Eishockey

Der Anfang ist gemacht

Nach gut einem Drittel der Qualifikation sehen sich die Rapperswil-Jona Lakers (1.) und GCK Lions (7.) in der Swiss League im Soll. Der Weg zum Ziel sei aber noch lang, betonen beide Klubs.

Die SCRJ Lakers haben in dieser Saison bisher sehr häufig Grund zum Jubeln – sie dominieren die Liga und stehen im Cup-Viertelfinal.

Die SCRJ Lakers haben in dieser Saison bisher sehr häufig Grund zum Jubeln – sie dominieren die Liga und stehen im Cup-Viertelfinal. Bild: Tom Oswald

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Die Rosenstädter haben die Lehren aus den letzten beiden Saisons gezogen und die richtigen Massnahmen ergriffen. So macht es momentan jedenfalls den Anschein. Die punktuellen Veränderungen im Team zeigen Wirkung, ebenso das unschweizerisch klar formulierte, ambitionierte Ziel (Aufstieg). Letzteres erhöht den Fokus, die Motivation. Dies lässt sich an der Erfolgsausbeute ablesen (14 Siege aus 17 Partien, inklusive Cup, wo zuerst Winterthur 2:0 und dann Lugano 3:0 bezwungen wurden, sogar 16 aus 19) und fast noch mehr daran, dass auf einen schwächeren Auftritt nie ein zweiter folgte.

Dies hat Auswirkungen auf die Stellung der Lakers innerhalb der Liga. Während sie vor Jahresfrist zum Zeitpunkt der ersten internationalen Länderspielpause mit zehn Zählern Rückstand auf Leader (und nachmaligen Meister) Lan­gen­thal nur auf Rang 4 lagen, zieren sie nun die Tabellenspitze. Und zwar mit einem beachtlichen Polster von acht Punkten auf den ersten Verfolger Olten.

Viel Gutes ...

«Vieles stimmt momentan; wir befinden uns insgesamt auf einem guten Weg», bilanziert SCRJ-Trainer Jeff Tomlinson denn auch. Als besonders posi­tive Beispiele nennt der Deutsch­kanadier, der in seiner dritten Saison bei den Lakers steht, die Special Teams und das Defensivverhalten generell. Sowohl im Penalty­killing (96%) wie auch im Powerplay (30%) markiert der SCRJ die Ligaspitze, ebenso was die Anzahl Gegentreffer pro Spiel angeht. Der Schnitt sank von 2,6 auf 1,7 – wobei die Torproduktion der St. Galler unverändert blieb (3,7/Spiel).

Als Hauptgründe für die Steigerung sieht Tomlinson das bessere Spielermaterial, aber auch Fortschritte im taktischen Bereich. «Wir haben hinten und vorne mehr Qualität im Team, aber auch mehr Kämpfer­typen.» Die Konsequenz: mehr Puck­besitz, weniger Puckverluste im Spielaufbau («und wenn wir doch einmal einen verlieren, haben wir nun einen klareren Plan, was zu tun ist») und mehr gewonnene Zweikämpfe. «Zudem war Melvin Nyffeler diesmal von Anfang an dabei», ergänzt der Headcoach. Und der Keeper sei nun stärker denn je – weil noch fitter und noch mehr aufs Eishockey fokussiert. Die Statistiken unterstreichen dies: Mit einer Abwehr­quote von knapp 94 Prozent und vier Shut­outs (zwei weitere gelangen im Cup) ist der 22-Jährige die klare Nummer 1 der Liga.

… aber auch einige Baustellen

Wie schon Tomlinsons einlei­tende Aussage offenbarte, gibt es bei den Rosenstädtern durchaus auch Baustellen oder positiver formuliert: Luft nach oben – was den Trainer bezüglich «dem langen Weg, den wir noch zu gehen haben» eher freut als ärgert. «Bei 5-gegen-5 müssen wir in der Offen­sive effizienter werden», nennt Tomlinson einen ersten Punkt. Da fehle es noch oft an Zielstrebigkeit und auch an Kaltschnäuzigkeit. Ein zweiter: «Ich wünsche mir einen noch intensiveren Konkurrenzkampf im Team.»

Da die Lakers ihr Kader verbreitert haben und sich immer noch in der glücklichen Lage sehen, ­keine Verletzten aufzuweisen, sind pro Match sechs Spieler über­zählig – bis auf zwei fast immer dieselben, «weil die anderen unser Spielkonzept noch zu wenig gut begriffen haben», begründet Tomlinson, der in der nächsten Phase der Meisterschaft gerne mehr wechseln würde und auch einmal den beiden jungen Ersatztorhütern Kevin Liechti und Beat Trudel eine Chance geben will. «Einerseits haben die zwei sich das verdient; sie machen einen super Job. Andererseits müssen wir auch ausprobieren, ob sie auf diesem Niveau bestehen können und mit der Situation respektive dem Druck umgehen, als Nummer 1 in ein Spiel zu steigen.»

Frischer Wind tut Lions gut

Unverkennbar besser bestehen in der in Swiss League umgetauften National League B als in den vergangenen Spielzeiten können die GCK Lions. Grossen Verdienst ­dar­an haben laut Sportchef ­Patrick Hager Headcoach Leo Schumacher, der im Sommer (nach sechs Saisons) den nun bei Visp tätigen Matti Ala­talo ablöste, und Assistenztrainer Michael Lini­ger. Der frische, teils etwas rauere Wind tue den Spielern gut und sei auch nötig, «denn zuletzt waren wir zu sehr Wohlfühl­oase», begründet Hager. Ein zweiter Faktor dafür, dass die Junglöwen nun dort stehen, wo sie auch zum Ende der Qualifikation sein wollen, nämlich auf einem Playoff-Rang, sind die beiden Ausländer. Ryan Hayes und Pascal Pelletier bringen es je auf rund 1,3 Skorerpunkte pro Partie. Vergangene Saison hatten die GCK Lions gänzlich auf Söldner verzichtet.

Auch Hager kann insgesamt festhalten: «Die Richtung stimmt, aber es bleibt noch viel Arbeit.» Speziell zuversichtlich stimmen ihn die Einstellung und die Moral der Akteure. «Mehrfach gelang es ihnen, einen Match nach einem Zweitorerückstand noch zu drehen. Das finde ich bemer­kenswert für so ein junges Team.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.11.2017, 08:01 Uhr

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