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Als Wawrinka Federer als «Arschloch» betitelte

2017 duellierten sich die beiden Schweizer zuletzt in Indian Wells. Damals sorgte der Lausanner mit einem Kraftausdruck auch beim Turniersieger für Lacher.

Kämpft zuerst mit den Tränen und teilt dann aus: Stan Wawrinka bei der Siegerehrung im März 2017 in Indian Wells. <i>(Video: SRF)</i>

«Roger lacht. Er ist ein Arschloch.» Alle lachen darob, sogar Roger Federer selber. «Das haben mich schon viele genannt, und in diesem Moment habe ich es als Kompliment aufgenommen», kommentiert der Baselbieter später. Schliesslich hat ihn nicht einfach irgendwer so bezeichnet, sondern Stan Wawrinka. Sein Schimpfwort verbreiten Fernsehstationen auf der ganzen Welt, und diese müssen sich dann bei ihren Zuschauern entschuldigen. Der Romand hingegen kann seine Aussage so stehen lassen.

Schliesslich war Wawrinkas Spruch vom 19. März 2017 vielmehr scherzhaft denn ernst gemeint – und für alle nachvollziehbar. Dem 33-Jährigen platzte er während der Siegerehrung in Indian Wells heraus. Mit 4:6, 5:7 hatte er sich zuvor im Final des 1000-Masters-Turniers in der kalifornischen Wüste beugen müssen. Federer feierte seinen fünften Titel vor Ort – es war damals der 90. seiner Karriere – und gleichzeitig vergoss Wawrinka ein paar Tränen. Zum 20. Mal verlor der Lausanner ein Duell mit seinem Landsmann.

Federer hatte mit einem Grinsen versucht, den niedergeschlagenen Turnier-Zweiten aufzuheitern, ehe sich dieser wieder fasste und an die Zuschauer richtete. Einige glaubten, nicht richtig gehört zu haben, als Wawrinka den Kraftausdruck für seinen Bezwinger verwendete. Doch in seiner damaligen Gefühlslage hatte sich der dreifache Grand-Slam-Sieger nicht zurückhalten können.

«Dann kam alles zusammen»

Im Nachhinein begründete Wawrinka, weshalb er so emotional reagiert hatte: «Es war eine harte Niederlage, ein harter Match, und dann kam alles zusammen. Dass ich wieder gegen ihn verloren hatte, wie schon im Halbfinal des Australian Open. Und dass hinter mir schwierige Wochen liegen, mit der Knieverletzung nach Melbourne.» Dabei wusste der Westschweizer, dass ihm ein hervorragendes Turnier geglückt war. Darauf konnte er stolz sein. «Das ist ein grossartiges Resultat, und von solchen Finals habe ich früher geträumt. Aber natürlich will man immer mehr, und ein Endspiel zu verlieren, ist nie einfach», sagte Wawrinka damals. Nach seiner Verletzung hätte er auch nicht erwartet, so schnell wieder ein solches Niveau zu erreichen.

In der Nacht auf Mittwoch (frühestens 02.00 Uhr Schweizer Zeit, live im Ticker) duellieren sich die beiden besten Schweizer Tennisspieler wieder in Indian Wells. Diesmal machen sie allerdings nicht den Turniersieg untereinander aus, sondern stehen sich in der 3. Runde gegenüber. Zuletzt duellierten sie sich am 18. August 2018 beim Masters in Cincinnati, wo der 20-fache Grand-Slam-Sieger mit einem Dreisatzerfolg (6:7, 7:6, 6:2) in den Halbfinal einzog.

Der nächste Spruch?

Federer hat mittlerweile den 100. Titel seiner Laufbahn geholt und ist in der Weltrangliste auf Platz 4 vorgerückt (2017 hatte er bei seinem Turniersieg in Indian Wells Position 10 belegt). Die ehemalige Weltnummer 1 ist in bestechender Form. 2019 musste sich der 37-Jährige erst einmal geschlagen geben. Am 20. Januar scheiterte er im Achtelfinal des Australian Open mit 7:6, 6:7, 5:7, 6:7 an Stefanos Tsitsipas. Anfang März revanchierte sich Federer im Final in Dubai mit einem Zweisatz-Sieg (6:4, 6:4) beim Griechen.

Wawrinka war vor zwei Jahren noch als Weltnummer 3 gegen Federer angetreten. Zwischenzeitlich wurde er durch Verletzungspausen auf Rang 261 zurückgeworfen und hat sich nun wieder bis auf Platz 40 vorgekämpft. Zuletzt unterlag er Anfang Monat am ATP-Turnier von Acapulco im Viertelfinal dem Australier Nick Kyrgios (ATP 72) 5:7, 7:6, 4:6. Im 25. Duell mit Federer ist Wawrinka der Aussenseiter. Erst dreimal konnte er seinen Landsmann bezwingen. Wenn der Match vorbei ist: Was sagt Wawrinka dann wohl?

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