Eishockey

Erster Dämpfer für die Lakers

Das erste Spiel zwischen dem Aufstiegsaspiranten Rapperswil-Jona und dem EHC Winterthur, einem designierten Team für die zweite Tabellenhälfte, endete mit einem 4:2-Sieg des Aussenseiters.

Überraschender Aussenseiter-Sieg bei der Lakers-Heimpremiere: Der EHC Winterthur schlug den SCRJ mit einer souveränen Leistung.
Video: Simon Grässle

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Uns fehlte der Respekt vor dem Gegner und der Respekt vor dem Eishockey», kritisierte Rapperswil-Jona-Trainer Jeff Tomlinson seine Mannschaft nach der für viele unerwarteten Niederlage seines Teams. Nicht überrascht war dagegen Tomlinson: « Mir hat schon das letzte Testspiel gegen Ravensburg und der Match am Freitag gegen Thurgau nicht gefallen. Wir waren einfach überheblich. Auf der anderen Seite fasste EHCW-Coach Michel Zeiter das Geschehen so zusammen: «Wir haben ein überragendes erstes Drittel gespielt, ein stabiles zweites und im dritten Abschnitt haben wir aufopfernd gekämpft.»

Und wenn die eine Mannschaft leidenschaftlicher spielt als die andere, und welche von beiden das war, war bis in die hintersten Ränge auf der Tribüne jedem klar, dann ist es auch korrekt, dass diese das Eis als Sieger verlässt. Keiner der 2850 Zuschauer im Stadion dürfte jedenfalls der Meinung gewesen sein, der Sieg der Winterthurer sei nicht verdient gewesen.

Doppelschlag im Mitteldrittel

Diesen leitete der Gast im zweiten Drittel ein, als er durch Anton Ranov und Jan Zwissler 2:0 in Führung ging. Fast schon gelaufen schien die Partie, als der vorprellende Verteidiger Patrick Blatter auf 3:0 erhöhte. Ausgerechnet Blatter dachten die meisten im Stadion, der Mann, der von den SCRJ Lakers zu Winterthur gewechselt hatte, und der nicht unbedingt für seine offensiven Qualitäten gerühmt wird. Die Entscheidung war das freilich noch nicht. Nur wenig später fassten die Winterthurer zweimal hintereinander eine Strafe, und zweimal nutzten sie die Lakers aus: Steve Mason und Michael Hügli verkürzten innert 60 Sekunden auf 2:3. Der Favorit war wieder nahe dran und es waren noch gut acht Minuten zu spielen.

Match kippte nicht

Es war das Verdienst der Winterthurer, dass sie den Match in diesen Minuten nicht vollends kippen liessen. Trainer Zeiter nahm sofort sein Timeout, und seine Mannschaft fand sich wieder zur ruhigen und selbstsicheren Defensivleistung, die sie schon in den 50 Minuten davor ausgezeichnet hatte. Die Lakers konnten den Schwung nicht ausnützen, eine richtig klare Chance zum Ausgleich gewährte ihnen Winterthur nicht. Mit Anthony Staigers Schuss zum 4:2 ins leere Tor war dann endgültig alles klar. Auch an diesem Tor war ein Spieler beteiligt, der im Sommer die Seiten gewechselt hatte: Jorden Gähler, der drei Saisons in Winterthur gespielt hatte, verlor die Scheibe an der blauen Linie an seinen ehemaligen Teamkollegen Staiger.

Die Winterthurer spielten genau so, wie man es in dieser Saison von ihnen erwarten kann: Sie machten hinten dicht und versuchten die Räume mit schnellen Gegenstössen zu nutzen. «Winterthur hat ein gutes Team, das jeden schlagen kann», lobte SCRJ-Coach Tomlinson. «Sie bauten eine Mauer vor ihrem Tor auf. Das ist nicht schön, aber sie haben gewonnen.»

Plötzlich Leader, aber …

Zeiter auf der anderen Seite freute sich vor über eine «grosse Mannschaftsleistung». Er liess sein Team mit vier Blöcken durchspielen, es blieb auch nichts anderes übrig, um dem hohen Druck, den Rapperswil-Jona in den letzten zehn Minuten entwickelte, standzuhalten. Aber es gab auch keinen Grund, jemanden draussen zu lassen. Insbesondere überzeugten auch die Jungspunde aus Kloten. Patrick Zahner hatte am Freitag das 2:1 gegen die GCK Lions erzielt, Zwissler liess am Samstag das 2:0 gegen die Lakers folgen. Und so sind die Winterthurer im Moment das einzige Team der Swiss League, das sechs Punkte auf dem Konto hat. Sie grüssen also von der Tabellenspitze. Allerdings wissen sie ganz genau, dass das nichts zu bedeuten hat. Zudem hatte der süsse Sieg für den EHCW auch einen Wermutstropfen: Der Slowake Marek Zagrapan verletzte sich im Mitteldrittel in einem Zweikampf und konnte nicht zu Ende spielen. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

Revanche im Cup

Von Rapperswil-Jona dagegen wird eine deutliche Steigerung erwartet. Zwar gilt auch für die St. Galler: Die Meisterschaft wird nicht im September entschieden. Man muss auch sagen, dass sie in ihren ersten beiden NLB-Jahren gegen schwächere Teams immer wieder mal mit etwas zuviel Nonchalance zu Werke gegangen sind, in den Playoffs dann aber doch parat waren. Aber Coach Tomlinson kündigte an: «Am Dienstag werden wir uns deutlich steigern.» Und der Gegner der Lakers heisst dann … EHC Winterthur. Im Sechzehntelfinal des Schweizer Cups stehen sich die beiden Teams in Winterthur schon wieder gegenüber. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.09.2017, 00:44 Uhr

Telegramm

SCRJ Lakers – EHC Winterthur 2:4 (0:0, 0:2, 2:2 )
SGKB-Arena. – 2850 Zuschauer. – SR Boverio, Fuchs/Küng. – Tore: 27. Ranov (Wieser, Blatter) 0:1. 30. Zwissler (Theodoridis) 0:2. 50. (49:20) Blatter (Hartmann, Wichser) 0:3. 51. (50:49) Mason (Hügli, Geyer/Ausschluss Keller) 1:3. 52. (51:49) Hügli (Geyer/Ausschluss Schärer) 2:3. 59. Staiger (ins leere Tor) 2:4. – Strafen: 7x2 gegen die Lakers, 8x2 gegen den EHCW. – Lakers: Nyffeler; Schmuckli, Geyer; Maier, Sataric; Gähler, Berger; Profico, Iglesias; Casutt, Lindemann, Aulin; Rizzello, Vogel, Primeau; Brem, Knelsen, Hègli; Hüsler, Mason, Mosimann. – EHCW: Oehninger; Kobach, Molina; Keller, Blatter; Leu, Egli; Roos; Wieser, Homberger, Ranov; Kevin Bozon, Zagrapan, Staiger; Hartmann, Wichser, Defaja; Zahner, Theodoridis, Zwissler; Schärer. – Bemerkungen: Lakers ohne Büsser, Liechti, Gurtner, Zanzi, Schir (überzählig). 51:49 Timeout EHCW. 58:33 Timeout Lakers. Lakers von 57:56 bis 58:04 sowie von 58:32 bis zum Schluss ohne Torhüter. Zagrapan im zweiten Drittel verletzt ausgeschieden.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!