Eishockey

«Hartley gab mir nie eine Chance»

Nach rund vierwöchiger Verletzungspause absolvierte Niki Altorfer am Dienstag sein erstes Pflichtspiel für den SCRJ. Am Samstag kommt es für den 26-jährigen Stürmer zum ersten Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Visp.

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Sie haben einen Café crème bestellt. Was mögen Sie daran?
Niki Altorfer: Die Grösse und den Geschmack. Der Espresso ist mir zu klein und zu stark, Cappuccino oder Latte macchiato sind mir zu schwach.

Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?
Nein, am liebsten mag ich kohlensäurehaltiges Wasser. Kaffee zu trinken, begann ich eigentlich erst während meiner Zeit in Visp (Sommer 2012 bis Frühling 2016; Red.). Da verbrachten wir Spieler die meisten Nachmittage beim «Käfele».

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Gemüse, Früchte . . . und Spätzli – die hat es immer in meinem Kühlschrank.

Können Sie die Spätzli auch selbst zubereiten?
Mit Käse überbackene Spätzli kriege ich hin. Grundsätzlich sind meine Kochkünste aber ziemlich bescheiden. Noch, denn ich habe mir vorgenommen, künftig öfter mal ein Kochbuch aufzuschlagen.

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Mich ausgewogen und gesund zu ernähren, ist mir sehr wichtig. Am Abend vor dem Matchtag essen ich oft Poulet mit Gemüse, vor den Spielen dann den obligaten Teller Pasta.

Gibt es sonst Einschränkungen?
In der Freizeit darf ich keine riskanten Sportarten betreiben – wegen der Verletzungsgefahr. Oft in den Ausgang zu gehen, liegt natürlich auch nicht drin.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Ich bin seit meinem 18. Lebensjahr Eishockey-Profi.

Haben Sie eine Ausbildung
absolviert?
Im vergangenen Frühling begann ich mit der Trainerausbildung. Ansonsten bisher nicht. Nach der Oberstufe an der Kunst- und Sportschule in Oerlikon konzentrierte ich mich voll auf den Sport. Längerfristig habe ich aber das Ziel, die Handelsschule zu absolvieren.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Das war die Eishockey-WM 1998 in Basel und Zürich, welche die Schweiz auf Rang 4 beendete. Ich besuchte damals mehrere Partien im Hallenstadion

Wie sind Sie zum Eishockey gekommen?
Ich bin in Urdorf gleich nebender Kunsteisbahn aufgewachsen. Eines Tages besuchte ich mit meinem Vater ein Erstligaspiel – und war sofort begeistert. Mit zweieinhalb war ich eigentlich noch zu jung für die Hockeyschule. Der Coach meinte, ich dürfte ins Training kommen, wenn es mir gelinge, eine Runde zu laufen, ohne umzufallen oder die Bande zu berühren. Dies gelang mir, nachdem ich fleissig geübt hatte.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Der war, als ich mit Visp den NLB-Meistertitel gewann (in der Saison 2013/14; Red.). Damals ging richtig die Post ab – womöglich mit ein Grund, weshalb wir anschliessend in der Ligaqualifikation gegen Biel mit 1:4 Siegen relativ klar den Kürzeren zogen.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Dass ich während meiner Zeit bei den ZSC Lions, speziell in der Meistersaison unter Bob Hartley (2011/12; Red.), nie eine echte Chance bekam. (Insgesamt bringt es Altorfer auf 13 Spiele in der NLA, zwei davon absolvierte er als Leihspieler beim EHC Biel; Red.) Ich war dem Kanadier anscheinend zu klein (Altorfer misst 174 cm). Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, weshalb er mir andere Talente vorzog.

