Eishockey

Lakers zurück im Trainingsalltag

34 Tage nach dem bitteren Saisonende mit der Niederlage im Entscheidungsspiel des NLB-Finals haben die Rapperswil-Jona Lakers das Training wieder aufgenommen.

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Es gebe im Leben eines Eishockeyprofis sicher Schöneres als das Sommertraining, gesteht Sven Lindemann. Motivationsprobleme sind dem Stürmer aber auch im Alter von 39 Jahren fremd. Wäre das Wetter schön und warm, so wie in Florida, wo er kürzlich mit seiner Frau und den beiden Söhnen Ferien verbrachte, würde ihm der Einstieg wohl schwerer fallen. Doch draussen ist es kalt und nass an diesem Montag.

Lindemann ist der prominenteste und mit Abstand erfahrenste Neuzuzug der Lakers. Auf über 1000 NLA-Partien blickt der ältere der beiden Söhne des legendären Guido Lindemann zurück. Die vergangenen drei Saisons bestritt er für die SCL Tigers, mit denen er im Frühjahr 2015 Rapperswil-Jona in die NLB verbannte, sprich den Aufstieg realisierte. Nun will der Bündner helfen, die Rosenstädter zurück ins Oberhaus zu führen. «Das ist mein Ziel, ja, doch der Weg dahin ist lang – und hart», betont Lindemann, ehe er sich aufmacht, Gewichte zu stemmen. Und wie er dies tut: Die Jungen staunen jedenfalls ganz schön ob der Leistung des neuen Teamoldies an der Beinpresse.

Zwei Neuerungen

Der erste Tag des Sommertrainings dient zur Standortbestimmung. An verschiedenen Stationen werden Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, aber auch Gewicht oder Körperfett jedes Spielers ermittelt. Die Datenerhebung ist besonders bei Neuzuzügen wichtig. «Wir müssen wissen, auf welchem Level sie sind, wo sie Schwachstellen haben», erklärt Konditionstrainer Benno Lehmann, der die Tests zusammen mit Materialwart Fabian Krauer, Physio Dirk de Proost und Assistenztrainer Robin Farkas durchführt und überwacht (Headcoach Jeff Tomlinson war wegen eines Termins gestern nur bei der Begrüssung zugegen). Denn Ziel sei nicht nur, die Spieler möglich leistungsfähig zu machen, sondern auch sie gesund zu halten oder sogar ihre Verletzungsanfälligkeit zu reduzieren.

Der am Montag gestartete Trainingsblock dauert zehn Wochen. Vor Beginn des Eistrainings (2. August) erhält das Team dann nochmals gut zwei Wochen Ferien. Trainiert wird jeweils von Montag bis Freitag, morgens. «Am Nachmittag stehen teils individuelle Einheiten oder spezielle Aktivitäten an», erklärt Lehmann. Das Programm ist in etwa dasselbe wie letzten Sommer. Neu findet jeweils am Mittwoch ein Eistraining in Wetzikon statt – fast wöchentlich, wobei sowohl an der Fitness als auch Technik gearbeitet werde, ergänzt Lehmann. Zudem haben die Spieler die Möglichkeit, in einer Schussanlage zu üben. «Das ist freiwillig. Wir empfehlen jedoch 500 Schüsse pro Woche. Bei einigen Tausend Wiederholungen bis zum Saisonstart dürfte es sichtbare Fortschritte geben – aber auch die eine oder andere Blase an den Händen», sagt Lehmann schmunzelnd.

Alternative in Übersee

Nicht alle Spieler der Lakers bestreiten das Sommertraining in der Rosenstadt, einige nur Teile davon. So stossen die beiden Kanadier Dion Knelsen und Jared Aulin sowie deren mit Schweizer Lizenz spielenden Landsmänner Steve Mason und Josh Primeau (von NLB-Meister Langenthal verpflichtet) erst im August zum Team. Und Rajan Sataric, Cédric Hüsler und Goalie Melvin Nyffeler reisen im Sommer für einige Zeit nach Übersee, um sich in Camps weiterzubilden.

«Ich werde den Juni und Juli in Kelowna verbringen, zusammen mit Aulin, der das für mich eingefädelt hat, und vielen anderen Spielern, auch solchen aus der NHL», erzählt Sataric mit grosser Vorfreude. Dieses «Abenteuer» sei zwar nicht ganz günstig, aber er könne sicher viel profitieren – und lerne zugleich auch Land und Kultur kennen. (zsz.ch)

Erstellt: 08.05.2017, 18:56 Uhr

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