International

Zwei Schweizer Top-Ten-Verteidiger

Roman Josi hat bei Nashville den viel gerühmten Shea Weber überholt, Mark Streit zeigte auch als 37-Jähriger seine Klasse in der NHL. Ein Blick durch die Ligen von Nashville über Växjö und Ingolstadt bis Kasan.

Roman Josi hat in dieser Saison selbst den prominenten Nashville-Verteidiger Shea Weber überholt.

Roman Josi hat in dieser Saison selbst den prominenten Nashville-Verteidiger Shea Weber überholt. Bild: Keystone

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Erik Karlsson, Ottawas Schwede, ist die klare Nummer 1 in der Skorerliste der NHL-Verteidiger. 66 Punkte totalisierte der erst 25-jährige Captain der Senators, der bei den Olympischen Spielen in Sotschi in nur gerade sechs Partien acht Skorerpunkte erzielte und fast alle Stürmer hinter sich liess. Nur elf Punkte weniger als Karlsson hat Roman Josi als fünftbester Defensivmann der Liga auf seinem Konto. 15 Tore und 40 Assists. Sein Verteidigerkollege Shea Weber stellte im letzten Jahr mit 56 Punkten die Nashville-Bestmarke auf. Aber Josi ist der erste Predators-Verteidiger, der auf 40 Assists kommt.

«Er wird kontinuierlich besser», lobt Weber seinen Kollegen, mit dem er ab Mittwoch im Playoff gegen Chicago antritt. «Und man darf nie vergessen, wie jung er ist.» 24 Jahre – und vor zwei Jahren schon war er MVP der WM in Schweden. Josi belegt in der teaminternen Skorerliste Rang 3 hinter Filip Forsberg und Mike Ribeiro – und steht in einer andern ganz zuoberst in der NHL: Mit +24 weist er die beste Bilanz aller Verteidiger bei numerischem Gleichstand auf.

Der zweite Schweizer Verteidiger unter den Top Ten der NHL ist Mark Streit auf Rang 9. Für Philadelphia kam der 37-Jährige auf 52 Punkte (9 Tore). Auch bei den Flyers liegen nur zwei Stürmer (Jakob Voracek und Claude Giroux) in der teaminternen Liste vor dem Routinier.

Als erster Schweizer Stürmer eine beachtenswerte Position belegt nach der Qualifikation Nino Niederreiter. Mit seinen 24 Toren ist er die Nummer 57 unter den Schützen, Bester in dieser Disziplin war Washingtons Alexander Oweschkin mit 53 Einschüssen.

Kurz nach Abschluss der 82 Runden gab es die ersten NHL-Personalentscheide. Und natürlich wurde vor allem dort gehandelt, wo die Ergebnisse nicht begeistern konnten. In Toronto und Buffalo zum Beispiel. Bei den ­Maple Leafs blieb kaum ein Stein auf dem andern. General Manager Dave Nonis und Interimscoach Peter Horachek sind nicht die Einzigen, die gehen müssen. Auch zwei Assistenztrainer, der Scouting-Direktor, der Verantwortliche für die Spielerentwicklung und sogar der Goaliecoach wurden entlassen.

In Buffalo gibt es keine Zukunft mehr für Ted Nolan. Die Sabres steigerten sich im Vergleich zur letzten Saison um zwei Punkte, waren aber noch immer das schlechteste Team der Liga. Nolan, der auch als Nationaltrainer Lettlands gearbeitet hat, wurde im November 2013 als Interimscoach angestellt, 2014 mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet.

Es gibt noch Lakers, die Erfolg haben

Die Rapperswil-Jona Lakers sind in die NLB abgestiegen, die Handballer der Lakers Stäfa kämpfen gegen die Relegation. Und in der NBA stehen die Los Angeles Lakers im Westen auf dem zweitletzten Platz. Es gibt aber noch Lakers, die Erfolg haben: die Lakers aus Växjö zum Beispiel. Sie spielen nämlich in Schweden nicht nur zum ersten Mal überhaupt um den Eishockeytitel, sie haben sogar den ersten Finalmatch gegen den haushohen Favoriten Skelleftea gewonnen (2:1).

