Rapperswil-Jona

Fans kritisieren Sammelaktionen des Verwaltungsrats

Dilettantisch seien die Lakers bei der Geldsuche vorgegangen, werfen Fans dem Verwaltungsrat vor. Unter anderem seien Kinder auf Unterschriftenjagd gewesen.

Viele Lakers-Fans sind erstaunt darüber, mit welchen Methoden in jüngster Zeit im Stadion um Unterstützung für den Club geworben wurde.

Viele Lakers-Fans sind erstaunt darüber, mit welchen Methoden in jüngster Zeit im Stadion um Unterstützung für den Club geworben wurde. Bild: Archiv Manuela Matt

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500 000 Franken fehlen den Rapperswil-Jona Lakers noch für die geplante Kapitalerhöhung. Verwaltungsrat Sandro Ruggli äusserte sich in der ZSZ zufrieden mit dem Ergebnis. Wenig Vertständnis zeigen einige Fans auf dem Internetforum der Lakers. Die Aktenzeichnung sei schlecht kommuniziert worden, heisst es. So habe sich Ruggli dagegen ausgesprochen, die «einfachen» Fans als Unterstützer zu gewinnen. Man habe es auf grosse Geldgeber abgesehen, die dann jedoch nicht gefunden wurden.

Ein anderer Fan spricht von eher schrägen Szenen. Während eines Spiels gegen Thurgau, als die Rosenstädter schon fast aus den Playoffs ausgeschieden waren, sei er von Kindern um eine Unterschrift angegangen worden. Ein weiterer Fan bestätigt das. Mit den Worten «wänd Sie au äs Formular usfüllä?» sei er während des Spiels gefragt worden, ob er Aktien zeichnen wolle. Nörgler, welche fehlende Eishockey-Begeisterung für den Geldmangel verantwortlich machen, ernten im Forum Unverständnis.

Kleinaktionäre reichen nicht

Sandro Ruggli, Verwaltungsrat der Lakers, sagt, er könne sich nicht im Detail zu einzelnen Vorwürfen äussern. Der Verwaltungsrat sei aber positiv überrascht, wie die Sammlung verlaufen ist. «Wir sind sehr zufrieden mit der Aktion. Das Ziel ist zwar nicht erreicht, aber wir konnten eine Menge Geld sammeln», sagt er. Positiv sei, wie viele Leute Aktien gezeichnet hätten.

Doch mit den Kleinaktionären könne man einfach nicht genug Geld machen. Diese kämen zusammen gerade mal auf 200000 Franken. «Wenn jeder 40 Franken zahlt, reicht es nicht. Wir müssen an andere Geldgeber herankommen», verteidigt Ruggli das Vorgehen des Verwaltungsrats. Der Klub habe vieles getan, Werbung im Stadion, zu der man auch die Aktion mit den Kindern zählen kann, Aufrufe in den Medien und auf der Website des Klubs. Das bringe mehr, als jedem Saisonabo-Besitzer einen Brief zu schicken. Im übrigen ist der Verwaltungsrat überzeugt, das Ziel von 1,8 Millionen Franken in einem zweiten Schritt zu erreichen. «An der ausserordentlichen Generalversammlung werden wir weitersehen», sagt Sandro Ruggli.

Immer wieder nennen die Lakers-Fans den Tessiner Dorfklub Ambri-Piotta als Vorbild. Die Leventiner suchen nach der Saison häufig nach Geld. Und immer reicht es, um in der höchsten Spielklasse zu verbleiben. 1999 etwa sammelten die Fans 2,5 Millionen Franken. 2011 sogar 2,7 Millionen. Ohne Grossinvestoren wäre allerdings auch Ambri weg vom Fenster. So kamen 1999 zusätzlich 2 Millionen Franken von prominenten Spendern zusammen. Und zuletzt konnte der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris als prominenter Unterstützer gewonnen werden. Er hat vor vier Jahren 1 Million Franken gespendet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.04.2016, 15:45 Uhr

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