Ein dickes Ausrufezeichen des FC Basel

Der FCB schlägt YB im Spitzenspiel 3:0. Jetzt liegen die drei Spitzenteams der Liga noch zwei Punkte auseinander.

Stich ins YB-Herz: Zhegrova lässt Martins wie eine Slalomstange stehen und trifft zum 3:0. (Video: SRF)

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Das ist mal eine Ansage im Meisterrennen: Der FC Basel gewinnt das Spitzenspiel gegen die Young Boys 3:0. Und nicht nur das. Er ist den Bernern in den entscheidenden Zonen des Spielfelds so überlegen, dass der Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung geht.

Die Basler hatten sich ganz offensichtlich vorgenommen, jeweils die Phasen zu Beginn der beiden Halbzeiten zu dominieren. Und das taten sie gegen ein YB, das sichtlich darunter litt, dass Captain Fabian Lustenberger verletzt fehlte. Christopher Martins, der ihn ersetzen sollte, hatte letztmals am 10. August von Anfang an gespielt. Danach fehlte er mit einer Schambeinentzündung. Und das war dem zentralen Mittelfeldspieler in vielen Aktionen anzusehen.

Berner statisch und berechenbar

So war es der FCB, der von Anfang an den Takt bestimmte. Und das Heimteam brauchte nicht viele Chancen, um seine Tore zu erzielen. Bereits der erste Versuch war drin. Nach einem zauberhaften Dribbling gegen Cédric Zesiger suchte Edon Zhegrova zwar den Schuss – fand aber stattdessen Arthur Cabral, der aus nächster Nähe einschieben konnte.

Cabral bringt den FC Basel bereits früh in Führung. (Video: SRF)

Das 1:0 in der 6. Minute gab dem FCB weiteren Schub. Und so traf Omar Alderete nur sieben Minuten nach dem Führungstreffer nach einem Eckball per Kopf. Mit diesem 2:0 war die Aufgabe für merkwürdig behäbige Berner noch schwieriger geworden.

Gerardo Seoane hatte sich für ein 4-4-2 mit Guillaume Hoarau und Jean-Pierre Nsame im Sturm entschieden. Doch diese geballte Wucht konnte YB im Angriff nie entscheidend ausspielen. Stattdessen wirkte das Berner Spiel statisch und berechenbar.

Zhegrova überragend

Und als die Berner nach der Pause zur Aufholjagd blasen wollten, beendete Zhegrova die Hoffnungen sogleich. Der Kosovare, der wegen Visa-Problemen nicht ans Spiel in der Europa League in Krasnodar hatte reisen können, machte sich zum Mann des Spiels. Er liess den bemitleidenswerte Martins an der Strafraumgrenze stehen – und traf aus 16 Metern zum 3:0.

Nach der frühen Führung legen die Basler nach und treffen nach einer Ecke von Bua zum 2:0. (Video: SRF)

Einen Moment der Berner Hoffnung gab es noch. Aber den machte Schiedsrichter Stefan Klossner zunichte, als er ein Stossen Nsames gegen Eray Cömert abpfiff. Und deswegen das vermeintliche 1:3 durch Ulysses Garcia aberkannte.

YB liegt nun zwar noch einen Punkt vor dem FCB und zwei vor dem beeindruckenden FC St. Gallen. Aber die Berner sind in einer schwierigen Phase. Der ach so wichtige Lustenberger wird ihnen weiter fehlen. Und die Abwehr hat nun gegen Servette, Sion, St. Gallen und Basel je drei Gegentore kassiert. Das ist normalerweise kein Schnitt, mit dem man Meister wird. (fra)

Zeidlers Aberglaube verhilft St. Gallen zum Sieg

Es ist nicht überliefert wie abergläubisch Peter Zeidler ist. Doch tatenlos wollte er eine unrühmliche Serie gegen den FCL nicht fortsetzen: 12 Partien in Folge hat sein Team vor dem Spiel am Sonntag nicht mehr gegen die Luzerner gewonnen. Ein bisschen Aberglaube musste also sein. Der FCSG wechselte das Mannschaftshotel und verbrachte die Nacht auf Sonntag in einem anderen Hotel im Zentrum Luzerns. Und siehe da, es klappte.

«Wenn wir gewinnen, werden wir immer in diesem Hotel schlafen», sagte Zeidler vor dem Spiel schmunzelnd. Seinen Stürmern scheint es dort gefallen zu haben. Quintilla (41., 80.), Babic (67.) und Demirovic (83.) sicherten ihrer Mannschaft den Sieg in der Swissporarena.«Wir wussten es wird schwierig hier, sind zu Beginn fast erschrocken wie druckvoll sie kamen.»

St. Galler-Offensive macht den Unterschied

Allerdings war diese erste Hälfte aus spielerischer Sicht kein Schmankerl. Vielmehr überzeugten die Teams durch Kampf. Schiedsrichter Alessandro Dudic hatte alle Hände voll zu tun. Der 31-jährige Anwalt zückte im erst 15. SL-Spiel (inklusive Verwarnung für Ersatzkeeper Zibung) 6 Gelbe Karten in 45 Minuten. Das ist Saisonrekord!

