Biel gewinnt nach Shootout, ZSC effizient

Der EHC Biel musste für den Sieg gegen den SC Bern bis ins Penaltyschiessen, die ZSC Lions schiessen 5 Tore gegen Lausanne.

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164 Tage ist es her, als sich der SC Bern und der EHC Biel zum letzten Mal gegenüberstanden. Im Halbfinal hatten sich die beiden Teams alles abverlangt – was folgerichtig zur «Belle» führte. In dieser aber machte der SCB kurzen Prozess: Nach 13 Minuten stand es 3:0, am Ende 5:1. Beim Wiedersehen war das Geschehen ungleich umstrittener. Und dieses Mal reüssierten die Bieler, im Penaltyschiessen trafen nur Michael Hügli und Toni Rajala – weshalb der EHCB in der Hauptstadt 2:1 gewinnt.

Die Bieler waren im Startabschnitt durch einen Weitschuss von Samuel Kreis in Führung gegangen. Der SCB egalisierte das Skore zur Spielhälfte ebenfalls durch einen Verteidiger – Ramon Untersander traf per Schlittschuh, aber auf reguläre Art und Weise. Es folgte ein Abnützungskampf mit Chancen auf beiden Seiten, am Ende aber mit einem klaren Plus für den SCB: Beat Gerber traf 160 Sekunden vor dem regulären Ende nur den Pfosten, Calle Andersson sah seinen Schuss aus bester Position in der Schlussminuten von Biel-Keeper Hiller pariert.

Überragender Goalie und Effizienz bei den ZSC Lions

Die ZSC Lions feierten im zweiten Heimspiel den zweiten Erfolg. Nach den zwei Niederlagen in der Fremde (in Zug und Genf) schlugen sie den HC Lausanne 5:0 (1:0, 4:0, 0:0). Das Resultat lässt einen einseitigen Spielverlauf vermuten. So war es aber nicht. Die Lausanner, mit zwei Siegen aus den ersten zwei Partien angereist, taten enorm viel fürs Spiel, sie kombinierten gut. Nur eines brachten sie nicht fertig: Den Puck ins Tor zu bringen. Das lag sehr oft am Zürcher Goalie Lukas Flüeler, der überragend hielt, und manchmal auch am eigenen Unvermögen.

Die Zürcher dagegen zeigten vor dem gegnerischen Tor eine bemerkenswerte Effizienz. Mit der zweiten Chance schoss Pedretti die ZSC Lions in Führung. Und dann gings im Mitteldrittel plötzlich ganz schnell: Innert elf Minuten erzielten die Lions vier Tore. Vier Goals in einer Periode waren ihnen schon im ersten Heimspiel gegen Davos gelungen. Die Zürcher nützten zwei Powerplays zu Treffern - und die Unsicherheiten von Luca Boltshauser, der zum ersten Mal in dieser Saison im Lausanne-Tor stand. Simon Bodenmann traf zweimal, er hat nach vier Spielen bereits vier Treffer erzielt. Am Samstag treten die Lions in Rapperswil auf.

Zug schlägt sich mit Strafen selbst

Fehler haben auch etwas Gutes. Weil sich Langnauer und Zuger in der Defensive nicht eben geschickt anstellten, war in der Ilfishalle einiges los. Die Zentralschweizer, viel gepriesener Meisterschaftsfavorit, agierten in der eigenen Zone sorglos, konfus, aber selten abgeklärt, selbst Goalie Leonardo Genoni war erst ab Spielmitte ein sicherer Rückhalt. Die Tigers ihrerseits trugen mit zwei geschenkten Toren gleichfalls ungewollt zur Unterhaltung bei.

Nach zwei Dritteln und drei Langnauer Aluminiumtreffern stand es 3:3, womit die Gäste eher besser bedient waren. Im Schlussabschnitt schien sich das Geschehen vor 5538 Zuschauern zu beruhigen, ehe die Zuger in Disziplinlosigkeit verfielen und sich mit mehreren Strafen selbst schlugen. Nach zwei weiteren Pfostenschüssen (!) war es Harri Pesonen, der in doppelter Überzahl das 4:3 erzielte. Und 37 Sekunden vor Schluss mit einem Treffer ins leere Tor nachlegte. Mit sechs Punkten aus drei Spielen sind die Tigers gut in die Saison gestartet.

Ambri versagt im Penaltyschiessen

Die Partie in der Valascia war keine zwei Minuten alt, da jubelten die Gastgeber bereits. Der Österreicher Dominic Zwerger brachte Ambri in Überzahl 1:0 in Führung. Servettes Eric Fehr sass wegen hohem Stock für zwei Minuten auf der Strafbank. Wiederum keine zwei Minuten alt war das Mitteldrittel, ehe Simon Le Coultre für die Genfer zum 1:1-Ausgleich traf. Nach 29 Minuten ging Ambri erneut in Führung. Michael Fora traf in Unterzahl zum 2:1. Sein Teamkollege Nick Plastino verbüsste wegen Haken eine Zweiminutenstrafe.

