Eishockey

K.-o.-Schlag 79 Sekunden vor Schluss

In einer an Spannung und Dramatik kaum zu überbietenden Finalissima hatte Rapperswil-Jona am Dienstagabend knapp das Nachsehen. Pierrick Pivron sicherte Langenthal mit dem 5:4 in der zweitletzten Minute den zweiten NLB-Titel nach 2012.

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Die 4500 Zuschauer im proppenvollen Schoren bekamen ein siebtes Spiel zu sehen, welches sie nicht so schnell vergessen werden. Von der ersten bis zur letzten Minute war Action pur angesagt.

Es begann mit einem kuriosen Führungstor der Gäste – ein Schuss im Powerplay von Corsin Casutt sprang von der Bande zurück an den Rücken von SCL-Keeper Marco Mathis und kullerte von dort ins Tor. Im Mittelabschnitt kam die Wende zu Gunsten des Heimteams, zu Beginn des Schlussdrittels folgten vier Tore innert gut zweieinhalb Minuten, dann der Ausgleich der Lakers. Und schliesslich noch der späte Luckypunch der Langenthaler. «Es war eine Achterbahnfahrt», fasste es SCRJ-Headcoach Jeff Tomlinson hinterher zusammen.

Eigentlich hätte diese Partie zwei Sieger verdient gehabt. Doch es konnte natürlich nur einen geben. Und mit Langenthal gewann letztlich jene Mannschaft, die über die ganze Serie gesehen doch einen kleinen Ticken besser war. Dies sah auch Tomlinson so: «Langenthal hat sich diesen Titel verdient. Doch durch ein so spätes Gegentor zu verlieren, ist natürlich brutal.»

Nie aufgesteckt

Dass es letztlich so eng wurde, lag am unglaublichen Kampfgeist der Rosenstädter. Als sich die Langenthaler in der 45. und 47. Minute zweimal einen Zweitore-Vorsprung herausspielten, schienen die Lakers am Boden. Doch beide Male standen sie wieder auf, kämpften sich wieder heran.

Als Dion Knelsen sieben Minuten vor Schluss das 4:4 gelang, schien die Partie gar auf ihre Seite zu kippen. Tomlinson dazu: «Da war ich mir sicher, dass wir dieses Ding gewinnen.» Knelsen und der für den verletzten Jared Aulin eingesprungene Alex Hutchings, der in der 45. Minute seine gute Leistung mit dem 2:3 belohnt hatte, bekamen den Puck jedoch kein weiteres Mal an Mathis vorbei.

Und dann unterlief ausgerechnet Routinier Cyrill Geyer in der Offensivzone jener Puckverlust, der zur Entscheidung führte. Der Versuch des 36-Jährigen, die Scheibe aufs Tor zu bringen, missglückte, respektive wurde von einem Gegenspieler zur Seite abgeblockt. Marc Kämpf lancierte dann mit einem langen Pass Pierrick Pivron, und dieser überwand schliesslich Lakers-Schlussmann Melvin Nyffeler mit einem trocken Schuss.Nach diesem Niederschlag gab es für die Rosenstädter dann keine Rettung mehr. 79 Sekunden später war die Niederlage Tatsache.

Langenthal wie 2012

Während die Langenthaler somit auch den zweiten NLB-Final ihrer Klubgeschichte für sich entschieden – wie 2012 beim 4:2 über Lausanne sicherten sie sich den Titel nach einem 0:2-Rückstand in der Serie –, mussten sich die Lakers zum zweiten Mal in Folge geschlagen geben. Vor Jahresrfrist waren sie Ajoie in sechs Partien unterlegen. (zsz.ch)

Erstellt: 05.04.2017, 00:13 Uhr

Telegramm

National League B

Playoff-Final (best of 7). Spiel 7:

Langenthal – SCRJ Lakers 5:4 (0:1, 2:0, 3:3)

Schoren. 4500 Zuschauer (ausverkauft). SR Müller/Wehrli, Progin/Stuber.
Tore: 3. Casutt 0:1. 24. Tschannen (Kummer, Kelly) 1:1. 27. Füglister (Ahlström/Ausschluss Geyer) 2:1. 45. (44:26) Dünner (Füglister, Cadonau) 3:1. 45. (44:37) Hutchings (Sataric) 3:2. 47. (46:10) Rytz (Dünner) 4:2. 48. (47:03) Grossniklaus 4:3. 53. Knelsen 4:4. 59. Pivron (Kämpf) 5:4.
Strafen: 2×2 Minuten gegen Langenthal, 4×2 Minuten gegen Rapperswil-Jona.
Langenthal: Mathis; Cadonau, Rytz; Völlmin, Marti; Pienitz, Ahlström; Wolf; Kelly, Kummer, Tschannen; Primeau, Dünner, Füglister; Pivron, Montanton, Kämpf; Gerber, Hess, Vincenzo Küng; Kläy.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Blatter, Geyer; Sataric, Maier; Profico, Grossniklaus; Molina, Büsser; Hutchings, Knelsen, Casutt; Schmutz, Studer, Altorfer; Hügli, Mason, Rizzello; McGregor, Vogel, Hüsler.
Bemerkungen: Langenthal ohne Campbell, Schüpbach (beide verletzt), Christen, Duarte, Mike Küng und Trüssel (alle überzählig); Rapperswil-Jona ohne Aulin, Frei, Sieber, Zanzi (alle verletzt), Auriemma, ­Bader, Brandi, Guerra, Gurtner, Hoffmann und Schaub (alle überzählig). Pfostenschüsse: 25. Kämpf, 60. (59:58) Kelly. 58:41 Time-out Rapperswil-Jona, danach ab 59:20 ohne Torhüter.
Schüsse: 32:28 (11:10, 14:6, 7:12).
Schlussstand in der Serie: 4:3.

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