Die Tore zum 1:1-Halbzeitstand fielen durch Elfmeter. Quintilla (41.) und Pascal Schürpf (45.+2) verwandelten. Den Unterschied nach der Pause machte die St. Galler Offensive aus, die ihre Treffsicherheit (17 Tore in 4 Partien) eindrücklich untermauerte. Für den letztendlich deutlichen 4:1-Auswärtssieg reichte den Espen eine durchschnittliche Leistung.

Nach 4 Niederlagen in Folge im November startet der FCL auch mit einer Pleite in den Dezember. In dieser Verfassung ist fraglich, ob der bereits angezählte Thomas Häberli noch Trainer für die letzten zwei Spiele bis zur Winterpause bleibt. (ete)

Lugano mit glücklichem Heimsieg

Bei garstigen Verhältnissen im Tessin setzt sich Lugano gegen Aufsteiger Servette 1:0 durch. Dank eines schön herausgespielten Tors in der 48. Minute durch Carlinhos verschafft sich das Team von Jacobacci Luft im Abstiegskampf und gewinnt das erste Mal in dieser Saison überhaupt ein Heimspiel.

Der Sieg war letztendlich jedoch auch sehr glücklich, beklagten die Gäste in der zweiten Halbzeit doch viel Pech bei drei Treffern ans Torgehäuse. Die Mannschaft von Alain Geiger bleibt nach zuletzt drei Siegen gegen Basel, Luzern und die Berner Young Boys mit 21 Punkten im Mittelfeld der Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf die Tessiner.(erh)

Basel - Young Boys 3:0 (2:0)

30'965 Zuschauer. - SR Klossner.

Tore: 6. Cabral (Zhegrova) 1:0. 13. Alderete (Corner Bua) 2:0. 48. Zhegrova (Zuffi) 3:0.

Basel: Omlin; Widmer, Cömert, Alderete, Petretta; Xhaka, Frei; Zhegrova (76. Okafor), Zuffi, Bua (35. Pululu, 88. Riveros); Cabral.

Young Boys: Von Ballmoos; Lotomba (68. Janko), Sörensen, Zesiger, Garcia; Ngamaleu (68. Spielmann), Aebischer, Martins Pereira, Fassnacht; Hoarau (66. Assalé), Nsame.

Bemerkungen: Basel ohne Stocker und Ademi (beide gesperrt) sowie Van Wolfswinkel, Kuzmanovic und Ramires (alle verletzt), Young Boys ohne Lustenberger, Camara, Sierro, Sulejmani, Gaudino und Lauper (alle verletzt). Verwarnungen: 45. Zhegrova (Unsportlichkeit). 54. Garcia (Foul). 73. Janko (Foul). 83. Frei (Foul).

Luzern - St. Gallen 1:4 (1:1)

8922 Zuschauer. - SR Dudic.

Tore: 41. Quintilla (Foulpenalty) 0:1. 45. Schürpf (Handspenalty) 1:1. 67. Babic (Itten) 1:2. 79. Quintilla (Handspenalty) 1:3. 83. Demirovic (Quintilla) 1:4.

Luzern: Müller; Knezevic, Lucas, Cirkovic (74. Demhasaj).; Grether, Mistrafovic, Voca (89 Emini), Sidler; Males; Ndiaye (86. Margiotta), Schürpf.

St. Gallen: Stojanovic; Hefti, Stergiou, Letard, Muheim; Quintilla; Görtler, Ruiz (86. Fazliji); Itten; Demirovic (91. Wiss), Babic (76. Guillemenot).

Bemerkungen: Luzern ohne Eleke (gesperrt), Kakabadse, Schwegler, Ndenge, Schulz, Arnold und Binous (alle verletzt). St Gallen ohne Bakayoko, Nuhu, Lüchinger und Strübi (alle verletzt). 74. Pfostenschuss Schürpf. Verwarnungen: 21. Grether (Foul), 23. Letard (Unsportlichkeit), 23. Knezevic (Unsportlichkeit), 24. Sidler (Foul), 42. Quintilla (Unsportlichkeit), 42. Zibung (auf Spielerbank/Reklamieren), 64. Görtler (Foul), 73. Voca (Foul), 91. Demhasaj (Foul).

Lugano - Servette 1:0 (0:0)

2360 Zuschauer. - SR Bieri.

Tor: 49. Carlinhos (Aratore) 1:0.

Lugano: Baumann; Yao, Kecskes, Daprelà, Obexer; Covilo; Lavanchy, Lovric (68. Guidotti), Vecsei; Aratore (61. Bottani); Carlinhos.

Servette: Frick; Gonçalves (48. Souici), Rouiller, Sasso, Iapichino; Ondoua, Cognat; Stevanovic, Wüthrich, Tasar (65. Schalk); Kyei (60. Kone).

Bemerkungen: Lugano ohne Crnigoj, Gerndt, Kameraj, Macek, Sabbatini, Soldini (alle verletzt), Rodriguez (krank) und Custodio (gesperrt), Servette ohne Lang und Sauthier (beide verletzt). - Verwarnungen: 37. Aratore (Foul), 93. Bottani (Foul), 93. Carlinhos (Reklamieren); 34. Stevanovic (Foul), 69. Ondoua (Foul), 75. Souici (Foul), 75. Cognat (Reklamieren), 80 Iapichino (Foul). - Lattenschüsse: 63. Carlinhos; 93. Stevanovic. (red)

Erstellt: 01.12.2019, 18:56 Uhr

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