Eishockey

Gähler sichert SCRJ mit Ausflug den Startsieg

Die Rapperswil-Jona Lakers legen in der Halbfinal-Serie gegen Ajoie vor. Zu Hause setzen sich die Rosenstädter in einem hart umkämpften Spiel 2:1 durch.

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Dass er ein Verteidiger mit offensiven Qualitäten ist, war bekannt und mit ein Grund, weshalb ihn die Lakers auf diese Saison hin verpflichtet haben. Oft trat der 25-Jährige seit seinem Wechsel vom EHC Kloten an den Obersee im Angriff aber nicht in Erscheinung. Dies belegen auch seine statistischen Werte (3 Tore und 4 Assists) in den 45 Meisterschaftspartien für die St. Galler vor der gestrigen.

Das Toreschiessen verlernt hat Gähler aber nicht. Dies demonstrierte er gestern eindrücklich. Es lief die 43. Minute. Nach einem Puckgewinn in der eigenen Zone schoss Jan Vogel den Puck der Bande entlang nach vorne. Josh Primeau übernahm, leitete zur Mitte zu Gähler weiter, der viel freies Eis vor sich sah, losstürmte, den hintersten Mann der Jurassier verlud und schliesslich Goalie Elien Paupe mit einem Schlenzer contre-pied zum 2:1 bezwang. ­Zuerst sei er sich nicht sicher gewesen, ob er es bis nach vorne schaffe, so müde wie sich seine Beine nach einem langen Einsatz angefühlt hätten. «Doch es ging. Ich machte dann eine Täuschung, um zu sehen, welche Seite mir der Verteidiger anbietet, und dann zog ich einfach mal ab», beschrieb Gähler die entscheidende Szene in diesem Match.

Zufällig sei es nicht dazu gekommen. «Das ist eine von mehreren einstudierten Varianten, um aus der eigenen Zone zu kommen.» Als er Primeau an der Bande mit dem Puck gesehen habe, habe er gewusst, dass dieser eine Anspielstation in der Mitte brauche. «Ich lief los, schrie zu ihm ­rüber – und offenbar hat er mich gehört», schmunzelte Gähler.

«Heisse» Schlussphase

Gählers Treffer war der verdiente Lohn für einen Steigerungslauf der Gastgeber. In den ersten zwei, drei Minuten hatten sie zwar viel Druck erzeugt, eine Unachtsamkeit vor dem eigenen Tore genügte, damit Ajoie durch Topskorer Philip-Michael Devos vorlegen konnte (4.). Bis zur ersten Pause präsentierte sich das Geschehen auf dem Eis dann ziemlich zerfahren, im Mitteldrittel erkämpften sich die Lakers aber zusehends Vorteile und kamen während eines Powerplays verdientermassen zum Ausgleich. Offizieller Torschütze war Corsin Casutt, sein Schuss wurde jedoch noch entscheidend abgefälscht – wohl von Ajoie-Verteidiger Zaccheo Dotti.

Das Schlussdrittel verkam für die Lakers ab ihrem Führungstreffer zur reinsten Abwehrschlacht. Angeführt von ihrer Paradelinie mit den beiden Kanadiern Devos und Jonathan Hazen sowie dem omnipräsenten Konstantin Schmidt, fuhren die Jurassier Angriff um Angriff. Der Ausgleich blieb ihnen aber verwehrt – in erster Linie wegen Lakers-Keeper Melvin Nyffeler, der insgesamt 29 Schüsse parierte und mehrere sogenannte Big Saves zeigte. «Wir wissen, was wir an ihm haben», lobte Gähler, der die Schlussphase aber als gar nicht so «heiss» empfand: «Klar machte Ajoie viel Druck, doch geschwommen sind wir nie.»

Olten schafft das Break

In der anderen Halbfinal-Serie leistete sich Titelverteidiger Langenthal einen Fehlstart. Die Langenthaler unterlagen den Rivalen aus Olten mit 3:4 nach Verlängerung. MacGregor Sharp entschied mit seinem vierten Playoff-Tor nach 71:46 Minuten den Krimi.

Olten setzte sich verdientermassen durch. Die Solothurner lagen zweimal während zwölf Minuten und bis 19 Sekunden vor Schluss in Führung. Langenthal führte bloss einmal (2:1) und lediglich während drei Minuten. Jeffrey Füglister erzielte alle drei Langenthaler Tore. Zuvor hatte Füglister in den Playoffs noch nie getroffen.

Erstellt: 14.03.2018, 23:35 Uhr

Telegramm

Swiss League, Playoff-1/2-Final (best of 7), Spiel 1:

SCRJ Lakers - Ajoie 2:1 (0:1, 1:0, 1:0)
SGKB-Arena. 2585 Zuschauer. SR Müller/Ströbel, Fuchs/Duarte.
Tore: 4. Devos (Hauert, Ryser) 0:1. 30. Casutt (Ausschluss Hauert) 1:1. 43. Gähler (Primeau, Vogel) 2:1.
Strafen: 5×2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 4×2 Minuten gegen Ajoie.
Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Geyer, Profico; Sataric, Maier; Gähler, Berger; Iglesias, Schmuckli; Aulin, Knelsen, Rizzello; Brem, Lindemann, Casutt; Mosimann, Mason, Hüsler; Vogel, Ness, Primeau.
Ajoie: Paupe; Birbaum, Casserini; Ryser, Hauert; Trunz, Dotti; Maxime Montandon, Frossard, Barbero; Merola, Guidotti, Wüst.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Hügli (gesperrt), Büsser, Frei, Gurtner, Liechti, Morin, Schir und Trudel (alle überzählig); Ajoie ohne Devesvre (verletzt), Hrabec, Macquat, Krakauskas und Pouilly (alle überzählig). 3. Pfostenschuss Ness. 21. Lattenschuss Schmutz. Brem zum Ende des 1. Drittels verletzt ausgeschieden. 58:20 Time-out Ajoie, danach bis 58:37 und ab 58:59 ohne Goalie.
Schüsse: 25:30 (8:8, 14:6, 3:16).
Stand in der Serie (best of 7): 1:0.

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