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Ein Sieg wie eine Niederlage

Die Schweizer Nationalmannschaft ist in Paris mit einem 5:4-Sieg nach Penaltyschiessen gegen Aufsteiger Slowenien in die Eishockey-WM gestartet. Weil das Team von Trainer Patrick Fischer nach 18 Minuten 4:0 führte, war es eine gefühlte Niederlage.

Schwein gehabt: Coach Patrick Fischer und das Schweizer Eishockey-Nationalteam gewinnen ihr Auftaktspiel gegen Slowenien nur knapp.
Schwein gehabt: Coach Patrick Fischer und das Schweizer Eishockey-Nationalteam gewinnen ihr Auftaktspiel gegen Slowenien nur knapp.
Keystone
Damien Brunner sorgte im Penaltyschiessen für die Entscheidung.
Damien Brunner sorgte im Penaltyschiessen für die Entscheidung.
Keystone
...genauso wie Goalie Jonas Hiller. Immerhin: Sieg ist Sieg.
...genauso wie Goalie Jonas Hiller. Immerhin: Sieg ist Sieg.
Keystone
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Am Ende mussten die Schweizer gar noch froh sein, nicht ohne Punkte das Eis zu verlassen. Nachdem den Slowenen in doppelter respektive einfacher Unterzahl innerhalb von 81 Sekunden die Tore vom 2:4 (46.) zum 4:4 (56.) gelungen waren, durften sie ab der 58. Minute ein weiteres Powerplay bestreiten. In der fünfminütigen Verlängerung lagen die Vorteile zunächst ebenfalls auf Seiten der Osteuropäer, ehe in der 62. Minute der Slowene Luka Vidmar auf die Strafbank musste.

Die Schweizer brachten in diesem Powerplay aber bloss einen Torschuss zu Stande. Im Penaltyschiessen reüssierte als einziger Damien Brunner. Der einstige NHL-Stürmer, der nun für Lugano spielt, verhinderte damit zusammen mit Goalie Jonas Hiller die dritte WM-Auftaktniederlage in Serie nach Penaltyschiessen gegen einen Aufsteiger. Einen 4:0-Vorsprung gegen eine Mannschaft wie Slowenien zu verspielen, darf nicht passieren. Bis zum 2:4 von Ziga Jeglic hatten die Schweizer die Partie weitgehend im Griff. Danach verloren sie den Kopf, kassierten sie nicht weniger als vier, zum teil dumme Strafen innerhalb von knapp sechs Minuten. Das gibt zu denken. «Es ist ein Spiel, aus dem wir lernen müssen», sagte Fischer gewohnt zuversichtlich. «Wir nehmen aber auch sehr viel Gutes mit. Während 40 Minuten zeigten wir, zu was wir fähig sind. Beim Puck- und Game-Management müssen wir uns jedoch stark verbessern.»

«Fühlten uns zu sicher»

Die Schweizer müssen sich vorwerfen lassen, nach dem starken ersten Drittel nicht mehr mit der letzten Konsequenz ans Werk gegangen zu sein. Symptomatisch hierfür war das 1:4 von Jan Mursak (39.), der während eines Schweizer Powerplays einen Schuss unhaltbar zum Shorthander ablenken konnte. «Ich glaube, dass wir uns nach dem 4:0 zu sicher fühlten», erklärte Fischer.

Vor dem ersten Gegentreffer war Hiller, der den Vorzug gegenüber Leonardo Genoni erhalten hatte, während 268:02 Minuten im Nationaldress ungeschlagen geblieben. In der Folge agierte auch der einstige NHL-Keeper nicht immer stilsicher, obwohl ihm ausser beim 2:4, bei dem er den Puck zwischen den Schonern passieren liess, nicht viel vorzuwerfen ist. Ein glückloses WM-Debüt erlebte SCB-Verteidiger Ramon Untersander, der bei allen vier Gegentoren auf dem Eis stand.

Trotz der gefühlten Niederlage lässt das erste Drittel darauf hoffen, dass es für die Schweizer dennoch eine erfolgreiche WM wird. Letztmals hatten sie am 17. Dezember 1999 in einem Testspiel gegen Österreich nach 20 Minuten mit vier Treffern vorne gelegen. An Weltmeisterschaften war das zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg 1998 der Fall.

Nun gegen Norwegen

Andres Ambühl, der seine 14. Weltmeisterschaften bestreitet, brachte die Schweizer in der 11. Minute in deren ersten Powerplay in Führung. Nur zwölf Sekunden später erwischte Gaëtan Haas den nach dem ersten Drittel ausgewechselten slowenischen Keeper Gasper Kroselj in der nahen Ecke. Die Schweizer nahmen den Schwung mit. Das 3:0 (17.) und 4:0 (18.) schossen Verteidiger Romain Loeffel respektive Simon Bodenmann innerhalb von 48 Sekunden. Loeffel traf wie zuvor Haas zum ersten Mal an einer WM.

Bereits am Sonntag bietet sich den Schweizern gegen Norwegen die Gelegenheit, ihre Leistung während 60 und nicht bloss 40 Minuten abzurufen. Das wird auch nötig sein, gingen doch drei der letzten vier WM-Duelle gegen die Skandinavier verloren. «Die Spieler werden bereit sein», versprach Fischer.

(SDA)

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