Eishockey

Ein Sieg – auch für Tirkkonen

Einen Tag nach der Entlassung von Coach ­Pekka Tirkkonen siegte der EHC Kloten gegen Lugano 3:1. Roman Schlagenhauf hatte seinen Stock bei allen Treffern entscheidend im Spiel.

Die vom zweifachen Torschützen Roman Schlagenhauf angeführte zweite Linie machte den Unterschied zugunsten von Kloten.

Die vom zweifachen Torschützen Roman Schlagenhauf angeführte zweite Linie machte den Unterschied zugunsten von Kloten. Bild: Keystone

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Es war diese Konstellation, die eigentlich nichs Gutes erwarten liess: Lugano kam mit sechs Siegen in Folge und der Chance, auf Platz 1 vorzustossen, nach Kloten. Der EHC seinerseits ging mit fünf Niederlagen in Folge als abgeschlagener Tabellenletzter in den Match.

Aber oft kommt es halt nicht so, wie man denkt, oft meint halt die klar bessere Mannschaft, dass ihr 90 Prozent genügen. Und arbeitet die vermeintlich schlechtere Mannschaft so viel, dass die Überraschung gar keine ist.

Die Klotener leisteten das Ihrige, und das genügte. Sie erzielten zum zweiten Mal in dieser Saison mehr als zwei Treffer und erreichten so den dritten Saisonsieg. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Denn mit diesem Erfolg hielten sie einigermassen den Kontakt mit der Konkurrenz, die gestern auch gewann. Und sie holten sich ein Stück Selbstvertrauen zurück, das sie in ihren Niederlagenserien fast schon von Minute zu Minute verloren hatten.

Es war nicht die erste Linie, sondern die zweite, zu der Roman Schlagenhauf zusammen mit Robin Leone und Marc Marchon aufgestiegen war, die für die Tore sorgte. Schlagenhaufs 1:0 nach zehn Minuten wies den Weg, die Zuschauer erwachten, die Spieler erwachten. Und nachher gab es sogar noch ein Powerplay- und ein Unterzahltor. In der Überzahl bereitete Schlagenhauf den erstern NLA-Treffer von Verteidiger Dominik Egli vor, in der Unterzahl traf der Center mit einem Schlenzer über die Fanghand von Goalie Daniel Manzato.

«Wir haben im Powerplay Fortschritte gemacht», sagte Schlagenhauf. «Es war eine Super-Teamleistung, wir spürten eine Super-Energie. Und wir haben endlich die Tore geschossen.» Er mochte sich nicht daran erinnern, in der NLA schon einmal zwei Treffer erzielt zu haben.

«Nichts geändert»

Luca Cuntis Penaltytreffer zum 3:1 nach 35 Minuten änderte wenig am Spielgeschehen. Kloten brachte - welch seltenes Ereignis - den Match ungefährdet nach hause. Und bescherte so Niklas Gällstedt den ersten Sieg als Coach einer «Männermannschaft». In Schweden und in der Schweiz hatte er bisher nur Junioren geführt.

In den 13 gemeinsamen Monaten mit Pekka Tirkkonen sind der Schwede und der Finnen sehr gute Freunde geworden, die zusammen auch lange Wanderungen unternahmen. Deshalb war es für Gällstedt extrem schwierig, Tirkkonens Nachfolge anzutreten. «Hinter diesem Sieg steht Tirkkonen», sagte der neue Mann. «Wir haben von der Taktik her gegenüber vorher gar nichts geändert. Aber wir haben Tore geschossen, das war der Unterschied.» Es war ein Erfolg auch für Tirkkonen.

Röthelis spezielle Bilanz

Wie unter Tirkkonen coachte Gällstedt auch gestern die Verteidiger. Etwas, das sehr ungewöhnlich ist. André Rötheli, der vom Juniorenchef zum Assistenten augestiegen ist, kümmerte sich um die Stürmer. «Wir kennen uns schon von meinem ersten Jahr als Juniorencoach», erklärte Gällstedt. Er bereitete alles für die Partie vor, Rötheli spürte bei seinen Stürmern, dass eigentlich jede Linie gegen Luganos beste Leute antreten konnte. «Erst am Ende habe ich ein bisschen gecoacht, geschaut, dass einige erfahrenere Leute mehr auf dem Eis waren.»

Rötheli weist bei seinen «Abtechern» auf die Bank der ersten Mannschaft Klotens eine makellose Bilanz auf. In früheren Saisons rückte er zweimal zum Assistent von Kimmo Rintanen auf, der Felix Hollenstein als Chef vertreten musste. Einmal in einem Match in Davos, einmal in Zürich - beide Male gewann Kloten. Gestern holte Rötheli seinen dritten Sieg.

Und genau so viele - oder im Umfeld der Gegnerschaft so wenige - weist Kloten nach diesem Abend auf. Einem Abend, an dem auch wieder einmal Emotionen zu sehen waren. Ob das alles nur ein kurzes Strohfeuer war oder ein Neuanfang, der mehr bringen kann, wird sich zeigen. Am nächsten Freitag in Davos folgt der nächste Test.

Erstellt: 18.10.2017, 11:05 Uhr

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