Eishockey

Casutt beendet Serie in der Overtime

Die Rapperswil-Jona Lakers haben sich ohne Umweg für den Playoff-Halbfinal qualifiziert. Wie im dritten Spiel machte die EVZ Academy ihnen aber auch im vierten das Leben enorm schwer. Erneut gelang den Rosenstädtern der Siegtreffer erst in der Verlängerung.

Der Matchwinner: Hier scheitert Corsin Casutt (Zweiter von rechts) noch an Academy-Keeper Noël Bader, in der 79. Minute gelingt ihm dann aber der 2:1-Siegtreffer für die Lakers.

Der Matchwinner: Hier scheitert Corsin Casutt (Zweiter von rechts) noch an Academy-Keeper Noël Bader, in der 79. Minute gelingt ihm dann aber der 2:1-Siegtreffer für die Lakers. Bild: Silvano Umberg

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Am Freitagabend war es Leandro Profico mit dem Treffer zum 4:3 in der zweiten Minute der zweiten Overtime gewesen, der dafür besorgt war, dass die Lakers am Ende die Früchte ihrer Arbeit ernten konnten. Gestern zeichnete Corsin Casutt dafür verantwortlich. Der 33-jährige Stürmer lenkte in der 79. Minute einen Schuss von Verteidiger Sven Berger unhaltbar für Academy-Keeper Noël Bader ab.

Es war der 62. Torschuss der St. Galler (die Zuger verzeichneten deren 27). «Das war unser bestes Spiel in diesem Playoff», hielt SCRJ-Trainer Jeff Tomlinson denn auch hinterher fest. «Wir haben sie an die Wand gespielt.»

Dass es trotz dieser klaren Dominanz wieder so eng wurde – und natürlich viel knapper als in den ersten beiden Partien, welche die Lakers 7:0 und 6:1 gewonnen hatten –, lag daran, dass sich die Zuger im Verlauf ihrer ersten Playoff-Serie enorm steigerten. «Zum Schluss spielten sie ‹endlich› Eishockey, sprich ihre läuferischen und technischen Fähigkeiten aus. Zudem verteidigten sie ihr Tor viel besser.»

Letzteres war einer der Hauptgründe, weshalb sich die Rosenstädter so schwer damit taten, zu skoren. Sie hatten viele Chancen, aber selten eine zweite – weil die Zuger die Abpraller kontrollierten. Ein anderer Grund war Goalie Bader, der einen sensationellen Abend einzog. Es brauchte schon diesen heimtückischen Ablenker von Casutt und einen verdeckten Distanzschuss von Verteidiger Florian Schmuckli (27. / zur 1:0-Führung), um den 22-Jährigen zu bezwingen.

Willkommene Pause

Der 1:1-Ausgleich fiel während eines Powerplays der Gastgeber, nach einer schnellen Passfolge durch Academy-Topskorer Sandro Forrer, auf dessen Konto somit drei der vier Zuger Einschüsse in dieser Viertelfinalserie gingen. «Trotz dieses Gegentors war ich diesmal viel zufriedener mit unserem Boxplay», betonte Tomlinson. Was dem Lakers-Headcoach ebenfalls besser gefiel als noch am Freitag, war der Fokus. Waren die St. Galler damals zwischenzeitlich noch nervös geworden und fahrig in ihren Aktionen, zogen sie ihr Spiel diesmal konsequent durch.

Der Lohn: Der Qualifikationssieger steht als einziges Team bereits als Halbfinalist fest und hat nun neun Tage Pause. «Ich bin froh um diese Zeit. Die letzten zwei Spiele waren intensiv», gestand Tomlinson. Letzteres empfand er aber nicht als Nachteil, sondern Bereicherung. «Dass sie uns zum Schluss derart gefordert haben, ist für uns für den weiteren Verlauf des Playoff eine wertvolle Erfahrung.»

Thurgaus spektakuläre Wende

Auch in den anderen drei Swiss-League-Stadien kam es an diesem vierten Spieltag der Playoff-Viertelfinals zur Overtime. Die spektakulärste Wende erlebten die 1684 Zuschauer in Weinfelden. Der favorisierte EHC Olten (3. der Qualifikation) führte beim HC Thurgau (6.) bis 205 Sekunden vor Schluss 5:2. Innerhalb von 85 Sekunden realisierten Andri Spiller (2) und Patrick Parati dann aber den Ausgleich. Und in der Overtime gelang Eric Arnold mit dem zweiten persönlichen Treffer im Spiel das 6:5-Siegtor (69.) . Die «Leuen» stellten damit die Best-of-7-Serie auf 2:2.

Nach vier Partien unentschieden steht es auch zwischen Visp und Titelhalter Langenthal. Die Walliser kamen in der 57. Minute durch Andy Furrer unmittelbar nach Ablauf einer Langenthaler Strafe zum späten 3:3-Ausgleich. In der Verlängerung schoss der 20-jährige Leiv Fogstad Vold – ein norwegischer Junioren-Nationalspieler mit Schweizer Lizenz und Leihspieler des SC Bern – die Visper zum Sieg.

Spannend machte es auch Ajoie gegen La Chaux-de-Fonds. Die Ajoulots siegten nach einem 0:2-Rückstand dank drei Verteidigertoren mit 3:2 nach Verlängerung. Captain Jordane Hauert realisierte in doppelter Überzahl den 2:2-Ausgleich erst 52 Sekunden vor der Schlusssirene. Die Verlängerung beendete nach 72:07 Minuten Zaccheo Dotti. Ajoie, das in der Qualifikation sieben von neun Partien gegen La Chaux-de-Fonds verloren hat, fehlt bloss noch ein weiterer Sieg zur Halbfinalqualifikation. (zsz.ch)

Erstellt: 04.03.2018, 22:20 Uhr

Telegramm

Swiss League, Playoff-Viertelfinal (best of 7), Spiel 4:

EVZ Academy - SCRJ Lakers 1:2 n.V. (0:0, 1:1, 0:0, 0:1)
Bossard-Arena. 1012 Zuschauer. SR Oggier/Tscherrig, Duarte/Kehrli.
Tore: 27. Schmuck­li (Hüsler) 0:1. 33. Forrer (Rondahl/Ausschluss Hügli) 1:1. 79. Casutt (Berger, Ness) 1:2.
Strafen: 2×2 Minuten gegen die EVZ Academy, 5×2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers.
EVZ Academy: Bader (31:36–31:43 Wehrli); Fohrler, Stadler; Wüthrich, Maurer; Oejdemark, Elsener; Stampfli; Haberstich, Forrer, Eugster; Leuenberger, Rondahl, Oehen; Arnold, Kläy, Volejnicek; Lust, Döpfner.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Geyer, Profico; Sataric, Maier; Gähler, Berger; Iglesias, Schmuckli; Aulin, Knelsen, Rizzello; Brem, Ness, Casutt; Hügli, Mason, Mosimann; Hüsler, Vogel, Primeau.
Bemerkungen: EVZ Academy ohne Haussener (verletzt), Aeschlimann, Holden (beide 1. Mannschaft), Auriemma, Hollenstein, Schleiss und Zehnder; Rapperswil-Jona Lakers ohne Lindemann (verletzt), Büsser, Frei, Gurtner, Liechti, Morin, Schir und Trudel (alle überzählig). 58. Mosimann verletzt ausgeschieden. 59:18 Time-out EVZ Academy.
Schüsse: 27:62 (5:12, 10:24, 5:15, 7:11).
Schlussstand in der Serie (best of 7): 0:4.

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