Rapperswil-Jona

«Erwarte ein Duell auf Augenhöhe»

Die SCRJ Lakers haben Erfahrung mit Finals. Erstmals seit 22 Jahren geht es diesmal, sprich in der Serie gegen Ajoie, aber nicht um den Ligaerhalt (im Playout- Final), sondern um einen Titel (jenen des NLB-Meisters).

Lakers-Captain Antonio Rizzello freut sich, statt gegen den Abstieg für einmal um einen Titel spielen zu können.

Lakers-Captain Antonio Rizzello freut sich, statt gegen den Abstieg für einmal um einen Titel spielen zu können. Bild: Manuela Matt

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Hervorragende Stimmung gestern bei den Lakers im Training: Die Vorfreude auf den am Sonntag in der heimischen Diners-Club-Arena beginnenden, im Modus Best of 7 ausgetragenen Playoff-Final ist riesig. Dennoch «arbeitet» die Mannschaft höchst fokussiert.

Denn mit dem HC Ajoie wartet ein harter Brocken – und ein Favoritenschreck. Die Jurassier (Fünfte in der Qualifikation) galten sowohl im Kantonsderby gegen La Chaux-de-Fonds (4.) als im Halbfinal gegen Olten (3.) als Aussenseiter, setzten sich aber in beiden Serien mit 4:2-Siegen durch. «Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe», sagt Antonio Riz­zello. Einen Favoriten gebe es in dieser Phase der Saison keinen mehr, findet der Lakers-Captain.

Wenn Druck, dann beim SCRJ

Rizzello geht davon aus, dass die Zuschauer kampfbetonte Partien mit hochgehenden Emotionen zu sehen bekommen. Ähnlich wie gegen Martigny, «jedoch spielerisch auf deutlich höherem Niveau». Eine Prognose über den Ausgang der Serie abzugeben, sei sehr schwierig. Dass Ajoie im Falle eines Triumphes nicht um den Aufstieg spielen respektive zur Ligaqualifikation gegen den Verlierer des Playout-Finals in der NLA zwischen Biel und den SCL Tigers antreten dürfte (weil es keine Lizenz beantragt hat), ist für den 31-jährigen Stürmer unwesentlich: «Beide Teams haben ein grosses Ziel vor Augen: Meister zu werden, diesen Pokal zu gewinnen.»

Dennoch dürfte der Druck bei den Lakers eine Spur grösser sein. Als Absteiger sehen sie sich grundsätzlich einer höheren Erwartungshaltung ausgesetzt. Und durch den Qualifikationssieg ist diese auch intern gestiegen. «Das ist ja nur logisch», sagt Riz­zello. Und begründet: «Hat man ein Ziel erreicht, setzt man sich doch automatisch ein neues.»

Aufstieg ja – aber wann?

Wobei: Für den Routinier, der bereits über 600 Meisterschaftsspiele für die Rosenstädter bestritten hat (damit ist er die Nummer 2 hinter Verteidiger Cyrill Geyer mit über 700), ist das neue Ziel auch das alte. Er will mit seinem Stammklub wieder in die NLA zurückkehren. «Diese Ambition hegt ja auch die Vereinsführung und war einer der Hauptgründe, weshalb ich nach dem Abstieg bei den Lakers blieb», erklärt Rizzello, der mit je sechs Toren und Assists in elf Partien erfolgreichster Skorer der St. Galler in den laufenden Playoffs ist.

Während der Captain, ja die ganze Mannschaft möglichst bald diesen Schritt machen will, hätte die Vereinsführung nichts dagegen, ein, zwei weitere Aufbaujahre in der NLB zu haben. «Wir haben aber eine Lizenz beantragt und werden sicher nicht den Goalie rausnehmen, wenn wir kurz vor dem Aufstieg stünden», betont Sportkoordinator Roger Maier.

Ganzer Fokus gilt Spiel 1

Dies ist allerdings Zukunftsmusik. «Im Moment sollte unser Fokus einzig und allein beim ersten Finalspiel liegen», hält Rizzello fest. Was sonst passieren könne, hätten sie im Viertelfinal gegen Thurgau erlebt. «Da bewegten wir uns gedanklich mehr auf der Ebene Serie – bis wir das Messer am Hals hatten.» Was danach kam, ist bekannt: Die Lakers gewannen dreimal in Folge und machten aus dem 1:3 ein 4:3.

Dieses Erlebnis war ein Schlüsselmoment. «Es schweisste uns zusammen, hat uns gestärkt», sagt Rizzello. Dies sei wohl mit ein Grund dafür gewesen, dass sie gegen Martigny einen «Sweep» (4:0 Siege) feiern konnten, obwohl sie über weite Strecken dominiert wurden. Dennoch ist für den Captain klar: Gegen die Jurassier müssen sich die Lakers steigern. «Ajoie verfügt nach den Siegen über La Chaux-de-Fonds und Olten über enorm viel Selbstvertrauen, eine sehr gefestigte Mannschaft und einen extrem gefährlichen ersten Block.»

Sich nur auf die drei Topleute (die beiden Kanadier Philip-Michael Devos und Jonathan Hazen sowie Steven Barras) zu konzentrieren, wäre aber ebenso falsch wie das eigene Spiel auf den Gegner auszurichten. «Wir müssen in erster Linie auf uns und unser Spiel schauen. Wir haben sehr viel Qualität im Kader – obwohl mit Jared Aulin momentan einer der beiden Ausländer verletzt ist –, sind etwas ausgeglichener besetzt und haben somit alles, was es braucht, um diese Finalserie erfolgreich zu gestalten.» Entscheidend sei nun aber die Umsetzung. Ab Sonntag gilt es ernst. (zsz.ch)

Erstellt: 18.03.2016, 17:53 Uhr

(Bild: Grafik ZSZ)

Der Heimkehrer

«Dieser Final ist für mich sehr speziell»

Thomas Büsser (Bild) ist einer von drei Spielern, die Ajoie auf die Playoffs hin als Verstärkung geholt hat. Die anderen zwei sind Ramón Diem (GCK Lions) und Anthony Staiger. Letzterer stammt wie Büsser vom EHC Winterthur und ist in Pruntrut sein WG-Partner. «Ich fühle mich sehr wohl im Jura», sagt Büsser, der in Jona aufgewachsen ist und wo er immer noch seinen Wohnsitz hat.

Die Stimmung im Team sei hervorragend und die ganze Region im Hockeyfieber. «In Pruntrut wird Eishockey gelebt. Ich werde auf der Strasse oft angesprochen.» Kein Wunder: Büsser hat sich im Nu in die Herzen der Fans gespielt, hat in den zwölf Playoff-Partien bereits vier Assists und ein Tor – das wichtige 2:0 beim entscheidenden 3:0 am Dienstag gegen Olten – realisiert. «Ich erhalte viel Vertrauen, bin einer der Top-4-Verteidiger», freut sich der 24-Jährige, für den nun «ein ganz spezieller Final» ansteht – weil es eine Premiere ist und es gegen seinen Heimklub geht, bei dem er, inklusive Juniorenzeit, sieben Saisons (2007–14) absolviert hat. (su)

Thomas Büsser. (Bild: Archiv ZSZ)

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