Eishockey

Lakers mit blutleerem Auftritt

Dem letzten Heimspiel der Rapperswil-Jona Lakers vor dem Cupfinal am Sonntag gegen Davos fehlte jeder Glamour. Der SCRJ unterlag Ajoie nach früher Führung 1:2 nach Penaltyschiessen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Einzige im Fansektor der Gäste aus dem Jura war der Chauffeur des Mannschaftscars. Anlass, seine Hände aus den Hosentaschen zu nehmen, gaben ihm die Spieler von Coach Gary Sheehan auf dem Eis kaum. Bloss beim 1:1-Ausgleich durch Alain Birbaum im Powerplay zu Beginn des Mitteldrittels applaudierte der Eremit. Nach dem Penaltyschiessen herrschte im Stadion Stille. Nicht einmal die Akteure auf dem Eis jubelten richtig.

Viel Grund, ihre Fangesänge anzustimmen, hatten auch die SCRJ-Anhänger auf der spärlich besetzten Stehrampe nicht. Keinen Monat nach dem 4:0 gewonnenen Cup-Halbfinal gegen den gleichen Kontrahenten schienen die St. Galler mit dem Kopf schon im Endspiel zu sein. Dem widersprach Michael Hügli: «Der Final ist noch weit weg. Am Freitag haben wir im Tessin ja noch einen Match. Es ist wichtig, dass wir wieder zu einem guten Gefühl finden.» Der 22-jährige Stürmer hatte kurz vor Schluss der Verlängerung die Entscheidung verpasst. «Das Tor war offen, aber ich war ausgepumpt», ärgerte sich Hügli.

Zu oft in den Ecken

Zwar hatte Lakers-Goalie Melvin Nyffeler in der Startviertelstunde weniger zu tun als sein Bruder Dominic, der bei Ajoie als Türchenöffner im Einsatz stand. Doch dass die Einheimischen bereits nach 71 Sekunden durch Jared Aulin in Führung gegangen waren, bekam ihrem Spiel nicht gut. Sie suchten zu wenig konsequent den Weg aufs Tor, zogen einem Schuss einen Pass oder eine weitere Schlaufe vor.

«Wir hatten zwar viel Puckbesitz, hielten uns aber zu oft in den Ecken auf, statt gefährlich vors Tor zu kommen», meinte Michael Hügli, der als einziger Laker sämtliche 40 Partien in der Meisterschaft absolviert hat. Zum ersten Mal gelang dem SCRJ in dieser Saison lediglich ein einziger Treffer. «Wir könnten es eigentlich, haben wir doch bisher mit Abstand am meisten Tore erzielt», sagte der 16-fache Torschütze. Es brauche eben über 60 Minuten Tempo, um in Abschlusspositionen zu kommen.

Ness für die Playoffs

Eine positive Nachricht hatten die Lakers bereits am Nachmittag verbreitet. Im Hinblick auf die Playoffs nahm der SCRJ den deutsch-schweizerischen Doppelbürger Martin Ness unter Vertrag. Zuletzt spielte der 24-Jährige, der dem Nachwuchs der ZSC/GCK Lions entstammt und 93 NLA-Partien für Fribourg-Got­téron und den SC Bern bestritt, bei den Krefeld-Pinguinen in der DEL. Der Stürmer, der heute am Obersee erwartet wird, erzielte für das Team, das keine Chance mehr auf eine Playoff-Teilnahme hat, zehn Skorerpunkte (2 Tore/8 Assists). «Martin Ness ist ein körperlich starker Center, der die Defensive sehr gut absichert und herausragende Qualitäten beim Bully mitbringt», sagt Lakers-Sportkoordinator Roger Maier. Zudem verlängerte Rapperswil-Jona den Vertrag mit Cédric Hüsler um zwei Jahre bis 2020. (zsz.ch)

Erstellt: 01.02.2018, 08:55 Uhr

Telegramm

Swiss League

SCRJ Lakers - Ajoie 1:2 n.P. (1:0, 0:1, 0:0)
SGKB-Arena. 2237 Zuschauer. SR Erard/Prugger; Fuchs/Studer.
Tore: 2. Aulin (Gurtner) 1:0. 24. Birbaum (Ausschluss Rizzello) 1:1.
Penaltyschiessen: Mosimann -, Ryser 0:1, Berger 1:1, Devos -, Knelsen -, Hazen 1:2, Mason -, Fuhrer 1:3.
Strafen: 3×2 Minuten plus 10 Minuten (Berger) gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 4×2 Minuten gegen Ajoie.
Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Schmuckli, Iglesias; Berger, Gurtner; Büsser, Maier; Geyer, Profico; Casutt, Lindemann, Brem; Hügli, Mason, Mosimann; Rizzello, Knelsen, Aulin; Hüsler, Vogel, Primeau.
Ajoie: Paupe; Hauert, Montandon; Steinauer, Birbaum; Casserini, Ryser; Devesvre; Barbero, Devos, Hazen; Impose, Fuhrer, Macquat; Löffel, Frossard, Merola; Krakauskas, Privet, Montandon.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Frei, Morin, Gähler, Schir, Liechti, Trudel (alle überzählig) und Sataric (angeschlagen); Ajoie ohne Pouilly, Schmidt, Wüst (alle verletzt) und Schmutz (krank). 33. Frossard verletzt ausgeschieden. 57. Time-out Rapperswil-Jona.
Schüsse: 28:22 (5:6, 9:6, 11:8, 3:2).

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben