Rapperswil-Jona

Heimschlappe zum Auftakt – Michel Zeiter übernimmt das Ruder

Mit einer 2:4-Heimniederlage hat Rapperswil-Jona in der NLA-Ligaqualifikation gegen die SCL Tigers den Heimvorteil bereits im ersten Spiel abgegeben. Als Reaktion auf die schwache Leistung ist Headcoach Anders Eldebrink durch den bisherigen Assistenten Michel Zeiter ersetzt worden.

Vom Assistenz- zum Headcoach: Michel Zeiter trägt bei den Rapperswil-Jona Lakers seit gestern die sportliche Verantwortung auf seinen Schultern.

Vom Assistenz- zum Headcoach: Michel Zeiter trägt bei den Rapperswil-Jona Lakers seit gestern die sportliche Verantwortung auf seinen Schultern. Bild: Keystone

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«Wir sind bereit und wir wissen, was wir machen müssen.» Mit diesen Worten hatte Anders Eldebrink noch am Mittwoch zuversichtlich in Richtung der anstehenden Ligaqualifikation gegen die SCL Tigers geblickt. Doch ­bereits nach wenigen Minuten des ersten Duells zwischen der schlechtesten NLA-Mannschaft und des B-Meisters war klar: Weder sind die Lakers bereit, noch wissen sie, was zu tun ist.

Denn statt wie im Vorfeld angekündigt auf die vermeintlich bessere Physis zu setzen und die Gäste aus dem Emmental mit körperbetontem und schnellem Spiel zu «überfahren», starteten die Lakers – mit Ausnahme eines kernigen Checks von Verteidiger Cédric Hächler gegen Tom Gerber (6.) – äusserst verhalten. So verwunderte es denn auch nicht, dass die SCL Tigers, die im Gegensatz zu den Gastgebern am Dienstagabend noch im Einsatz gestanden und dabei Olten im siebten Finalspiel niedergerungen hatten, schnell ins Spiel fanden und schon bald einmal an ihre Chance zu glauben begannen.

Wirkungslose Schweden

Zwar gingen die favorisierten Gastgeber in der 23. Minute durch Verteidiger Dan Weisskopf in Führung, doch weniger als zwei Zeigerumdrehungen später sorgte Sven Lindemann für den Ausgleich. Spätestens ab diesem Zeitpunkt vermochte Rapperswil-Jona seine Nervosität nie mehr zu kaschieren. Dabei waren auch die beiden Ausländer Niklas Persson und Mikael Johansson keine Unterstützung. Die beiden schwedischen Stürmer blieben ohne positiven Einfluss auf ihr Team.

Derweil trieben auf der Gegenseite die beiden Söldner Kévin Hecquefeuille (traf zum 2:1) und Chris DiDomenico ihre Teamkollegen zu Höchstleistungen an und in letzter Konsequenz auch zum Break. Mit einem aufgrund der Spielanteile und dem Umstand, dass Yves Müller in der 20. und der 45. Minute jeweils nur die Torumrandung getroffen hatte, absolut verdienten 4:2-Auswärtssieg haben die Emmentaler in der Ligaqualifikation vorgelegt. Lindemann mit seinem zweiten Treffer (58.) und Adrian Gerber (60.) zeichneten nach Eric Walskys 2:2 (34.) für die späte Entscheidung verantwortlich. Bestätigen die SCL Tigers, die vor zwei Jahren im Playout-Final mit 3:4 an den Lakers gescheitert sind und die anschliessend gegen Lausanne ihren Platz in der NLA verspielt haben, heute Abend in der ausverkauften Ilfishalle die Leistung vom Donnerstag, wäre der Grundstein zum Wiederaufstieg gelegt.

Wechsel zeichnete sich ab

Dass mit der 45. Niederlage im 63. Pflichtspiel der laufenden Saison auch die Zeit von Eldebrink als Headcoach der Lakers abgelaufen ist, zeichnete sich schnell einmal ab. VR-Präsident Lucas H. ­Schluep stellte sich nach dem Debakel als einziger Klubvertreter den Medien und kündete an, dass die Führungsriege direkt im Anschluss an die Partie zusammenkommen wird. Das Resultat dieser Besprechung wurde gestern Vormittag kommuniziert: «Trainerwechsel bei den Lakers» lautete die Überschrift einer Medienmitteilung, in welcher dar­über informiert wurde, dass Anders Eldebrink beurlaubt, Michel Zeiter per sofort Headcoach und Goalietrainer Reto Schürch der neue Assistenztrainer ist.

Wieder auf Tauchstation

War­um eine interne Lösung mit dem bisherigen Assistenzcoach einer externen vorgezogen worden ist und was es mit dem Wörtchen «beurlaubt» auf sich hat, sind nur zwei von vielen Fragen, die sich stellen. Doch nach dem kurzen Red-und-Antwort-Stehen des VR-Präsidenten am späten Donnerstagabend gingen die Verantwortlichen des Klubs gestern wieder auf Tauchstation. Genau so, wie sie es all ihren Mitarbeitern bereits am Mittwoch offiziell verordnet hatten.

Damit öffnen die Lakers nicht nur Spekulationen Tür und Tor, sie zeigen auch, dass nicht nur die Spieler auf dem Eis, sondern die gesamte Führungsriege hypernervös ist. Denkbar schlechte Voraussetzungen für den existenziellen Kampf um den Verbleib in der National League A. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.04.2015, 09:26 Uhr

Trainerverschleiss

Seit mit Erfolgstrainer Bill Gilligan, der die Lakers 2006 in die Halb- und ein Jahr später noch in die Viertelfinals geführt hatte, keine Einigung über eine Vertragsverlängerung gefunden werden konnte, dreht sich in Rapperswil-Jona das Trainer­karussell unaufhörlich. Michel Zeiter ist der zehnte (!) Head­coach seit Gilligans Abgang bei den St. Gallern im Jahr 2007. Zwischenzeitlich haben sich Kari Eloranta (Fi), Morgan Samuelsson (Sd), Dave Chambers (Ka), Raimo Summanen (Fi), John Slettvoll (Sd), Christian Weber (Sz), Igor Pawlow (Russ), Harry Rogenmoser (Sz) und Anders Eldebrink (Sd) die Klinke in die Hand gegeben. (müm)

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