Eishockey

Im dritten Jahr reif für den Aufstieg

Die Rapperswil-Jona Lakers steigen mit einem klaren Ziel in die neue Saison. Es lautet: Aufstieg. Um dies zu erreichen, wurde das Kader gezielt verstärkt. Die Geschichte zeigt aber, dass es sich beinahe um eine «Mission impossible» handelt.

Vor einer schwierigen Aufgabe: Trainer Jeff Tomlinson soll die Lakers zum Ende der neuen Saison zurück ins Oberhaus führen.

Vor einer schwierigen Aufgabe: Trainer Jeff Tomlinson soll die Lakers zum Ende der neuen Saison zurück ins Oberhaus führen. Bild: Silvano Umberg

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Aller guten Dinge sind drei. Die Lakers hoffen, dass sich die Redewendung für sie erfüllt. Nach zwei Saisons des Wiederaufbaus, der Reorganisation sehen sich die Rosenstädter bereit für die Rückkehr in die höchste Liga.

Mehr noch: Sie sehen die ­Rückkehr in die National League als Pflicht an, die schnellstmöglich erfüllt werden muss. Denn, dies wurde den Verantwortlichen nach einer Situationsanalyse im vergangenen Winter klar, in der Zweitklassigkeit hat die Orga­nisation mit den aktuellen Aufwänden keine Zukunft. Daran ­ändert auch der Namenswechsel (zu Swiss League) nichts.

450 000 Franken mehr Budget

Als Konsequenz wurde das Budget der Lakers Sport AG auf diese Saison hin um eine Million Franken erhöht. Knapp die Hälfte ­davon kommt der ersten Mannschaft zugute, die also rund 2,5 bis 3 Millionen kosten dürfte. Das Kader hat sich im Vergleich zum Vorjahr merklich verändert; die Schlüsselspieler blieben jedoch erhalten. «Wir haben mehr Qua­li­tät im Kader, und auch mehr Charakter», sagt Sportkoordinator Roger Maier. Erwähnenswert ist diesbezüglich der Zuzug von Sven Linde­mann. Der 39-jährige Stürmer ist einer von nur neun Spielern, die mehr als 1000 Partien in der höchsten Schweizer Liga in den Beinen haben. Zudem weiss der Bündner, wie man aufsteigt, gelang ihm dies doch mit den SCL Tigers im Frühjahr 2015 ... gegen die Rapperswil-Jona Lakers.

Aufgrund seiner imposanten Postur (194 cm / 94 kg) sticht Josh Pri­meau hervor. Der kanadische Stürmer mit Schweizer Lizenz wurde Langen­thal abgeworben, bei dem er ein wichtiger Rollenspieler auf dem Weg zum Titelgewinn war. «Im physischen Bereich sind wir nun generell stärker besetzt», betont Trainer Jeff Tomlinson. Aber auch spielerisch seien sie besser aufgestellt. «Ich sehe viel mehr Eishockeyverstand.»

Weiter als vor Jahresfrist

Letzteres trug massgeblich dazu bei, dass der Headcoach mit der Saisonvorbereitung zufriedener ist als in den beiden Jahren zuvor. «2015 war alles neu. 2016 mussten wir erstaunlicherweise fast wieder bei null beginnen. Diesmal schritt die Integration der neuen Spieler schneller voran, sodass wir sogar in der Lage waren, neue taktische Varianten einzuüben», freut sich Tomlinson. Sie verfügten nun über deutlich mehr «Waffen», nicht zuletzt, weil sie mehr Verteidiger im Kader wüssten, die gut mit der Scheibe umgehen und auch schiessen könnten.

Noch etwas Sorge bereitet dem 47-jährigen Deutschkanadier das Abwehrverhalten seiner Equipe. «In der Arbeit vor dem eigenen Tor fehlt zuweilen die letzte Konsequenz», erklärt Tomlinson. Da Meisterschaftsspiele aber ein anderes Paar Schuhe seien als Testpartien, ist der SCRJ-Trainer zuversichtlich. «Da wird jeder automatisch noch ein paar Prozent mehr geben, aufmerksamer sein.»

