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Aufstieg dank Frauen

Drei Athleten vom Zürichsee gelang mit Swiss Athletics bei den Team-Europameisterschaften im finnischen Vaasa in der First League ein Coup. Mit einem 3. Rang schaffte das Nationalkader erstmals den Aufstieg in die Super League, welche die Top-12-Nationen Europas vereint.

Fabienne Schlumpf feiert in Vaasa einen Doppelsieg 3000 m Steeple und 5000 m sowie den Aufstieg in die Super League.
Fabienne Schlumpf feiert in Vaasa einen Doppelsieg 3000 m Steeple und 5000 m sowie den Aufstieg in die Super League.
Archiv Urs Flüeler

Die Schweiz, die den Sonntag als Leader in Angriff genommen ­hatte, musste erwartungsgemäss noch zittern – zum Schluss wurde es sogar dramatisch. Schweden und Finnland zogen vorbei, die Türkei wurde um lediglich 3,5 Rangpunkte bei einem Total von 305,5 Zählern nach 40 Disziplinen in Schach gehalten. Erst das letzte Rennen, die 4×400-m-Staffel der Männer, brachte die Entscheidung: Dem helvetischen Quartett, das ohne Kariem Hussein antrat, reichte ein 6. Rang, um die drittklassierten Türken in der Overall-Wertung auf Distanz und somit in der First League zu halten.

Insgesamt gelangen dem Team von Equipenchef Peter Haas neun Disziplinensiege. Deren acht gingen auf das Konto der Frauen mit Mujinga Kambundji (100 m), Lea Sprunger (400 m), Petra Fontanive (400 m Hürden), zweimal (!) Fabienne Schlumpf aus Oetwill am See (3000 m Steeple und 5000 m mit der neuenPB von 15:47,29), Nicole Büchler (Stab), Noemi Zbären (100 m Hürden) und der 4×100-m-Staffel. Die Männer ihrerseits siegten zum Abschluss des ersten Finaltages ebenfalls mit der Sprintstaffel.

Diese Erfolge trugen wichtige zwölf Rangpunkte ein (die Letztklassierten erhielten noch einen Zähler). Hussein erfüllte seinSoll mit Platz 3 hinter den Welt­klas­seläufern Karsten Warholm (NOR/48,46) und Yasmani Copello (TUR/49,17) ebenso wie Selina Büchel als Zweite im 800-m-Lauf. Ein Ausrufezeichen setzte der erst 23-jährige Langnauer ­Jonas Raess, der über 3000 min 8:07,96 Vierter wurde. Hugo Santacruz aus Rapperswil-Jona musste sich in einem taktischen Rennen über 800 m in 1:51,34 mit Rang 7 begnügen.

Der Aufschwung geht weiter

Die positive Entwicklung in der Schweizer Leichtathletik, die sich rund um die Heim-Europameisterschaften 2014 in Zürich aufgebaut hatte, findet ihre Fortsetzung. Im vergangenen Juli gewann die Schweiz an der EM in Amsterdam fünf Medaillen, an Welt- und Europameisterschaften in den Nachwuchskategorien holten die Schweizer Athletinnen und Athleten in den letzten fünf Jahren mehr Medaillen als in den zehn Jahren zuvor, in der laufenden Saison starten so viele in der Diamond League wie nie zuvor, und nun folgt sogar der nicht erwartete Aufstieg in Europas höchste Liga.

Der Aufschwung kann auch ­allein an der Team-EM, ehemals Europacup, abgelesen werden: 2013 in Dublin der Abstieg in die Second League, 2014 in Riga der Wiederaufstieg in die First League, 2015 in Heraklion Platz 8 und 2017 der Aufstieg in die Super League, in der 2019 im polnischen Bydgoszcz die Schweizer Premiere erfolgen wird – sofern der Modus keine Änderung erfährt.

Deutschland Nummer 1

Die Super League in Lille gewann die deutsche Mannschaft zum dritten Mal nach 2009 und 2014. Sechs Wochen vor der WM in London siegte Deutschland überlegen mit 321,5 Punkten vor den Polen (295) und der französischen Mannschaft (270). Russland war in Frankreich nicht startberechtigt und steigt in die First League ab.

sda/red

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