Eishockey

«Die Vorfreude ist riesig»

Rapperswil-Jona winkt heute die Chance, mit einem Heimsieg über Ligakonkurrent Ajoie in den Cupfinal einzuziehen, wo der Gegner dann Biel oder Davos heissen würde.

Für SCRJ-Keeper Melvin Nyffeler ist der heutige Cup-Halbfinal umso spezieller, als bei Gegner Ajoie sein Bruder Dominic im Kasten steht.

Für SCRJ-Keeper Melvin Nyffeler ist der heutige Cup-Halbfinal umso spezieller, als bei Gegner Ajoie sein Bruder Dominic im Kasten steht. Bild: Keystone

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Nach Papierform gehen die Lakers zweifellos als Favorit ins heutige Duell der beiden Swiss-League-Vertreter – die übrigens bereits Historisches geschafft haben, war es doch zuvor noch nie einem zweitklassigen Klub gelungen, im Cup bis in den Halb­final vorzustossen. Die Rosenstädter führen die Meisterschaft mit elf Zählern Vorsprung an (während Ajoie mit 19 Punkten Rückstand Rang 4 bekleidet) und haben auch die beiden letzten Direktvergleiche (4:1/4:2) gewonnen, sodass der Nimbus der Jurassier als Angstgegner der Lakers der Vergangenheit angehört.

SCRJ-Verteidiger Jorden Gähler pflichtet dieser Einschätzung grundsätzlich bei, sagt aber zugleich: «Das wird das bisher schwierigste Spiel dieser Saison – und zwar genau wegen der Favoritenrolle.» Gegen die oberklassigen Teams von Lugano (3:0) und Zug (5:1) hätten sie nichts zu verlieren gehabt, befreit aufspielen können. «Nun erwarten alle, dass wir gewinnen», erklärt der einzige Spieler überhaupt, der noch die Chance hat, den Cuptitel aus dem Vorjahr erfolgreich zu verteidigen (damals holte Gähler mit Kloten die Trophäe).

Weckruf zur richtigen Zeit?

Zuversichtlich, dass der Final-Einzug gelingt, ist der 24-jährige Abwehrspieler dennoch: «Wir zeigen bisher eine super Saison, haben vier ausgeglichene Blöcke und uns sehr viel Selbstvertrauen erarbeitet.» Dass die Hauptprobe am Dienstag in der Meisterschaft mit einer 5:6-Pleite gegen Thurgau in die Hose ging (Ajoie setzte sich währenddessen in La Chaux-de-Fonds mit 3:2 durch), werfe das Team deshalb nicht aus der Bahn.

Corsin Casutt, der mit Kloten im Cup 2015 im Final (1:3 gegen Bern) und 2016 im Halbfinal (3:4 gegen Lausanne) stand, sieht es genauso, kann der erst sechsten Saisonniederlage (bei 33 Partien) sogar etwas Positives abgewinnen: «In den Spielen davor ginges vielleicht fast etwas zu leicht. Manchmal braucht es dann so einen Weckruf, um wieder mit letzter Konsequenz ans Werkzu gehen.» Bisher sei ihnen inder nächsten Partie stets eine Re­aktion geglückt, er sei überzeugt, dass dies auch diesmal gelinge und sie den nächsten Schritt gehen könnten. «Wichtig wird sein, dass wir wieder geradliniger spielen, weniger Scheibenverluste produzieren», betont der 33-jährige Stürmer.

Nyffelers Extraschicht

Letzteres wird nicht zuletzt Goalie Melvin Nyffeler mehr als recht sein, der am Dienstag so viele Gegentreffer wie nie zuvor in der laufenden Saison hinnehmen musste und sich deshalb zu einer Extraschicht «gezwungen» sah. «Es war zwar kein faules Ei dabei, doch ich war irgendwie nie ins Spiel gekommen und hatte hinterher ein schlechtes Gefühl.» Um dieses schnellstmöglich wieder loszuwerden, kehrte der 23-Jährige kurz nach Spielschluss mit Goalie-Trainer Tom Schlegel, dem Vater von ZSC-Keeper Ni­klas, für eine rund 30-minütige Trainingseinheit aufs Eis zurück. «Nun fühle ich mich bereit – und die Vorfreude ist riesig.» Es werde bestimmt wieder eine geniale Stimmung geben (laut dem SCRJ wird das Stadion nahezu ausverkauft sein), und er hoffe natürlich auf einen Sieg.

Von der Favoritenrolle wollte Melvin Nyffeler aber partout nichts wissen. «Es verleitet dazu, die Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen», begründet er. Und dies wäre völlig unangebracht, auch wenn ihnen diesmal kein Oberklassiger gegenüberstehe. Ajoie sei nicht weniger stark, habe im Cup mit Lausanne (4:2), den ZSC Lions (5:4 n. P.) und den SCL Tigers (4:3 n. V.) sogar noch einen National-League-Klub mehr eliminiert als die Lakers. «Das zeugt von enormer Qualität – nicht zuletzt auf der Goalie-Position», schlägt Melvin Nyffeler zum Schluss noch schmunzelnd den Bogen zum Duell mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Dominic, der seit dieser Saison bei den Jurassiern (in den allermeisten Fällen) das Tor hütet. Ein Nyffeler geht also heute sicher als Sieger vom Eis, doch welcher? «Die Chancen stehen 50:50», befindet Melvin. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.01.2018, 11:27 Uhr

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