Kurz vor Ablauf von Plastinos Strafe nützte Servettes Guillaume Maillard das Powerplay aus und traf nach Hälfte der Spielzeit zum 2:2. Im Schlussdrittel sowie in der Verlängerung fielen keine Tore. Im Penaltyschiessen auch für Ambri nicht. Während Marco Müller, Julian Payr und Michael Fora für die Tessiner verschossen, trafen bei den Genfern mit Deniss Smirnovs, Tanner Richard und Tommy Wingels alle drei Spieler.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:


Telegramme:

Bern - Biel 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:0) n.P.
16'321 Zuschauer. – SR Lemelin/Wiegand, Fuchs/Gnemmi.
Tore: 15. Kreis (Fey) 0:1. 32. Untersander (Arcobello, Blum) 1:1.
Penaltyschiessen: Pestoni -, Hügli 0:1; Praplan -, Rajala 0:2; Mursak -, Fuchs -; Arcobello.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Bern, 4-mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Rajala.
Bern: Schlegel; Untersander, Blum; Andersson, Beat Gerber; Burren, Koivisto; Krueger, Colin Gerber; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Praplan, Mursak, Berger; Sciaroni, Ebbett, Pestoni; Grassi, Heim, Jeremi Gerber.
Biel: Hiller; Moser, Kreis; Rathgeb, Forster; Sataric, Salmela; Fey; Tschantré, Pouliot, Rajala; Hügli, Cunti, Künzle; Schneider, Fuchs, Karaffa; Ulmer, Gustafsson, Lüthi.
Bemerkungen: Bern ohne Scherwey (NHL), Bieber und Kämpf, Biel ohne Brunner (alle verletzt), Neuenschwander (krank) und Riat (rekonvaleszent).

ZSC Lions - Lausanne 5:0 (1:0, 4:0, 0:0)
8015 Zuschauer. – SR Salonen/Müller, Bürgy/Wolf.
Tore: 10. Pedretti (Schäppi) 1:0. 29. Chris Baltisberger (Pettersson, Roe/Ausschluss Grossmann 2:0. 32. Simic 3:0. 33. Bodenmann (Diem) 4:0. 40. (39:54) Bodenmann (Ausschluss Genazzi) 5:0.
Strafen: 6-mal 2 plus 2-mal 10 Minuten (Bodenmann, Marti) gegen ZSC Lions, 5-mal 2 Minuten gegen Lausanne.
PostFinance-Topskorer: Suter; Emmerton.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Suter, Roe, Wick; Pettersson, Prassl, Chris Baltisberger; Bodenmann, Diem, Hollenstein; Pedretti, Schäppi, Simic; Sigrist.
Lausanne: Boltshauser; Lindbohm, Frick; Junland, Grossmann; Genazzi, Heldner; Nodari; Bärtschi, Jooris, Kenins; Vermin, Jeffrey, Leone; Moy, Emmerton, Almond; Benjamin Antonietti, Froidevaux, Herren; Traber
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher und Krüger (verletzt), Lausanne ohne Oejdemark (überzähliger Ausländer). – Pfosten: 54. Herren.

SCL Tigers - Zug 5:3 (2:1, 1:2, 2:0)
5538 Zuschauer. – SR Tscherrig/Urban, Altmann/Ambrosetti.
Tore: 7. Simion (Kovar) 0:1. 15. Berger (Huguenin, DiDomenico) 1:1. 17. Schilt (Pesonen/Ausschlüsse Kovar; Cadonau) 2:1. 21. (20:26) Albrecht (Ausschluss Lindberg!) 2:2. 23. Kuonen (Blaser, Maxwell) 3:2. 39. McIntyre 3:3 (Eigentor Schmutz). 60. (59:23) Pesonen (DiDomenico) 5:3 (ins leere Tor).
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 4-mal 2 plus 5 Minuten (Lindberg) plus Spieldauer (Lindberg) gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Blaser; Diaz.
SCL Tigers: Punnenovs; Erni, Lardi; Glauser, Leeger; Schilt, Blaser; Cadonau, Huguenin; Kuonen, Maxwell, Neukom; DiDomenico, Berger, Pesonen; Schmutz, Earl, Dostoinow; Rüegsegger, Diem, Sturny.
Zug: Genoni; Morant, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Simion, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, McIntyre; Klingberg, Senteler, Bachofner; Leuenberger, Albrecht, Zehnder; Schnyder.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne In-Albon (verletzt) und Gagnon, Zug ohne Thorell (beide überzählige Ausländer). þ 58. Timeout Zug.

Ambri-Piotta - Genève-Servette 2:3 (1:0, 1:2, 0:0, 0:0) n. P.
4578 Zuschauer. – SR Stricker/Hebeisen; Kaderli/Cattaneo.
Tore: 2. Zwerger (Fora, D'Agostini/Ausschluss Fehr) 1:0. 22. Le Coultre 1:1. 29. Fora (D'Agostini/Ausschluss Plastino!) 2:1. 30. Maillard (Richard/Ausschluss Plastino) 2:2.
Penaltyschiessen: Müller, Smirnovs 0:1; Payr -, Richard 0:2; Fora -, Wingels 0:3.
Strafen: 3-mal 2 sowie 1-mal 10 Minuten (Plastino) gegen Ambri-Piotta, 2-mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Wingels.
Ambri-Piotta: Hrachovina; Plastino, Fischer; Fora, Dotti; Fohrler, Ngoy; Payr; D'Agostini, Flynn, Hofer; Trisconi, Müller, Zwerger; Incir, Goi, Bianchi; Joël Neuenschwander, Dal Pian, Kneubühler; Mazzolini.
Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Maurer; Mercier, Le Coultre; Guebey; Wingels, Smirnovs, Winnik; Maillard, Fehr, Rod; Wick, Richard, Miranda; Bozon, Berthon, Douay.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Conz, Rohrbach, Jelovac, Novotny, Kostner (alle verletzt) sowie Sabolic (überzähliger Ausländer). Genève-Servette ohne Kast, Eliot Antonietti, Völlmin und John Fritsche (alle verletzt). – NL-Debüt von Joël Neuenschwander. – 23. Tömmernes mit Verdacht auf Knieverletzung ausgefallen.
(mob/jch/phr/heg)

Erstellt: 20.09.2019, 22:47 Uhr

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