Rapperswil-Jona

Lakers stehen am Scheideweg

Sportlich haben sich die Lakers nach dem Abstieg wieder gefangen, neben dem Eis ist die Krise dagegen noch nicht ausgestanden.

«Jetzt sind alle gefordert»: Die Lakers benötigen mehr Geld und eine breitere Abstützung, um langfristig bestehen zu können.

«Jetzt sind alle gefordert»: Die Lakers benötigen mehr Geld und eine breitere Abstützung, um langfristig bestehen zu können. Bild: Manuela Matt/Keystone

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Knapp 30 der gut 1200 Aktionäre der Lakers Sport AG, der Trägerorganisation des örtlichen Eishockey-Klubs, folgten am Donnerstagabend der Einladung des Verwaltungsrats und liessen sich «über die Zukunft der Lakers», wie es VR-Präsident Koni Müller formulierte, informieren.

Dass grösste Interesse galt zweifellos den Finanzen – und da vor allem den vom Verwaltungsrat angedachten Sanierungsmassnahmen. Diese sehen einen «Kapitalschnitt» sowie die Zeichnung neuer Namensaktien vor. Konkret: Der Nennwert der bestehenden Papiere wird reduziert (von 100 auf 20 Franken), zugleich 94 000 neue zum Nennwert von 20 Franken verkauft. Der Clou: So bleibt die Höhe des Aktienkapitals in der Bilanz unverändert (2,35 Mio. Franken), was rechtlich von Bedeutung ist, und dennoch fliessen neue Mittel zu (1,88 Mio.).

Dass die für das bestehende Aktionariat durchaus schmerzhafte Massnahme dringend nötig ist, daran liess das VR-Mitglied Sandro Ruggli bei seinen Ausführungen keine Zweifel. Trotz grösszügiger Gönner, allen voran (der am Donnerstag nicht anwesende) Verwaltungsrat Hans-Ueli Rihs, resultierte ein Verlust von 1,23 Millionen Franken. Damit wurde auch der letzte Rest an Eigenkapital aufgebraucht. «Auf den Punkt gebracht heisst dies: Wir brauchen dringend Geld», so Ruggli.

Garantien nötig

Wie prekär die Lage ist, zeigt sich daran, dass sich der Verwaltungsrat Zuschüsse garantieren lassen musste, da ansonsten die Weiterführung der Geschäfte gefährdet gewesen wäre, sprich bald keine Löhne mehr hätten gezahlt werden können. Diese Gefahr sei gebannt. 468000 Franken seien bereits sicher zugesagt, weitere 40000 so gut wie. Noch nicht ganz klar ist, ob diese Beträge quasi Geschenke sind oder allenfalls durch neue Aktien abgegolten werden. «Wenn wir die Aktien anderweitig verkaufen können, wäre uns das lieber», gestand Ruggli. Zunächst habe jeder aktuelle Aktionär das Recht, im bisherigen Umfang neue Papiere hinzuzukaufen. Die restlichen Aktien gelangten nach der GV (28. Januar) für drei Monate in der Verkauf. Der VR strebt eine möglichst breite Abstützung an. Denn nur so seien die Lakers langfristig überlebensfähig, hielt der Wirtschaftsanwalt aus Jona fest. Insofern stehe der Klub am Scheideweg. Jetzt müssten Fans, Gönner oder auch Sponsoren Farbe bekennen.

Den Gürtel enger schnallen

Gelöst sind die finanziellen Sorgen der Lakers mit der Kapitalaufstockung noch nicht. Nur schon um in der NLB schwarze Zahlen zu schreiben, müssten noch weitere Angstrenungen unternommen werden. Diesbezüglich nahm VR-Beisitzer Rolf Kaufmann Stellung, der auch die Task Force leitet, die unmittelbar nach dem Abstieg eingesetzt wurde. Es brauche mehr Einnahmen aus Gastro, Sponsoring und Ticketing. Dazu müsse überall gespart werden, auch beim Personal. So werde der Ende Saison abtretende Ausbildungschef nicht mehr eins zu eins ersetzt. «Seine Aufgaben müssen die drei Profitrainer übernehmen», so der Unternehmer, der sich selbst erst in den VR einbinden lassen will, wenn die Lakers Sport AG wieder «gesund» ist.

«Ich bin zuversichtlich, dass dies bereits in einem Jahr der Fall sein wird», ergänzte Kaufmann. Zuversicht versprühte zum Schluss auch Ruggli: «Das Ganze ist eine riesige Challenge. Aber den Wendepunkt haben wir bereits erreicht. Nun kommt ein Schub nach vorne!» ()

Erstellt: 15.01.2016, 08:23 Uhr

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