Eishockey

Lakers-Duo macht beste Werbung in eigener Sache

Goalie Melvin Nyffeler und Verteidiger Dominik Egli haben bei ihrem Debüt im A-Nationalteam am Deutschland-Cup überzeugt. Beide erhielten von den Verantwortlichen viel Lob für ihre Auftritte.

Blicken auf eine tolle Woche im Kreise der A-Nationalmannschaft zurück: Die Lakers-Spieler Melvin Nyffeler (links) und Dominik Egli. (Bild: Silvano Umberg)

Blicken auf eine tolle Woche im Kreise der A-Nationalmannschaft zurück: Die Lakers-Spieler Melvin Nyffeler (links) und Dominik Egli. (Bild: Silvano Umberg)

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Erstmals seit dem Aufgebot für Verteidiger Cédric Hächler in der Abstiegssaison 2014/15 kamen vergangene Woche wieder einmal Spieler der SC Rapperswil-Jona Lakers im Schweizer A-Nationalteam zum Einsatz. Sowohl für den 21-jährigen Dominik Egli wie auch für den drei Jahre älteren Melvin Nyffeler war es eine Premiere. Beide hatten zwar schon in Junioren-Auswahlen gespielt, zuletzt 2014 (Nyffeler) respektive 2018 (Egli) für die U-20, nun erstmals bei den «Männern» dazugehört zu haben, sei aber schon etwas sehr Spezielles, sind sie sich einig.

«Es war ein cooles Erlebnis, eine riesen Erfahrung und natürlich auch eine grosse Ehre», frohlockt Egli. Er habe es genossen. Nyffeler sieht es gleich und ergänzt: «Natürlich wollte ich die bestmögliche Leistung erbringen. Ich versuchte aber auch, die beiden Partien zu geniessen. Dass wir das Turnier gewinnen konnten, machte es umso schöner.»

Viel Lob erhalten

Während Nyffeler schon vor mehreren Wochen über das Aufgebot informiert wurde, erfuhr Egli erst am 27. Oktober nach dem Match im Hallenstadion davon. Am Montag vor einer Woche rückten sie dann in Kloten ins Nati-Camp ein, am Mittwoch ging es weiter nach Krefeld, wo insgesamt dann am Donnerstag 5:2 gegen die Slowakei), Samstag (4:3 nach Verlängerung gegen Deutschland) und Sonntag (3:4 nach Penaltys gegen Russland) je eine Partie anstand.

Egli kam in allen drei Spielen zum Einsatz, verbuchte drei Assists und war damit der produktivste Schweizer Verteidiger, verzeichnete auch die meisten Torschüsse (10) und kam auf eine Plus-1-Bilanz. Er knüpfte also – wie auch Nyffeler – nahtlos an die tollen Leistungen an, die er bei den SCRJ Lakers in der National League zeigt und ihn auf den Radar von Nationaltrainer Patrick Fischer gebracht haben. Wie viel Letzterer von Egli und dessen Offensivqualitäten hält, liess sich auch daran ablesen, dass er ihn im Abschlussmatch gegen Russland als Penaltyschützen aufstellte (Egli konnte seinen Versuch jedoch nicht verwerten).

Mehr als mit Fischer hatte Egli jedoch mit Assistenztrainer Tommy Albelin zu tun. Und er war begeistert vom Schweden, der es als Verteidiger auf über 1000 NHL-Spiele brachte und mit den New Jersey Devils, für die er nach seiner Aktivkarriere auch als Assistenzcoach arbeitete, 1995 und 2003 den Stanley Cup gewann. Albelin, ein absoluter Fachmann, habe ihm schon in dieser kurzen Zeit sehr viele wertvolle Tipps gegeben. «Es ging vor allem ums Boxout, die Puckkontrolle und das Positionsspiel. Ich bin ja weder der Grösste noch der Schwerste. Darum muss ich es durch das Positionsspiel und die Cleverness richten.» Die Umsetzung gelang Egli, die Rückmeldungen von Albelin waren positiv.

Gute Visitenkarte abgegeben

Sehr gutes Feedback erhielt auch Melvin Nyffeler, sowohl vonseiten von Fischer wie auch Goalietrainer Thomas Bäumle. Mit Letzterem gab es ein ausführliches Abschlussgespräch inklusive Videoanalyse. «Beide zeigten sich sehr angetan von meiner Leistung – was mich natürlich sehr gefreut hat», so der SCRJ-Goalie, der nach dem Slowakei-Match als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet wurde und mit einer Turnierabwehrquote von 92,8 Prozent (weil Gauthier Descloux angeschlagen war, kam Nyffeler gegen Russland noch zu einem zweiten Einsatz) voll überzeugte.

Obwohl beide Lakers-Spieler eine gute Visitenkarte abgegeben haben, ist ihnen bewusst, dass sie damit noch längst nicht zum Stamm des Schweizer Nationalteams gehören. Fischer bietet für den Deutschland-Cup jeweils nicht die erste Garde auf, sondern hauptsächlich aufstrebende Talente. «Ich würde dieses erste Aufgebot als Zwischenschritt bezeichnen», sagt Egli dazu. Nun gehe es darum, in der Meisterschaft weiter Gas zu geben und sich weiter zu verbessern. «Nicht locker lassen und noch eine Schippe drauflegen», formuliert Egli es.

Denn obwohl auch die Gegner nicht mit dem bestmöglichen Aufgebot antraten, so habe sich doch gezeigt, dass das Niveau auf internationaler Ebene um einiges höher sei als in der nationalen Meisterschaft – «in allen Bereichen, technisch taktisch, läuferisch. Das Spiel ist einiges schneller und alle Spieler sind in der Lage, aus jeder Situation etwas zu kreieren», erklärt Nyffeler.

Aussichten auf WM-Aufgebot

Der nächste Nationalmannschaftstermin steht Mitte Dezember mit einem Turnier in Visp an (dann mit dem bestmöglichen Aufgebot ohne NHL-Spieler). Anfang Februar folgen zwei sogenannte Prospect Games gegen Deutschland. Und den Saisonabschluss und -höhepunkt bildet dann die Heim-WM in Zürich und Lausanne im Mai.

Dass das Lakers-Duo auch da dabei sein wird, ist eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, sagte doch Nationaltrainer Fischer bei seiner Deutschland-Cup-Bilanz gegenüber den Medien Sätze wie «wer im April feuerheiss ist, wird dabei sein», «ich glaube nicht, dass keiner dieses Teams an der WM dabei sein wird» oder «wir haben immer wieder junge Spieler zur WM mitgenommen».







Erstellt: 14.11.2019, 15:49 Uhr

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