer zum 2:1 und 3:1.
Keystone

Als Steve Kellenberger 14 Sekunden vor Ablauf der 60. Minute einen Schussversuch von Jonas Junland so abblockte, dass der Puck aus der Klotener Zone kullerte, war klar: Erstmals nach acht Niederlagen in Folge hat der EHC Kloten wieder gewonnen. Und er steht zum zweiten Mal nach 2015, als er in Bern antreten musste, im Cupfinal. Wohl auch weil die Klotener so lange auf das erste Heimspiel hatten warten müssen, war der Lohn der Auslosung der: Genf-Servette, das am Vortag den EV Zug auch 3:2 geschlagen hat, reist am 1. Februar nach Kloten in die Swiss-Arena.12 Partien in Folge hatten die Klotener im Cup auswärts absolvieren müssen. «Jetzt konnten wir zum ersten Mal vor eigenem Publikum antreten und können das gleich noch ein zweites Mal», freute sich Romano Lemm.

Es scheint so, dass auch der Eishockey-Cup seine schönen und speziellen Geschichten schreibt. Eben jene von gestern Abend mit Romano Lemm. «Lembo» war einer der torgefährlichsten Schweizer Stürmer, als er sich im Herbst 2011 operieren lassen musste. Er kam zurück, aber der Weg war erstens lang, und zweitens ist er nicht mehr derselbe. Er hat Mühe, bei schnellen Kopf­drehungen die Situationen sofort zu erfassen, es erfolgt eine Ver­zögerung. Deshalb hat er von seiner Torgefährlichkeit verloren, aber in der defensiven Arbeit ist er mit seiner Physis und seiner Erfahrung enorm wichtig.

Seit seiner Operation hat er in der Meisterschaft erst 16 Tore erzielt, in der vergangenen Saison sogar nur eines. Aber er hat nie aufgegeben und seine neue Rolle akzeptiert.

Gestern kam die «Belohnung» mit einem Doppelpack. Lemm ­erzielte das 2:1 nach 25 Minuten auf Zuspiel von Robin Leone, und er schoss nach 50 Minuten das siegbringende Tor zum 3:1. Aus der Drehung heraus, backhand. «So, wie er es früher gelernt hat», freute sich sein ehemaliger Trainer Wladimir Jursinow auf der Tribüne.

Der 32-Jährige, der gestern wieder mal als Center kämpfen und arbeiten durfte, konnte sich selber nicht erinnern, wann er zum letzten Mal in einem Match zweimal getroffen hatte. Zwei Jahre und zwei Monate ist es her, als er zum 4:1-Sieg Klotens in Genf (28. November 2014) das 3:0 und das 4:1 schoss.

«Manchmal hat man halt Glück und steht am richtigen Ort, oder manchmal hat man die richtige Eingebung», sagte Lemm zu seinen Treffern. Und er freute sich, dass man gestern Abend quasi «zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat: erstens die Niederlagenserie beendet und zweitens den Cupfinal erreicht.»

Gerbers Paraden

Das Einzige, was den Klotenern gestern nicht gelang, war (wieder einmal) der Start. Nach einer Strafe gegen Patrick von Gunten dauerte es nur vier Sekunden, bis René Back die Scheibe über die Umrandung knallte. Lausannes Jeffrey nützte die 5:3-Situation zur 1:0-Führung (4.). Danach gabs die eine oder andere heikle Phase, bis Lukas Stoop bei einem Vorstoss so nachsetzte, dass am Ende Vincent Praplan ausgleichen konnte (13.).

Am Ende hatte Lausanne zwar 44 Schüsse auf das Klotener Tor abgegeben und Kloten nur 16 auf jenes von Lausanne, aber Martin Gerber zeigte gestern Abend wieder eine Klassepartie. Er war der zweite Einzelspieler, der für den Finalvorstoss sorgte.

Der dritte Grund war die Einstellung der Mannschaft. «Sie zeigte das, was wir in Finnland ­Sisu nennen», freute sich Trainer Pekka Tirkkonen. Es kämpfte ­jeder für den Erfolg, und zwar wieder so entschlossen wie im Frühherbst. «Wir hatten in der ersten Periode noch einige ganz schlechte Zuspiele in der eigenen Zone, aber danach wurde es besser. Und wir haben vor Martin Gerber die Mitte extrem gut behaup­tet und abgedeckt.»

Lemm gestand gerne, dass ­Lausanne «einige Chancen mehr hatte». Trutmann machte mit dem 3:2 (55:10) den Match nochmals spannend. Doch die Klotener hielten den Erfolg verdient fest, weil es für einmal sie waren, die den Sieg mehr wollten. Und obwohl sie nur mit zwei Ausländern, dafür mit einer kompletten Junioren-Linie spielten.

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