Eishockey

Eine gute und neue Erfahrung

Die Klotener Cuphelden hatten gestern eisfrei – nicht wegen der langen Feier, sondern aus praktischen Gründen.

Vincent Praplan verkörpert die Entschlossenheit, die zum ersten Cuptitel des EHC Kloten führte.

Vincent Praplan verkörpert die Entschlossenheit, die zum ersten Cuptitel des EHC Kloten führte. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Aussergewöhnliche Ereignisse haben es an sich, dass sie aussergewöhnliche Begebenheiten geradezu mit sich bringen. Der Fantasie der Anhänger sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Es roch also nach dem Cupsieg des EHC Kloten am späten Mittwochabend im Gang vor der Garderobe nach Zigarren, doch die wurden nicht von den Spielern geraucht, sondern von einer illustren vierköpfigen Gruppe mit viel Fahnen und Klotener Abzeichen.

Als Coach Pekka Tirkkonen auftauchte, gabs einen grossen Jubel der Anhänger, sofort gruppierte man sich für ein Foto mit Cupsieger-Coach. Ein Journalist musste als Kameramann herhalten. Kurz darauf war der fröhliche Spuk vorbei. Die Fans wurden von den Sicherheitsleuten ruhig, aber bestimmt aus der heiklen Zone geführt. Niemand wusste, wie sie sich Zugang verschafft hatten.

Tirkkonen trug seine Medaille um den Hals, es war sein erster Titelgewinn als Trainer. Als Spieler hat er Meisterschaften mit TPS überschwänglich mitgefeiert, am Mittwoch liess er die Selbstkontrolle ein bisschen im Hintergrund und versuchte sich gar freiwillig in Deutsch: «Es war eine gute Erfahrung, eine neue Erfahrung für mich», sagte der Finne nach dem 5:2 über Genf-Servette.

Obwohl die Genfer zweimal in Führung gegangen seien, sei sein Team ruhig geblieben und habe – im Gegensatz zu einigen Partien in der Meisterschaft – die Ruhe und Geduld nicht verloren. «Wir spielten so weiter, wie wir vorher gespielt hatten, alle hielten sich an die Vorgaben.» Am Anfang hatte er aus Respekt vor den Genfer Ausländern seine Nordamerika-Linie ein bisschen überforciert, um den Gegner besser zu kontrollieren. «Aber ich habe gemerkt, dass das die andern Formationen auch können. Also haben wir nachher mit vier Linien durchgewechselt.»

«Die bessere  Mannschaft  hat gewonnen.»

Chris McSorley, Servette-Coach

Und jede traf. Die Ausländer zum 1:1, Cuntis Formation zum 2:2 und 3:2, Schlagenhaufs Trio mit Bieber zum 4:2, Lemms Linie mit Leone zum 5:2. Cunti, von den ZSC Lions im Januar nach Kloten gekommen, ist nun sogar zweifacher Cupsieger, vor einem Jahr gewann er den Pokal mit dem ZSC.

Hoffnung auf Luft und Energie

Die Mannschaft spielte so, wie sie im Herbst in der Meisterschaft zwei Monate unterwegs gewesen war. Und in diesem Stil kann sie jeden Gegner schlagen, das musste am Mittwoch Genf spüren. «Die bessere Mannschaft hat gewonnen», sagte Coach Chris McSorley. «Klotens beste Spieler waren gut, unsere besten eher mittelmässig.» Tirkkonen und Kloten hoffen natürlich, dass dieser Erfolg ihnen Luft und Energie für die nächsten wichtigen Spiele gibt. Und die nächste grosse Aufgabe erfolgt bereits am Wochenende mit dem Doppelspiel gegen Langnau.

Am Abend nach dem Triumph aber durften seine Spieler noch geniessen. Gestern mussten sie nicht aufs Eis. Nicht, weil sie frei hatten, sondern weil die Eisfläche wieder für den Meisterschaftsalltag hergerichtet werden musste. Getroffen hat man sich trotzdem zur gemeinsamen Arbeit, zu einem Off-Ice-Training um die Mittagszeit.

Erstellt: 03.02.2017, 10:30 Uhr

Klotens Cupskorer

Die erfolgreichsten Klotener Skorer im Cup: 1. Vincent Praplan 6 (3/3). 2. Romano Lemm 5 (3/2). 3. Robin Leone 4 (3/1). 4. Bobby Sanguinetti 3 (3/0), Patrick Obrist 3 (1/2). 6. Tommi Santala 2 (1/1), Drew Shore 2 (1/1), Tim Ramholt 2 (1/1), Denis Hollenstein 2 (0/2).

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles