Rapperswil-Jona

«Der Glaube versetzt Berge»

Rapperswil-Jona droht der Abstieg in die NLB. Die Lakers liegen in der Ligaqualifikation-Serie gegen Langnau 0:3 hinten. «Doch verloren ist noch nichts!» Davon sind diverse Persönlichkeiten aus dem näheren Umfeld des Klubs überzeugt.

Die Lakers-Bank nach dem letzten verlorenen Spiel gegen Langnau. Trotz langer Gesichter: Prominente Fans aus der Region glauben nach wie vor an das Team.

Die Lakers-Bank nach dem letzten verlorenen Spiel gegen Langnau. Trotz langer Gesichter: Prominente Fans aus der Region glauben nach wie vor an das Team. Bild: Keystone

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Fritz Bhend: Die «SCRJ-Ikone» bestritt als Verteidiger von 1968 bis 1991 für Rapperswil-Jona 542 NLB-Spiele, war bis 2000 TK-Mitglied und ist weiterhin sehr eng mit dem Verein verbunden: «Nach dem Match am Ostermontag haben wir viel diskutiert, was jetzt noch möglich wäre. Ich bezweifle, dass ein neuer Trainer noch den nötigen Impuls bringen kann. Die Spieler müssen den Kopf völlig frei haben, denn alles ist nur noch reine Kopfsache. Auch wenn es sehr schwierig wird, die Serie noch zu drehen, ist das nicht unmöglich. Jeder Einzelne muss jetzt noch mehr an sich glauben.»

Marco Capaul: Der Churer spielte von 1995 bis 2006 für Rapperswil-Jona und führte das Team zwischen 2000 und 2004 als Captain aufs Eis. Der 42-Jährige, der beim EHC Chur als vollamtlicher Nachwuchschef arbeitet, ist noch immer regelmässiger Gast in der Diners-Club-Arena: «Die Lakers befinden sich in einer sehr schwierigen Situation. Ich war sowohl im Playout-Final gegen Ambri-­Piotta als auch in Spiel 1 der Ligaqualifikation im Stadion. Dabei ist mir aufgefallen, dass es doch ein wenig an Leidenschaft und Emotion fehlt. Die Ligaqualifikation ist ‹Krieg›, da geht es um Sein oder Nichtsein und es gibt keine Schönheitspreise zu gewinnen. Ein gegnerischer Spieler hat spätestens in dieser Phase der Saison nichts mehr vor dem eigenen Tor zu suchen und muss im Notfall auch einmal mit überharten Mitteln von dort entfernt werden – selbst wenn man dafür anschliessend unter die Dusche geschickt wird. Was solls? Wenn das Team den Ligaerhalt bewerkstelligt hat, fragt niemand mehr nach, wie es das gemacht hat.»

Jann Billeter: Der SRF-Sportmoderator kennt die Eishockey-Szene bestens und wohnt in Rapperswil-Jona: «Da wir uns im Sportstudio jeweils auf den Playoff-Final fokussieren, habe ich zwar kein ganzes Ligaqualifikationsspiel der Lakers gesehen. Mir sind aber in den Zusammenfassungen die individuellen Fehler aufgefallen. Diese müssen die Spieler abstellen. Die Mannschaft kann ­sicher besser Hockey spielen. Sie muss jetzt alles Negative rundherum ausblenden und im Kern zusammenfinden. Aufgeben geht nicht, denn die Lakers haben immer noch die Möglichkeit, die Serie zu kehren. Aus allen Erfahrungen von Best-of-7-Serien weiss man, dass auch Langnau mit der Situation umgehen und zuerst das vierte Spiel noch gewinnen muss.»

Rocco Delli Colli: Der Präsident des FC Rapperswil-Jona ist langjähriger Sponsor und Fan: «Im Sport ist alles möglich. Auch deshalb traue ich den Lakers zu, dass sie die Serie noch kehren können. Dazu müssen sie jedoch den Schlüssel finden, um wieder an sich glauben, als Mannschaft auftreten und so auf die Siegesstrasse zurückkehren zu können. Hätte ich diesen Schlüssel, würde ich ihn dem Team sofort geben.»

Marcel Meier: Der vollberufliche Mentalcoach aus Rapperswil- Jona, einstiger CEO des Fussballklubs GC Zürich (2011 bis 2012), betreut Menschen – auch Sportler – in herausfordernden Situationen: «Ich kenne die aktuellen Entwicklungen bei den Lakers nur aus den Medien. Von aussen einen Ratschlag zu geben, kommt daher einem Blick in die Kristallkugel gleich. Aber im Klub scheint das Vertrauen in­einander zu fehlen. Die Spieler hinterlassen einen sehr verunsicherten Eindruck. Darum bringt es wohl wenig, sie einzeln ins Gebet zu nehmen. Stattdessen müsste die Klubführung ihnen unabdingbares Vertrauen aussprechen. Es fehlt nicht an Taktik, Können oder Wille, sondern am Glauben. Der Glaube versetzt Berge. Die Lakers können es zwar noch schaffen, doch dazu braucht es das Urvertrauen des ganzen Vereins.»

Erich Zoller: Der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona ist auch ein Fan: «Bis zuletzt glaube ich daran, dass es die Lakers noch schaffen können. Zumal sie zweimal ganz knapp verloren haben. Gelingt ihnen am Donnerstag eine Überraschung, wird Langnau nervös. Die Tigers können nur noch verlieren, Rapperswil-Jona nur noch gewinnen. Da die Lakers ein sportliches Flaggschiff unserer Stadt sind, wäre ein Abstieg – auch wirtschaftlich – ein grosser Verlust. Daher hoffe ich sehr, sie können die Serie noch drehen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.04.2015, 12:55 Uhr

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