Rapperswil-Jona

Keine positiven Ausrufezeichen

Nach der 3:6-Heimniederlage Rapperswil-Jonas gegen Ambri-Piotta ist klar: Ambri ist erneut gerettet, die Lakers müssen in die Ligaqualifikation. Ob ­Anders Eldebrink das Team führt, wird sich weisen.

Inti Pestoni narrte die Lakers-Defensive noch und noch, auch Goalie Tiim Wolf zog einmal den Kürzeren.

Inti Pestoni narrte die Lakers-Defensive noch und noch, auch Goalie Tiim Wolf zog einmal den Kürzeren. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Lakers stehen vor der schwierigsten Herausforderung der Klubgeschichte. Bislang konnte Rapperswil-Jona immer den Kopf aus der Schlinge ziehen und die Ligaqualifikation abwenden. Diesmal nicht. «Es wird steinhart», ist sich Sportchef Harry Rogenmoser bewusst. Nach der kapitalen 3:6-Niederlage stand ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. «Natürlich hinterfragt man jetzt alles – auch die eigene Person», sagte er. Doch in der aktuellen Si­tua­tion sei das der falsche Ansatz. «Ich bin aber hier, um dem Klub zu helfen und nicht um davonzulaufen», betonte Ro­genmoser. Die Frage von Journalisten, ob die Lakers mit Anders Eldebrink an der Bande in die ­Ligaqualifikation steigen, wollte er indes nicht beantworten. Ebenso, wann dies entschieden wird. «Die Klubführung tagt in den nächsten Tagen», verriet Rogenmoser zumindest. «Jetzt braucht es Mut und Kraft!» Hinter dieses Statement kommen mehrere Ausrufezeichen.

«Wir müssen vorwärtsdenken», lautet seine Durchhalte­parole mit dem Verweis, dass die Mannschaft im Playout-Final nicht immer nur schlechte Auftritte gezeigt habe. «Ambri war ­effizienter, that’s it», begründete Stürmer Raphael Kuonen knapp, weshalb die Lakers die Serie 2:4 verloren. Trainer Eldebrink habe nach Spielschluss in der Kabine wenig gesagt, ausser dass wir uns erholen und vergessen sollen, was war. Das Team müsse positiv in die Ligaqualifikation steigen, obwohl diese sicher schwierig werde, ergänzte Kuonen. Das wird sie garantiert!

Wie weiter?

Laut Rogenmoser wurde der NLB-Final mitverfolgt, und man werde sich nun noch intensiver mit dem Gegner befassen. Wie bereiten sich die Spieler auf die Schlacht um den Ligaerhalt vor? «Wir werden Ideen haben müssen», antwortete der Sportchef. Welche dann umgesetzt werden sollen, entscheide er «zusammen mit anderen Leuten». Oder vielleicht gar in Eigenregie – dahinter steht ein grosses Fragezeichen.

Fest steht: Jemand muss nun ein Ausrufezeichen setzen; wer auch immer. Denn der B-Meister wird im Gegensatz zu Rapperswil-Jona vor Selbstvertrauen strotzen. Hier folgen ebenfalls meh­rere Ausrufezeichen.

Negative Defensive

Am Samstag setzten die Lakers anfänglich zwar ein positives Ausrufezeichen – so wie am Donnerstag in der Valascia bis zum Siegtreffer in der Verlängerung. Für den gesperrten Top­sko­rer Nicklas Danielsson spielte Verteidiger Derrick Walser. Marco Pedretti erzielte nach einem herrlichen Doppelpass mit Kuonen bereits nach 70 Sekunden das 1:0. Mikael Johansson konnte gar erhöhen (11.), weil Lakers-Goalie Tim Wolf bis dahin die Ambri-Angriffe abwehrte. Hinter seine Leistungen im Playout-Final kann ein Fragezeichen gesetzt werden. Die Serie verlor Rapperswil-Jona aber hauptsächlich wegen aller negativen Ausrufezeichen in der Defensive. Am Samstag kamen wieder einige dazu. Der gröbste Schnitzer unterlief Joël Fröhlicher, wor­auf Lauper die Chance zum Anschlusstreffer nutzte (13.). Danach setzte Eldebrink den offenbar überforderten Verteidiger nicht mehr ein.

Die Lakers konnten Inti Pestoni kaum in Schach halten. Auch am Samstag leistete der Wirbelwind bei zwei Treffern – dem 3:2 (30. Birbaum) nach O’Byrnes abgelenktem Ausgleichstreffer und dem 4:2 durch Aucoin (50.) – hervorragende Vorarbeit und «tanzte» sich immer wieder durch. Und zerstörte nur 64 Sekunden nach Eric Walskys Anschlusstreffer (4:3) mit seinem 5:3 die Lakers-Hoffnungen auf eine Wende der Partie und ein siebtes Spiel noch ganz. Beim fünften Gegentor brachte Walser die Scheibe nicht weg. Im Angriff setzte Rapperswil-Jona zwar erneut Akzente, doch Johan Fransson und Niklas Persson verpassten im Schlussdrittel in Überzahl (45.) den Ausgleich. Von den Schweden wurde in der gesamten Serie mehr Effizienz erwartet. Powerplays liessen allgemein zu wünschen übrig, am Samstag blieben vier ungenutzt. Schwer tat sich Rapperswil-Jona auch wieder mit Strafen. Zwei im Mittelabschnitt (33./36.) verunmöglichten eine Reaktion auf das 2:3, und weshalb Eldebrink vor der letzten (57.) kein Time-out und Wolf nicht aus dem Tor nahm, löste Fragezeichen aus.

Hürlimanns Aus(rufezeichen)

Den Anfang vom Ende der Serie hatten die Lakers mit dem 0:4 in Spiel 4 zu Hause gemacht, welches die Schwächen besonders aufzeigte. Dahinter bleiben nebst Ausrufe- auch viele Fragezeichen stehen, obwohl das Team zwischenzeitlich aufgestanden war. Ambri wäre kein unschlagbarer Gegner gewesen; im Gegenteil. Ein negatives Ausrufezeichen war am Samstag auch das Ausscheiden von Stefan Hürlimann. Der Center stürzte im letzten Drittel unglücklich und erlitt dabei eine Knieverletzung.

Diese bedeutet für den 30-Jährigen laut Rogenmoser wohl Saisonende. Rapperswil-Jona fehlt in der Ligaqualifikation somit eine wichtige Leaderfigur. Hürlimann, der nach Olten wechselt, hat oft mitgeholfen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Sein Out ist sym­pto­ma­tisch für den Ausgang der Serie und kam einem weiteren Schlag ins Gesicht der Lakers gleich. Können sie diesen nicht verarbeiten und ab Donnerstag positive Ausrufezeichen setzen, könnten noch grössere negative folgen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.03.2015, 08:15 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!