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Die Kanadier sorgen für ein Tor-Spektakel

Nach KalPa Kuopio sichert sich am Spengler-Cup auch das Team Canada den direkten Halbfinal-Einzug. Die Nordamerikaner besiegen die Nürnberg Ice Tigers 6:2.

Das Team Canada feiert im Spiel gegen die Ice Tigers Nürnberg einen Treffer nach dem anderen: Hier klatscht Daniel Winnik nach seinem Torerfolg bei den Teamkollegen ab.
Das Team Canada feiert im Spiel gegen die Ice Tigers Nürnberg einen Treffer nach dem anderen: Hier klatscht Daniel Winnik nach seinem Torerfolg bei den Teamkollegen ab.
Melanie Duchene, Keystone
Während die Nordamerikaner gleich sechsmal treffen, wobei Dante Fabbro (l.) in der 3. Minute das Skore eröffnet.
Während die Nordamerikaner gleich sechsmal treffen, wobei Dante Fabbro (l.) in der 3. Minute das Skore eröffnet.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Während dem Spiel sorgt Maskottchen Hitsch für Stimmung.
Während dem Spiel sorgt Maskottchen Hitsch für Stimmung.
Melanie Duchene, Keystone
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Die kleine Hoffnung des HC Davos, das Pensum in der «Gruppe Cattini» doch noch auf Platz 1 zu beenden, löste sich zu Beginn des zweiten Abschnitts in Luft auf. Mit einem 2:1-Sieg hätten die Ice Tigers die Bündner trotz dessen Startniederlage gegen das Team Canada (1:2) zum Gruppensieger machen können.

Nach 21 Minuten glich Patrick Reimer, einer der drei Olympia-Silbermedaillengewinner im Team Nürnbergs, für die Deutschen zum 1:1 aus. 240 Sekunden später brachte Daniel Winnik die Kanadier aber bereits wieder in Führung. Danach stürmten die «Canadiens» mit 21:4 Schüssen im zweiten Abschnitt zu einem mehr als vorentscheidenden 5:1 auf und davon. Zum 6:1-Schlussresultat steuerte der erst 20-jährige Verteidiger Dante Fabbro, eine Nachwuchshoffnung der Nashville Predators, als einziger zwei Tore bei.

Die Viertelfinalpaarungen vom Samstag lauten Metallurg Magnitogorsk gegen Nürnberg Ice Tigers (um 15.10 Uhr) und HC Davos gegen Ocelari Trinec (20.15 Uhr).

So wenig Tore wie noch nie

Obwohl den Davoser ein weiterer Ruhetag verwehrt blieb, präsentiert sich die Ausgangslage für die letzten Spengler-Cup-Tage interessant. Seit der Einführung des neuen Modus mit sechs Teams erreichte der HCD immer die Halbfinals. Wenn diese Serie auch unter Coach Harijs Witolinsch gegen den Leader der tschechischen Meisterschaft (der in den ersten zwei Turnierspielen bloss zwei Tore erzielte) nicht reisst, treffen die Davoser im Halbfinal nicht auf Kanada und auch nicht auf Metallurg Magnitogorsk, die beiden Topfavoriten, sondern auf die Finnen aus Kuopio, die in ihrer Landesmeisterschaft ebenso unbefriedigend unterwegs sind wie der HCD in der National League.

Der kanadische Kantersieg im letzten Gruppenspiel beschönigte die Vorrunden-Torbilanz. Noch nie fielen am Spengler-Cup weniger Tore. In den ersten fünf Turnierpartien resultierten bloss 13 Tore plus 2 Penaltyschiessen. Dank des kanadischen 6:2-Erfolges fiel mit total 23 Toren in sechs Turnierspielen nur ein Treffer weniger als 2014, als die Stürmer ebenfalls Ladehemmung gehabt und die Goalies dem Event den Stempel aufgedrückt hatten. Zum Vergleich: Der Torrekord nach sechs Partien steht am Spengler Cup bei 47 Toren.

Ambri-Goalie liess sich nicht bezwingen

In der Partie am Nachmittag setzte sich KalPa Kuopio mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen Metallurg Magnitogorsk durch. So sicherte sich der finnische Vertreter überraschend den Sieg in der Gruppe Torriani. Ambris Goalie Daniel Manzato kam mit 18 Paraden zum Shutout und trug seinen Teil zum Halbfinal-Einzug bei.

Ein 0:0 nach 60 Minuten: Das hatte es am Spengler-Cup lange nicht mehr gegeben, seit der Einführung des Finalspiels 1986 nie mehr. Am Silvestervormittag 1980 reichte Spartak Moskau ein 0:0 gegen Vitkovice zum Spengler-Cup-Sieg. Drei Jahre vorher wurde die Partie der Schweizer Nationalmannschaft gegen AIK Stockholm wegen Schneefalls abgebrochen, danach ganz abgesagt und mit 0:0 gewertet.

Jokinen sorgte für die Entscheidung

Aussenseiter Kuopio verdiente sich den Sieg. Die Finnen erwiesen sich als besseres Team (27:18 Torschüsse), liessen aber oftmals den direkten Zug aufs Tor vermissen oder agierten im Slot vor dem Tor etwas gar verspielt. Eine dieser schönen Kombinationen führte aber in der 63. Minute (62:47) zum Siegtor durch Captain Tommi Jokinen.

Nicht nur wegen der torlosen regulären Spielzeit bot die Partie Besonderes: Bei Metallurg stürmten Vater Dennis Platonow (37) und Sohn Juri Platonow (18) in der gleichen Angriffsformation. Zum ersten Mal in der fast 100-jährigen Geschichte des Spengler-Cups standen Vater und Sohn gemeinsam in einem Team auf dem Eis. KalPa Kuopio schaffte dieses Kunststück vor vier Jahren in der finnischen Meisterschaft aber ebenfalls: Damals stürmte Sami Kapanen, jetzt Clubbesitzer und Trainer bei KalPa, mit seinem Sohn Kasperi Kapanen (spielt derzeit bei Toronto in der NHL) in einer Linie.

Spengler-Cup, Spieltelegramme vom 28. Dezember 2018

Team Canada - Nürnberg Ice Tigers 6:2 (1:0, 4:1, 1:1)

6300 Zuschauer (ausverkauft).–Tore: 3. Fabbro (Moore, Conrad) 1:0. 21. (20:52) Reimer (Pföderl, Dupuis/Ausschluss DiDomenico) 1:1. 25. Winnik (Wiercioch, Mitchell) 2:1. 32. Ebbett (D'Agostini, DiDomenico) 3:1. 34. Dalpe (Winnik) 4:1. 38. Knelsen (Lapierre, Moore) 5:1. 43. Fabbro (Lapierre) 6:1. 58. Mieszkowski (Brown) 6:2.–Strafen: 5x2 Minuten gegen Team Canada, 4x2 Minuten gegen Nürnberg Ice Tigers.

Metallurg Magnitogorsk - KalPa Kuopio 0:1 n.V. 5509 Zuschauer.–Tor: 63. (62:47) Jokinen (Rissanen, Leskinen) 0:1.–Strafen: je 3x2 Minuten.

SDA/ddu

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