Eishockey

Auf Lakers wartet «heisser Tanz»

Ein klarer Favorit lässt sich für die am Freitag beginnende Meisterschaft in der zweithöchsten Liga nicht ausmachen. Die Rapperswil-Jona Lakers zählen sicher zur Spitze, die GCK Lions hingegen dürften sich mit Thurgau um den letzten Playoff-Platz streiten.

Am 10. September beginnt für den SC Rapperswil-Jona Lakers die Eishockeysaison. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die ZSZ war bei einem Training dabei. Video: Silvano Umberg, Fabian Röthlisberger

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Mit Olten, Visp, Ajoie, La Chaux-de-Fonds, Red Ice Martigny, Langenthal und den Rapperswil-Jona Lakers haben sieben Mannschaften ein Aufstiegsgesuch für die National League A eingereicht. Diese sieben Teams sollten auch problemlos die Playoffs erreichen. Die Differenz zu den übrigen fünf Equipen, unter ihnen die neu aufgenommenen Farmteams EVZ Academy und HCB ­Ticino Rockets, ist auf dem Papier ziemlich gross.

Der Kampf um die Toppositionen für die Playoffs verspricht spannend zu werden. Es gibt keine Übermannschaft. Gerade auch die vergangene Saison hat gezeigt, dass vieles möglich ist. So wurde Ajoie völlig überraschend zum zweiten Mal nach 1992 NLB-Meister, nachdem es die Regular Season im 5. Rang beendet hatte. Weil die Jurassier vor einem Jahr jedoch kein Aufstiegsgesuch eingereicht hatten, entfiel die Ligaqualifikation.

Eine Wiederholung des Coups ist nur schwer vorstellbar. Insbesondere der Abgang des zurückgetretenen Kultstürmers Steven Barras stellt für Ajoie einen herben Verlust dar. Der 33-Jährige verbuchte in der vergangenen Saison in 59 Spielen 36 Tore und 38 Assists. Mit Stanislav Horansky (Biel) und Dario Kummer (Langenthal) musste das in Pruntrut stationierte Team auch seinen zweit- und drittbesten Schweizer Skorer abgeben. Immerhin blieben die Kanadier Philip-Michaël Devos und Jonathan Hazen, die produktivsten Spieler der letzten NLB-Saison

Lakers wollen in den Final

Gross sind die Ambitionen bei den Rapperswil-Jona Lakers, die in diesem Frühjahr erst im Final scheiterten. Dort will der Qualifikationssieger der abgelaufenen Saison erneut hin. Es muss sich jedoch zeigen, wie gut die ­Abgänge von Topskorer Raphael Kuonen (SCL Tigers) und Roman Schlagenhauf (Kloten) kompensiert werden können. Diesbezüglich ruhen grosse Hoffnungen auf Corsin Casutt, der von Kloten in die Rosenstadt gewechselt hat. Der 31-jährige Flügelstürmer verfügt über die Erfahrung von 714 NLA-Partien (129 Tore / 128 Assists). Zudem sind dank der Verpflichtung des Kanadiers Dion Knelsen (als Ersatz für Andrew Clark) mehr Punkte von den Ausländern zu erwarten.

Mit diesem Kader kämpft der SC Rapperswil-Jona Lakers um den Aufstieg in die NLA. Bilder: Lakers Sport AG

Die Resultate in der Vorbereitung waren allerdings alles andere als aufbauend, auch wenn am Samstag mit Ingolstadt (4:3) ein Teilnehmer der Champions Hockey League bezwungen wurde. Es seien zwar Fortschritte zu erkennen gewesen, «doch wir stehen ehrlich gesagt nicht dort, wo wir sein wollten», gesteht Trainer Jeff Tomlinson. Der Integrationsprozess der zehn Zuzüge benötigt mehr Zeit als erhofft.

Es gilt aber auch anzumerken, dass die Trainingsplanung heuer darauf ausgelegt wurde, im Frühling in Bestform zu sein. Dies widerspiegelt sich auch in finanzieller Hinsicht. Das Budget wurde bisher nicht voll ausgeschöpft, um in der entscheidenden Phase der Meisterschaft noch Handlungsspielraum zu haben – und nicht mehr wie letzte Saison fast mit dem letzten Aufgebot und nur einem Ausländer antreten zu müssen.

Konkurrenz hat aufgerüstet

Während die Lakers auf dem Papier eher schwächer besetzt zu sein scheinen – sicher haben sie an Robustheit eingebüsst –, haben sich die schärfsten Konkurrenten mächtig verstärkt. Als Transfersieger darf zweifellos Red Ice Martigny bezeichnet werden. Im Team der Walliser stehen gleich zwölf neue Spieler, wovon mehrere in der NLB eine gute Rolle einnehmen können. Alain Birbaum (Ambri-Piotta), Frédéric Iglesias (Genf-Servette), Simon Fischer (Lausanne) und Tristan Vauclair (Fribourg-Gottéron) kamen in der vergangenen Saison regelmässig in der NLA zum Einsatz. Zu den Zuzügen gehört auch Andrej Krutow, der aus Russland in die Schweiz zurückkehrt. An der Bande steht neu Matjaz Kopitar, der Vater von NHL-Superstar Anze Kopitar (Los Angeles Kings).

