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Das Spitzenspiel war eine gar einseitige Sache

Die ZSC Lions schossen ausgerechnet in einem Spitzenspiel so viel Tore wie noch nie zuvor in dieser Saison: Mit dem 7:1 über Zug reisen sie heute als Leader nach Lausanne.

ZSC-Topskorer Robert Nilsson (vorne) lässt dem Zuger Keeper Tobias Stephan beim 4:1 keine Abwehrchance.
ZSC-Topskorer Robert Nilsson (vorne) lässt dem Zuger Keeper Tobias Stephan beim 4:1 keine Abwehrchance.
Keystone

Zug scheint die Zürcher anzustacheln und zu inspirieren. 6:4 hatten sie in dieser Saison einmal in der Arena des EVZ gewonnen. Gestern stand am Ende einesunerwartet einseitigen Spitzenspiels ein 7:1 zugunsten der Lions. Das war nichts anderes als der bisher höchste Saisonsieg. Die 5:1 über Biel und Genf hatten diesbezüglich Bestmarke bedeutet.Mit dieser klaren Angelegenheit stellten die Zürcher auch ein wichtiges Detail klar: Sollten sie am Ende der Qualifikation mit den Zugern punktgleich sein, dann sind sie vor ihnen klassiert. 8 Punkte holten sie aus den Direktbegegnungen, 4 nur blieben für Zug.

So kurz vor Halbzeit der Partie hatte man das Gefühl, dass dieser «Spitzenkampf» doch noch seiner Bezeichnung gerecht werden könnte. David McIntyre verkürzte im zweiten Zuger Powerplay auf 2:1. Niemand hätte da gedacht, dass dieses Tor das einzige des EVZ bleiben würde. Die Zen­tralschweizer bekamen gar noch die Chance zum Ausgleich durch ein weiteres Überzahlspiel, aber sie nützten es nicht. Und nachdem Morris Trachsler eine grosse Chance vergeben hatte, eilten die Zuger erleichtert zum Wechseln – aber verloren gleichzeitig die Scheibe. Dominik Diem, an der U20-WM einer der wichtigeren Schweizer Spieler, nützte das zum 3:1. Es war sein erstes Saisontor, aber nicht sein erstes für die ZSC Lions. 34 Sekunden später hiess es 4:1, die Frage nach dem Sieger war geklärt.

Drei Powerplaytore

Dieses 4:1 von Robert Nilsson war das erste von insgesamt drei Powerplaytoren für die Zürcher. Dass sie in Überzahl dermassen effizient sein würden, hatte nach den letzten paar Spielen wirklich niemand erwarten dürfen. Aber der ZSC spielte gestern so, wie man ihn in dieser Saison zu selten gesehen hat. Oder mit den Worten von Chris Baltisberger: «Wir zeigten ein anderes Gesicht als zuletzt, eines, das wir mehr zeigen sollten.» Der zweifache Torschütze meinte das direkte und geradlinige Spiel Richtung gegnerisches Tor. «Wir haben in der Defensive keine Fehler begangen, und im Angriff brachten wir sehr viele Schüsse aufs Tor.» Dass die gefährlicher als auch schon waren, hatte durchaus mit Baltisberger zu tun. Er kam im Powerplay wieder zum Einsatz und stellte sich dorthin, wo er dem Team am meisten helfen kann: vors Tor. So erzielte er das 5:1(Ablenker eines Rundblad-Schusses). Das 7:1 war dann fast zu einfach, da waren die Zuger nicht mehr richtig dabei.

Eine Powerplay-Auswertung von 50 Prozent hat nicht jede Mannschaft, auch die Lions werden das nicht jeden Tag oder Abend haben. Aber dass das ausgerechnet gegen Zug, das in Unterzahl eigentlich beste Team, möglich war, zeigt auf, wie unterschiedlich gut die beiden Mannschaften gestern unterwegs waren.

Drei Kranke? Kein Problem

Die Lions mussten gestern nicht nur auf den verletzten Verteidiger Severin Blindenbacher verzichten, es meldeten sich auch noch andere Stammspieler ab: Ryan Shannon, Roman Wick und Patrice Herzog fehlten krankheitshalber.

Für einmal hinterliessen sie keine Lücken. Diem und Mattia Hinterkircher von den GCK Lions halfen hervorragend aus. «Sie brachten Tempo mit», wie Coach Hans Wallson lobte. Er sah «eine sehr gute Mannschaftsleistung und eine sehr hohe Effizienz. Die war das Ergebnis der vielen guten Schüsse.» Und des guten Abends von Robert Nilsson.

Ein anderer spielte erneut hervorragend: Niklas Schlegel. Er ist momentan in sehr guter Form. «Er verdient es, zu spielen», wie Wallson sagt. Flüeler sei die Nummer 1, aber man wolle auch auf der Goalieposition einen Konkurrenzkampf. Schlegel stand bei den letzten fünf Siegen der Zürcher im Einsatz, Flüeler bei zwei Niederlagen.

Und der EVZ? Er begann, als wäre er gar nicht da. Verteidiger Robin Grossmann leitete mit einem kapitalen Fehlzuspiel vors eigene Tor die Niederlage ein. Raphael Diaz, der ehemalige NHL-Verteidiger, sah zweimal von der Strafbank her zu, wie Zürich traf. Goalie Tobias Stephan blieb nicht fehlerlos.

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