Dass die Klubleitung den Aufstieg als klares Ziel formuliert hat, gefällt Jeff Tomlinson. «Das motiviert mich. Und es half bei der Verpflichtung neuer Spieler.» Jeder Neuling sei explizit zu den Lakers gekommen, um aufzusteigen. Dieser unbedingte Wille könne am Ende einer harten Saison das Zünglein an der Waage spielen.

Etwas Hilfe von «oben» nötig

Tomlinson ist überzeugt davon, dass sein Team das Zeug dazu hat, nach zwei Finalniederlagen diesmal den Meistertitel zu gewinnen. Er weiss aber auch, dass die höchste Hürde auf dem Weg ins Oberhaus erst danach folgt – mit der Ligaqualifikation. Dass dort neu mit drei Ausländern gespielt werden darf (die Lakers wollen spätestens im Januar einen solchen verpflichten), macht die Aufgabe für den Unterklassigen noch einmal anspruchsvoller. Der Aufstieg sei möglich, sind sich Tomlinson und Maier einig, aber ohne etwas Hilfe von «oben», beispielsweise in Form eines demoralisierten Oberklassigen, extrem schwierig zu erreichen. Dies habe die Geschichte gezeigt. «Aber wir werden alles versuchen, was in unserer Macht steht!» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.09.2017, 08:30 Uhr

Kader

Saison 2017/18

Trainer: Jeff Tomlinson (CAN, seit 2015).
Assistenztrainer.: Robin Farkas (CAN, seit 2015).
Tor (3): Melvin Nyffeler (Jahrgang 1994), Beat Trudel (99), Kevin Liechti (97).
Verteidigung (10): Sven Berger (88), Thomas Büsser (91), Jorden Gähler (93), Cyrill Geyer (81), Nico Gurtner (96), Frédéric Iglesias (89), Fabian Maier (91), Leandro Profico (90), ­Rajan Sataric (92), Florian Schmuckli (93).
Sturm (15): Jared Aulin (CAN/82), Fabian Brem (91), Corsin Casutt (84), Lars Frei* (94), Michael Hügli (95), Cédric Hüsler (94), Dion Knelsen (CAN/89), Sven Linde­mann (78), Steve­ Mason (88), Jan Mosi­mann (94), Josh Primeau (90), Antonio Rizzello (85), Rubio Schir (97), Jan Vogel (95), Gianluca Zanzi (96).
* aktuell im Aufbau; wird erst unter Vertrag genommen, wenn er wieder fit ist.

Zuzüge (12): Sven Berger (Ambri-Piotta/NLA), Brem (Martigny/NLB), Büsser (Win­terthur/NLB), Gähler (Winterthur/NLB), ­Iglesias (Red Ice Martigny/NLB), Liechti (SCL Tigers/Nachwuchs), Sven Linde­mann (SCL ­Tigers/NLA), Mosi­mann (Ajoie/NLB), Primeau (Langenthal/NLB), Schir (GCK Lions U20), ­Schmuckli (EVZ/NLA), Trudel (Elite-Junioren).

Abgänge (13): Niki Altorfer (Visp/NLB), Elia Auriemma (Rücktritt), Yves Bader (Wil/1.), Nicola Brandi (Auslandjahr), Patrick Blatter (Winterthur/NLB), Tim Gross­niklaus (Davos/NLA), Uinter Guerra (?), Luka Hoffmann (?), Ryan McGregor (?), Reto Schmutz (Ajoie/NLB), Janick Schwen­de­ner (Thurgau/NLB), Tho­mas Studer (Thurgau/NLB), Michael ­Tobler (Goalietrainer Olten).

Die ersten Spiele:


  • Thurgau – SCRJ Fr, 15. Sept., 20.00 Uhr

  • SCRJ – Winterthur Sa, 16. Sept., 19.45

  • Winterthur – SCRJ (Cup) Di, 19. Sept., 20.00

  • EVZ Academy – SCRJ Fr, 22. Sept., 20.00

  • SCRJ – Ticino Rockets Di, 26. Sept., 19.45

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