Neben Red Ice scheinen auch Olten, La Chaux-de-Fonds und Visp an Qualität gewonnen zu ­haben. Und Langenthal ist, sofern es seinem Topsturm mit Brent Kelly, Jeff Campbell und Stefan Tschannen läuft, sowieso alles zuzutrauen.

GCK setzt auf Routiniers

Hinter den erwähnten sieben Teams dürfte es um den letzten Playoff-Platz zu einem Zweikampf zwischen Hockey Thurgau, dem Qualifikations-Achten der vergangenen Saison, und den GCK Lions kommen. Letztere erhoffen sich nicht zuletzt wegen eines neuen Konzepts den erstmaligen Einzug in die K.-o.-Phase seit der Saison 2012/13. Statt auf Ausländer, die mehr Richtung NLA und Champions Hockey League schielen, setzt man beim Farmteam der ZSC Lions nun auf Schweizer Routiniers, die mit Herzblut bei der Sache sind.

Diese vier Routiniers sollen die GCK Lions in die Playoffs führen:  (von links) Tim Ulmann , Patrick Sidler, Marc Geiger und Michael Liniger. Bild: zvg

Mit dem 30-jährigen Patrick Sidler (von Ambri-Piotta) und dem ein Jahr jüngeren Marc Geiger (Visp) stiessen zwei Verteidiger hinzu, die ihre Ausbildung bei den Zürchern genossen haben. Dazu kommt mit Michael Liniger (36) ein langjähriger NLA-Stürmer (zuletzt neun Jahre bei Kloten). Zusammen mit dem bisherigen Captain Tim Ulmann (28) sollen diese drei die jungen Spieler führen und auf ihrem Weg unterstützen (die Ausbildung und Weiterentwicklung junger Talente bleibt das Hauptziel der GCK Lions). Zudem sollen sie die Verteidigung stabilisieren und dem Angriffsspiel entscheidende Impulse verleihen.

Von den beiden Liganeulingen, beide wie die GCK Lions Farmteams, sind die Ticino Rockets stärker einzuschätzen. Sie dürften sich mit Winterthur, dem Schlusslicht der abgelaufenen Saison, um den vorletzten Platz streiten, während die EVZ Academy, mit einem Durchschnittsalter von nicht einmal 21 Jahren das jüngste Team, wohl das Tabellenende zieren wird. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.09.2016, 11:07 Uhr

Video

SCRJ Lakers Trainer Jeff Tomlinson im Interview mit Medienchef René Schmid über den Stand der Vorbereitung. Quelle: Youtube/Lakers

Wissenswertes zur NLB

Die 12 Teams
HC Ajoie (Meister/5. der Qualifikation)
HC Biasca Ticino Rockets (neu)
HC La Chaux-de-Fonds (Viertelfinal/4.)
GCK Lions (9.)
SC Langenthal (Viertelfinal/2.)
EHC Olten (Halbfinal/3.)
SC Rapperswil-Jona Lakers (Final/1.)
HC Red Ice Martigny (Halbfinal/7.)
Hockey Thurgau (Viertelfinal/8.)
EHC Visp (Viertelfinal/6.)
EHC Winterthur (10.)
Hockey Academy Zug (neu)

Der Modus
Die Qualifikation umfasst 48 Runden – bestehend aus 4 Vollrunden (= 44 Spiele) plus 4 Runden mit Gegnern aus den Dreiergruppen (West: Red Ice, La Chaux-de-Fonds, Ajoie. Mitte: Visp, Langenthal, Olten. Ost: Thurgau, Winterthur, SCRJ Lakers. Farm: Ticino Rockets, EVZ Academy, GCK Lions). Danach spielen die besten acht Equipen in den Playoffs um den NLB-Meistertitel (best of 7). Für die Teams auf den Plätzen 9 bis 12 ist die Saison zu Ende (kein Absteiger). Die Playoff-Partien ergeben sich aus der Schlussrangliste (1.–8., 2.–7., 3.–6., 4.–5.). Der NLB-Meister nimmt an der Ligaqualifikation gegen den Verlierer des Playout-Finals der NLA teil.

Die Aufstiegskandidaten
Sieben Vereine haben fristgerecht ein Aufstiegsgesuch für die NLA eingereicht. Es sind dies: Olten, Visp, Ajoie, La Chaux-de-Fonds, Red Ice Martigny, Langenthal und die Rapperswil-Jona Lakers.

Overtime 3 gegen 3
Die maximal fünf Minuten dauernden Verlängerungen der Qualifikation werden mit nur noch je drei Feldspielern bestritten. Bei Strafen wird mit vier gegen drei oder fünf gegen drei gespielt. Fallen keine Tore, gibt es ein Penaltyschiessen. In den Playoffs sowie der Ligaqualifikation folgt wie bisher zunächst eine maximal 20-minütige Overtime mit je fünf Feldspielern, und danach, sofern noch keine Entscheidung gefallen ist, dasselbe Prozedere wie in der Qualifikation.

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