Mit welchen Gefühlen oder Erwartungen blicken Sie dem Wiedersehen mit Ihren ehemaligen Teamkollegen des EHC Visp am Samstag entgegen?
Ich freue mich darauf und bin sehr motiviert. Auf dem Eis ist natürlich nichts mit Freundschaft, aber nach dem Spiel gibt es bestimmt Zeit, um Hallo zu sagen.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Zehn Sekunden? Ich gehe morgens ja meist «nur» ins Training. Eine Freundin habe ich auch schon. Weshalb dann also noch schön machen? (lacht)

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Gestern (am Mittwochabend, Red.) brachten sie in der Sendung «Galileo» einen Beitrag über Laurence Fink, den sogenannten «König der Wallstreet». Er ist Gründer, Vorsitzender und CEO von Blackrock, dem weltgrössten Vermögensverwalter (4,6 Billionen Dollar). Da mich die Finanzwelt sehr interessiert, würde ich gerne mit ihm tauschen.

Welche Person bewundern Sie?
Meine Eltern, speziell meine Mutter. Sie ist immer gut drauf, sehr hilfsbereit und hat stets alles bestens im Griff. Wenn ich dann selber eine Familie habe, kann ich mir an ihr orientieren.

«Als kleiner Spieler musst du dich immer doppelt beweisen.»Niki Altorfer

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Wichtig ist mir, mit meiner Freundin Zeit zu verbringen. Im Winter tue ich das am liebsten in Zermatt, wo sie herkommt. Im Sommer auf Mykonos.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Sicher mit meiner Freundin. Die Destination ist noch offen und hängt davon ab, wie lange die Saison dauert. Etwas später im Sommer fliegen wir sicher wieder nach Mykonos.

Ihr Lieblingssong?
Ich bin nicht so der Musikfan, höre einfach, was gerade so im Radio läuft respektive in den Charts ist.

Ihr Lieblingsfilm?
Am liebsten schaue ich mir Dokumentationen an. Wenn ein Film, dann ein lustiger, eine Komödie.

Ihr Lieblingsbuch?
Ich glaube, ich habe in meinem Leben erst ein Buch gelesen. Das war als Jugendlicher – und wahrscheinlich schulische Pflicht.

Ihr Lebensmotto?
Nie aufgeben! Ich spreche da aus Erfahrung. Mir fiel eigentlich nie etwas in den Schoss. Ich musste mir immer alles hart erkämpfen. Als kleiner Spieler musst du dich immer doppelt beweisen – zumindest, bis du dir einen gewissen Namen gemacht hast.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Ich habe ziemlich viele Schuhe zu Hause. (lacht) Dabei trage ich eigentlich fast immer dasselbe Paar. Aber wenn ich eben Sneaker sehe, die mir gefallen, muss ich sie kaufen. Ein weiteres Laster ist das Naschen vor dem Fernseher.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Ich kann gut zuhören. Hat ein Kollege ein Problem oder Sorgen, kann er sich jederzeit melden.

Was macht Sie glücklich?
Wenn es der Familie und der Freundin gut geht.

Was ärgert Sie?
«Falsche» Personen und unfaire Entscheide.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Ich bin ein absoluter Familienmensch. Mutter, Vater und meine beiden Schwestern bedeuten mir sehr viel, geben mir viel Halt. Wie auch meine Freundin.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Wenn es gut läuft, ich von gröberen Verletzungen verschont bleibe, spiele ich dann hoffentlich immer noch Eishockey. Auf jeden Fall hätte ich bis dann gerne eine eigene Familie gegründet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.09.2016, 10:01 Uhr

Worum gehts?

Im fünften Meisterschaftsspiel der Saison 2016/16 empfangen die SCRJ Lakers morgen Samstag den EHC Visp. «Ich erwarte einen Sieg von uns», sagt Niki Altorfer – ungeachtet dessen, dass die Oberwalliser als Vierte aktuell drei Ränge vor den Rosenstädtern liegen («Die Tabelle ist noch wenig aussagekräftig»).

Für den Flügelstürmer ist die Partie insofern speziell, als er die vergangenen vier Saisons das Visper Trikot trug. «Ich hatte eine super Zeit dort», betont Altorfer. Gewechselt sei er, weil die Lakers in naher Zukunft den Wiederaufstieg in die NLA anstreben. (su)

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