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Die Athletinnen vom See wollen es nochmals wissen

Die Leistungsträgerinnen der LG Küsnacht-Erlenbach, Nora Frey und Ladina Schlumpf, geben an der Hallen-SM vom Wochenende ihr Comeback.

Hochmotiviert: Nora Frey von der LG Küsnacht-Erlenbach strebt in St. Gallen eine neue Bestmarke im Weitsprung an. Bild: PD
Hochmotiviert: Nora Frey von der LG Küsnacht-Erlenbach strebt in St. Gallen eine neue Bestmarke im Weitsprung an. Bild: PD

Im letzten Spätsommer zeichnete sich in der Frauengruppe des Traditionsvereins Küsnacht-Erlenbach ein Umbruch ab. Pascale Gränicher (31), zuerst als Hochspringerin nationale Klasse und dann – nach dem verletzungsbedingten Wechsel – über 400 m Schweizer Meisterin (2015), bestritt ihre letzten Wettkämpfe. Die Abkehr vom Leistungssport blieb beschlossene Sache. Und mit Nora Frey und Ladina Schlumpf machten sich auch zwei langjährige Mitstreiterinnen Gedanken zur Zukunft – zumal der Studienabschluss (Frey) und das Verletzungspech (Schlumpf) die Prioritätenfrage aufwarf und weiter ansteigende Leistungskurven der nationalen Medaillengewinnerinnen infrage stellten.

Um beschlossene Rücktritte schien es sich zu handeln – bis die Faktoren Leidenschaft, Verantwortung und Potenzial ins Spiel kamen. Die langjährigen Trainer Christian und Vreny Müller drückten ihr Bedauern aus. Es sei schade, aufzuhören, bevor die Möglichkeiten ausgeschöpft seien. Auch der Gruppendynamik wegen sei es schade, profitierten doch alle voneinander, nicht zuletzt auch die Jungen.

Frey: Rückbesinnung und Technikumstellung

Und Frey wie Schlumpf kamen auf ihren Entscheid zurück. «Ich bin froh, die Weichen nochmals in Richtung Leistungssport gestellt zu haben», betont Nora Frey. Die starken Resultate des letzten Sommers haben die 26-Jährige motiviert, «nochmals Vollgas zu geben». Neue Bestmarken steuert die angehende Sportlehrerin an, vor allem in ihrer Vorzeigedisziplin Weitsprung. «Ich stelle mir vor, wie ich die 6,30-m-Grenze knacke», sagt sie. Zum Vergleich: Letzten August gewann sie mit 6,15 m SM-Bronze. Basis für die Zuversicht soll eine Technikumstellung darstellen: vom Schritt- zum Laufsprung.

Die Hallenmeisterschaften von diesem Wochenende in St.?Gallen bilden für sie «eine gute Standortbestimmung». Mit einem Handicap gilt es allerdings klarzukommen: Letzte Woche wurde Frey krank. «Mal schauen, ich gebe alles», zeigt sie sich kämpferisch.

Schlumpf: Mehr Freiraum, mehr Lockerheit

Die Lust auf Wettkämpfe spürt auch Ladina Schlumpf wieder in sich. Die Hallen-SM-Dritte von 2016 im Dreisprung setzt nun primär auf den Weitsprung. Ihre Fussgelenke sind der Belastung des Dreisprungs schon länger nicht mehr gewachsen. Trotzdem sagt die Physiostudentin: «Ich bin froh, meinen Entscheid nochmals überdacht zu haben, die Leichtathletik ist nach wie vor ein wichtiger Teil meines Alltags.» Schlumpf hofft, dass sie nach dem Praktikumsjahr wieder mehr Freiraum für den Sport findet.

Die nationalen Wettkämpfe in der Halle bilden eine Zwischenstation. «Es muss noch nicht perfekt laufen. Mein Ziel ist es, das Ganze mit einer gewissen Lockerheit anzugehen und mich überraschen zu lassen», sagt die 25-Jährige. Ihre Weitsprung-Bestmarke von 5,82 m vom letzten Sommer dient dennoch als Referenz.

Müller: Durch die alte Konstellation neu motiviert

Froh, «dass die Leistungskultur weiter auf Bewährtem baut», zeigt sich Andrea Müller. Die jüngere Tochter des Trainerehepaars Christian und Vreny Müller ist 23-jährig und möchte vorerst ihre Fortschritte in verschiedenen Disziplinen erhärtet sehen. Um eine Standortbestimmung handelt es sich auch für die Siebenkämpferin.

Im Weitsprung sieht sich Müller besonders motiviert. Da möchte sie ihre spezialisierten Clubkolleginnen herausfordern. «Wenn ich es mit dem Anlauf hinkriege, könnte es weit gehen», glaubt sie. Mit ihrem Sprung auf 5,58 m deutete sie dies letzte Woche an. So bietet sich die Möglichkeit, dass gleich drei Athletinnen der LG Küsnacht-Erlenbach in St.?Gallen eine der stärksten SM-Disziplinen mitprägen.

Und weiterbringen wird die neue alte Leistungskultur in der Gruppe wohl auch die derzeit verletzte Mehrkämpferin Marina Müller (26) sowie die «Vertreterinnen der nächsten Generation», Lia Mordasini und Anna Huber.

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