Eishockey

Ein blamabler Auftritt

Leader Rapperswil-Jona leistete sich im Heimspiel gegen die Ticino Rockets, den abgeschlagenen Tabellenletzten, einen peinlichen Ausrutscher. Es mangelte den Rosenstädtern an Stolz, Kampfgeist und Entschlossenheit.

Die Tessiner jubeln – hier über den 1:1-Ausgleich, am Schluss über den zweiten Sieg gegen die Lakers im insgesamt siebten Direktvergleich.

Die Tessiner jubeln – hier über den 1:1-Ausgleich, am Schluss über den zweiten Sieg gegen die Lakers im insgesamt siebten Direktvergleich. Bild: Berend Stettler

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Zum wiederholten Mal nutzte SCRJ-Trainer Jeff Tomlinson eine Partie gegen ein Farmteam, um jungen Spielern und solchen, die sonst oft überzählig sind, Spielpraxis zu geben. Nicht weniger als sieben Stammspieler pausierten. Im Gegenzug kam beispielsweise der am vergangenen Donnerstag als Back-up-Goalie hinter Melvin Nyffeler verpflichtete Sascha Rochow zu seinem ersten Einsatz bei den Lakers. Sogar sein Debüt in der Swiss League erlebte der 17-jährige Elite-Junioren-Verteidiger Yves Kohli.

Obwohl ein Ausschluss gegen Letzteren zum 1:2 führte, war dessen Leistung für Tomlinson der einzige positive Aspekt am Auftritt seiner Mannschaft. «Er hat seinen Job sehr gut gemacht. Es waren andere Gründe, die zu dieser Niederlage führten», sagte der Headcoach. Zum ersten Mal überhaupt sei er von seinen Leistungsträgern «so richtig enttäuscht» gewesen. «Sie zeigten keinen Stolz und unterstützten die unerfahreneren Jungs auch nicht. Da muss ich einige ernste Gespräche führen.»

Den Gegner selber aufgebaut

Richtig mies war die Vorstellung der Lakers im Startdrittel. Viel zu verspielt seien sie da gewesen, analysierte Tomlinson, «das war fast schon peinlich». Es brauchte schon einen gröberen Patzer von Rockets-Verteidiger Isacco Dotti, damit Jan Mosimann die Rosenstädter in Führung bringen ­konnte (17.). 42 Sekunden später glich U-20-Nationalspieler Dario Rohrbach aber bereits aus. Und zwei Sekunden vor Schluss des Startabschnitts doppelte Paolo Morini – wie erwähnt während einer Strafe gegen Kohli – nach.

Im Mittelabschnitt zeigten sich die Lakers leicht verbessert, liessen ihre zahlreichen Chancen – Jeremy Morin (24./im Powerplay), Corsin Casutt (25.), Cédric Hüsler (31.), Cyrill Geyer (32./in Unterzahl) und Sven Berger (38.) kamen allesamt unbedrängt im Slot zum Abschluss – aber ungenutzt. Und je länger ihre Führung dann anhielt, desto mehr begannen die Tessiner an den Sieg zu glauben, was sie weiter beflügelte. Eine erste richtige Druckphase der Lakers zu Beginn des Schlussdrittels überstanden die Rockets dank beherztem Einsatz unbeschadet. Und als die St. Galler in der 48. Minute in der Vorwärtsbewegung an der offensiven blauen Linie die Scheibe verloren, fuhren sie einen 2-gegen-1-Konter, den Tommaso Goi mit dem 3:1 abschloss. Zwar brachte Casutt den Leader wenig später nochmals heran (49.), die überraschende Niederlage gegen den Tabellenletzten konnte in der Folge aber nicht mehr abgewendet werden.

«Wechsel hin oder her: Unsere Aufstellung war gut genug, um diese Partie zu gewinnen. Das kann und darf keine Ausrede sein», schloss Tomlinson seine schonungslos offene Matchanalyse. (zsz.ch)

Erstellt: 23.01.2018, 23:23 Uhr

Telegramm

Swiss League

SCRJ Lakers - Ticino Rockets 2:3 (1:2, 0:0, 1:1)
SGKB-Arena. 2056 Zuschauer (Saisonminusrekord). SR Kämpfer/Prugger, Burgy/Wermeille.
Tore: 17. (16:32). Mosimann 1:0. 18. (17:14) Rohrbach (Juri) 1:1. 20. (19:58) Morini (Rohrbach/Ausschluss Kohli) 1:2. 48. (47:02) Goi (Mazzolini/Strafe angezeigt) 1:3. 49. (48:50) Casutt (Morin, Profico) 2:3.
Strafen: 3×2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 1×2 Minuten gegen die Ticino Rockets.
Rapperswil-Jona Lakers: Rochow; Kohli, Berger; Geyer, Büsser; Profico, Gurtner; Gähler, Schmuckli; Morin, Aulin, Hüsler; Brem, Casutt, Frei; Primeau, Vogel, Schir; Mosimann, Mason, Hügli.
Ticino Rockets: Müller; Tosques, Zaccheo Dotti; Moor, Fontana; Kparghai, Isacco Dotti; Hrabec, Suleski; Zorin, Goi, Mazzolini; Vedova, Guidotti, Spinedi; Rohrbach, Juri, Morini; Massimino, Fuchs, Bionda.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Iglesias, Knelsen, Lindemann, Maier, Nyffeler, Rizzello, Sataric und Trudel (alle überzählig). Swiss-League-Debüt von Elite-Junior Kohli. Rapperswil-Jona ab 58:53 ohne Torhüter. 59:45 Time-out Rapperswil-Jona.
Schüsse: 33:23 (12:9, 10:8, 11:6).

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