Rapperswil-Jona

Lakers mit eineinhalb Beinen in der NLB

Die Rapperswil-Jona Lakers stehen eine Niederlage vor dem Abstieg aus der National League A: Sie verloren zuletzt zweimal 3:4 nach Verlängerung und liegen gegen die SCL Tigers in der ­Ligaqualifikation 0:3 hinten.

In der dritten Partie setzte es für die Lakers (links Marco Pedretti) die dritte Niederlage ab. Die SCL Tigers (Deny Bärtschi) stehen vor der Rückkehr ins Oberhaus. (Bild: Keystone)

In der dritten Partie setzte es für die Lakers (links Marco Pedretti) die dritte Niederlage ab. Die SCL Tigers (Deny Bärtschi) stehen vor der Rückkehr ins Oberhaus. (Bild: Keystone)

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Am Obersee wurde ein halbes Jahr lang gepröbelt, das Kader mehrfach aufgewertet – und unablässig wiederholt (bis zur Verinnerlichung dieses Mantras): Wenn es ernst gilt, sind wir bereit. Es war ein Trugschluss, der Schalter liess sich nicht so plötzlich umkippen. Nach der verlorenen Playoff-Serie gegen Ambri-Piotta liegen die Lakers gegen den B-Meister aus Langnau 0:3 im Hintertreffen.

Nach der 2:4-Auftaktniederlage wurde Anders Eldebrink seines Traineramtes enthoben. Sein bisheriger Assistent Michel Zeiter übernahm. Doch trotz einer verbesserten Leistung blieb der Erfolg aus. Hauptgrund waren am Ostersamstag die neun Zweiminutenstrafen. Die Gegentore zwei und drei fielen in Unterzahl, und dem entscheidenden 3:4 in der 67. Minute war ein Puckverlust von Johan Fransson vorausgegangen. Patrick Blatter konnte die Torgefahr nur mit einem Foul stoppen. Den folgenden Penalty knallte Top­sko­rer Chris DiDomenico in die Maschen.

Mehr Spielkultur

Langnau störte auch gestern mit einem konsequenten Zwei-Mann-Forechecking den Aufbau der Lakers empfindlich. Diese kämpften sich zwar häufig bis zum Gästetor vor und beschäftigten Damiano Ciaccio des Öfteren. Im Gegensatz zum stilsichereren Tim Wolf auf der anderen Seite liess der Tigers-Hüter die meisten Schüsse abprallen. Davon konnten die Lakers aber nicht profitieren. Erst ein Gegenstoss brachte ihnen die Führung. Mikael Johanssons Pass vollendete Antonio Rizzello, der Ciaccio aus wenigen Metern mit einem Beinschuss erwischte (17.).

Als zu Beginn des zweiten Drittels Patrick Obrist zum zweiten Mal auf die Strafbank musste, drängte Langnau auf den Ausgleich. Wolf hielt aber allen Versuchen stand, auch als Fransson einen Puck an der offensiven blauen Linie nicht unter Kontrolle brachte und Claudio Moggi alleine losziehen konnte (26.).

Die dritte Strafe gegen die Lakers sollte jedoch Folgen haben: Yves Müller traf in der 28. Minute zum 1:1-Ausgleich. Das Heimteam war geschockt, und Zusammenhängendes wollte kaum mehr gelingen. Langnau zeigte weiter mehr Spielkultur. Beim Pfostenschuss von Sandro Moggi fehlten nur Zentimeter (34.). Und eine Minute später leistete sich Wolf, dem zuvor und danach mancher Big Save gelungen war, einen fatalen Fehlgriff. Einen ungefährlichen Weitschuss Müllers liess er aus dem Handschuh ins Tor gleiten. Es kam für Langnau noch besser. Ein Angriff über die ganze Eisfläche vollstreckte Tobias Bucher vier Sekunden vor der zweiten Pause zum 3:1. Es war der verdiente Lohn für die inspirierter auftretenden Emmentaler – und bitter für die St. Galler, die nach dem 1:1 nachliessen. Soloaktionen prägten nun deren Spiel.

Ausgleich und Niederlage

Letztlich führten jedoch zwei Überzahlsi­tua­tio­nen zum Ausgleich. Dan Weisskopf verkürzte auf 2:3 (56.), und 21 Sekunden vor Schluss, nachdem Goalie Ivars Punnenovs, der ab der 41. Minute das Tor hütete, seinen Posten kurz zuvor verlassen hatte, gelang Johansson der 3:3-Ausgleich. Die Verlängerung hatte für die Lakers eigentlich gut begonnen. Sie hatten mehr vom Spiel, doch das entscheidende 4:3 erzielten die Langnauer. Cyrill Geyer und Fransson liessen sich nach einem Steilpass von DiDomenico in die Ecke locken, dessen Querpass versenkte der frei stehende Anton Gustafsson im Tor.

Zeiter hält sich an Strohhalm

Trainer Zeiter, der von den Klubverantwortlichen den Auftrag erhalten hatte, nach dem Spiel mit den Medienvertretern zu sprechen, will nicht aufgeben: «Es besteht immer noch eine reelle Chance, die Serie zu drehen. Daran glauben wir. Es wird nun sehr schwer, dessen sind wir uns bewusst.» Zeiter weiter: «Wir hatten das Momentum zweimal auf unserer Seite, aber wir haben es beide Male nicht genutzt. Im Sport gibt es Wunder, ein solches brauchen wir. Wir halten uns an diesen Strohhalm.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.04.2015, 08:07 Uhr

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