Eishockey

Ein starkes Drittel genügt SCRJ völlig

Mit einem Startfurioso lenkten die Rapperswil-Jona Lakers das Heimspiel gegen Winterthur früh in die gewünschte Bahn. Danach brachten sie den Sieg im Schongang nach Hause.

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Mehr dominieren als die Rosenstädter gestern im Startdrittel gegen Winterthur taten, geht kaum. Sie spielten phasenweise richtiggehend Katz und Maus mit den Gästen, die in der Defensive heillos überfordert waren. Bezeichnend die Situation beim zu diesem Zeitpunkt aufgrund des klaren Chancenplus bereits überfälligen 1:0 der St. Galler in der 8. Minute. SCRJ-Verteidiger Cyrill Geyer ging vor dem Winterthurer Tor völlig vergessen und bezwang Remo Oehninger nach herrlichem Pass von Corsin Casutt mit einem sehenswerten Backhand-Schuss ins hohe Eck.

Oehninger war nach einer knappen Viertelstunde Ausgangspunkt des 2:0. Zwar verhinderte er den von Leandro Profico beabsichtigten Querpass vor seinem Gehäuse durch gut mit dem Stock. Doch blieb der Puck direkt vor dem Torraum liegen, sodass Profico mühelos einschieben konnte (14.).

Knelsen mit Shorthander

Winterthur hatte bis zu diesem Zeitpunkt erst zweimal auf das Lakers-Tor geschossen, bis zur ersten Pause kam ein weiterer Abschluss hinzu, am Ende waren es im Total gerade einmal 19 Schüsse. SCRJ-Keeper Melvin Nyffeler kam also ohne viel Aufwand zu seinem sechsten Shutout im 25. Meisterschaftsspiel der laufenden Saison – in den drei bisherigen Cup-Partien verbuchte der 22-Jährige zwei weitere.

Noch besser ablesen als am klaren Schussverhältnis (20:3) liess sich die Dominanz der Lakers in den ersten 20 Minuten daran, dass sie selbst in Unterzahl das gefährlichere Team waren. Während die Eulachstädter im Powerplay Nyffeler nur einmal prüfen konnten, gelangen den Rapperswil-Jonern drei Torschüsse. Zwei gingen auf das Konto von Dion Knelsen, der bei einem Konter den selber provozierten Abpraller bei Oehninger zum 3:0 verwertete (17.).

Züge eines Testspiels

Die Entscheidung war damit längst gefallen. Die verbleibenden zwei Drittel spielten die Lakers runter wie ein Testspiel, wobei die Intensität weniger hoch war als in einem guten Training. Winterthur stellte an diesem Abend schlicht keinen ernst zu nehmenden Gegner dar ­– und sah so seinen Negativtrend der letzten Wochen fortgesetzt (10 Niederlagen in den letzten 12 Partien).

Dass die Resultaterhöhung bis weit ins Schlussdrittel hinein auf sich warten liess, lag einerseits an der etwas gar lässigen Gangart der Rosenstädter – selbst 63 Sekunden doppelte Überzahl blieben so ungenutzt. Und andererseits an Gästekeeper Oehninger, der sich mit mehreren Big Saves für den Lapsus beim zweiten Gegentor mehr als rehabilitierte.

Zwei weitere Male musste Winterthurs Schlussmann dann doch noch hinter sich greifen. Beide Treffer gelangen den St. Gallern in Überzahl – womit sie dafür sorgten, dass ihre Erfolgsquote im Powerplay nach vier ausgelassenen Möglichkeiten doch noch auf das gewohnte Niveau (rund 30 Prozent) anstieg. Als Torschützen liessen sich Profico und Michael Hügli feiern.

«Wir erwischten einen guten Start und machten heute vor allem die kleinen Dinge richtig», hielt Profico hinterher erfreut fest. So sei Winterthur gar nie ins Spiel gekommen. «Dass wir danach phasenweise nachliessen, ist menschlich, sollte aber nicht passieren und war sicher nicht Absicht.» Ein Problem war dies für die Lakers an diesem Abend nicht. Ihr 20. Saisonsieg war auch so nie infrage gestellt. Ein ganz anderer Gradmesser wartet aber am kommenden Samstag auf die Rosenstädter, wenn mit Olten ihr erster Verfolger in der Tabelle am Obersee zu Gast sein wird. (zsz.ch)

Erstellt: 05.12.2017, 23:15 Uhr

Telegramm

Swiss League

SCRJ Lakers – Winterthur 5:0 (3:0, 0:0, 2:0)

SGKB-Arena. 2486 Zuschauer. SR Kämpfer/Prugger, Ambrosetti/Fuchs.
Tore: 8. Geyer (Casutt, Brem) 1:0. 14. Profico 2:0. 17. Knelsen (Rizzello/Ausschluss Geyer!) 3:0. 49. Profico (Casutt, Sataric/Ausschluss Staiger) 4:0. 58. Hügli (Brem, Geyer/Ausschluss Jonski) 5:0.
Strafen: 3×2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 6×2 Minuten gegen Winterthur.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Gähler, Profico; Geyer, Berger; Sataric, Maier; Iglesias, Schmuckli; Hüsler, Knelsen, Aulin; Brem, Lindemann, Casutt; Mosimann, Mason, Hügli; Rizzello, Vogel, Primeau.
Winterthur: Oehninger; Blatter, Keller; Molina, Kobach; Roos, Leu; Jonski; Staiger, Lamoureux, Bozon; Ranov, Homberger, Wieser; Devaja, Wichser, Lehmann; Zahner, Theodoridis, Hartmann.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Büsser, Frei, Gurtner, Liechti, Schir und Zanzi (alle überzählig); Winterthur ohne Schärer, Zagrapan (beide verletzt) und Seifert (Kloten). 39. Pfostenschuss Brem. 43. Pfostenschuss Hügli. 60. Pfostenschuss Casutt. 44:48 Time-out Winterthur.
Schüsse: 47:19 (20:4, 14:7, 13:8).

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