Mit dem Finalvorstoss schrieb die Mannschaft aus der südschwedischen Stadt Växjö, die zwischen zwei Seen liegt, eine (fast) einmalige Geschichte. 2008 wurde der Konkurs in letzter Minute abgewendet. Es folgte drei Jahre später der Aufstieg in die höchste Division. Auch dank Martin Gerber im Tor hielten sich die Lakers 2011/12 in der Liga, die damals Eliteserien hiess, heute aber als SHL geführt wird. Als Nummer 3 der Qualifikation eliminierte Växjö in den Playoffs zuerst Örebro, dann Västra Frölunda.

Die Lakers aus Växjö bringen mit ihrem Finalvorstoss frischen Wind in die Liga, die sich mit ihrer Erweiterung auf 14 Mannschaften an weitere neue Namen gewöhnen muss. Der Karlskrona HK tritt erstmals überhaupt in der höchsten schwedischen Division auf, Rögle und Malmö sind Rückkehrer. Arg erwischte es den Traditionsverein Södertälje, bei dem Anders Eldebrink gross geworden ist. Der SSK verschwand in der Anonymität der dritthöchsten Liga.

In welcher Liga und in welchem Land Radek Hamr, der ehemalige Klotener Verteidiger, in Zukunft arbeiten wird, ist noch offen. Auf jeden Fall wurde sein Vertrag als Assistenztrainer beim Färjestads BK nicht verlängert.

Als Larry Huras durch die Kabine schrie

In der grossen SAP-Arena zu Mannheim griff Ingolstadts ­Torhüter Timo Pielmeier in der Verlängerung daneben, die Titelverteidiger verloren das erste ­Finalspiel gegen die Adler 1:2. Im heimischen «Stadiönli», das hochtrabend Saturn-Arena heisst, aber nur gerade 4815 Zuschauer fasst, schlug der ERC mit einem 5:2-Sieg zurück. «Brandon Buck Superstar», schrie laut Augenzeugen Trainer Larry Huras durch die Kabine. Ingolstadts Top­sko­rer traf zweimal gegen die Adler, und der ehemalige Davoser Petr Taticek erzielte seinen zweiten Treffer in der Serie. Ingolstadt war letzte Saison überraschend von Rang 9 zum Titel gestürmt. Huras, der in der Schweiz schon fast bei jedem Klub unter Vertrag war, übernahm und führte das Team erneut in den Final. Nach der Saison aber dürfte er sich nach Schweden begeben.

Zwei Marathon-Halbfinals in der SM-Liiga

Finnlands Eishockey erlebte gestern einen grossen Tag: Zum ersten Mal in der Geschichte der SM-Liiga gingen beide Halbfinal­serien über sieben Partien. Der grossen Spannung zum Trotz spielen dennoch die Nummern 1 und 2 der Qualifikation um den Pokal: Kärpät aus Oulu und Tappara aus Tampere. Beide gewannen ihr siebtes Spiel 4:2. Kärpät gegen Jyväskylä, Tappara gegen Lukko Rauma. Oulu ist der Titelverteidiger, Tappara, zuletzt 2003 Meister, steht zum dritten Mal in Folge im Final.

Bykow hat bereits den halben Weg hinter sich

Slawa Bykow ist mit dem SKA St. Petersburg in ein Hoch geraten, das seinem Verein und damit natürlich auch dem ehemaligen Gottéron-Stürmer Einmaliges bescheren könnte. St. Petersburg kehrte aus den zwei ersten Finalspielen der KHL um den Gagarin-Cup mit einer 2:0-Führung aus Kasan zurück. Das erste Spiel gewannen die St. Petersburger 4:2, das zweite 1:0. Das Hoch von SKA St. Petersburg begann nach drei Partien der Halbfinalserie gegen den ZSKA Moskau. Aus dem 0:3-Rückstand machten die «ewigen Verlierer» ein 4:3, sie haben nach dem grössten Comeback im russischen Klubeishockey nun sechs Partien in Folge gewonnen. Bykow, der AK Bars Kasan schon einmal zum Titel geführt hat, wäre der erste Trainer in der KHL-Geschichte, der mit zwei verschiedenen Teams den Pokal holt. Und all die Geldgeber von St. Petersburg, die Jahr für Jahr Millionen investieren, könnten sich endlich einmal über eine Trophäe freuen. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 14.04.2015, 08:54 Uhr

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