Zum Hauptinhalt springen

Nachfolger von Angela MerkelSPD macht Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten

Der deutsche Vizekanzler wird von seiner Partei als Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel nominiert.

Olaf Scholz spricht beim Parteitag der SPD.
Olaf Scholz spricht beim Parteitag der SPD.
Foto: Kay Nietfeld/Keystone

Rund ein Jahr vor der Parlamentswahl in Deutschland wollen die Sozialdemokraten Vizekanzler Olaf Scholz zu ihrem Kanzlerkandidaten küren. «Olaf hat den Kanzler-Wumms», schrieben die SPD-Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans am Montag auf Twitter.

Scholz selbst erklärte, er freue sich auf einen «tollen, fairen und erfolgreichen Wahlkampf in einem starken Team». Präsidium und Vorstand hätten ihn einstimmig nominiert.

Die Personalie war lange vermutet worden, galt in der Partei aber zugleich als extrem umstritten. «Wir wissen, dass diese Entscheidung für einige eine unerwartete Wendung darstellt», erklärten die Parteichefs daher. «Wir bitten um Vertrauen in unseren Weg. Wir sind entschieden, diesen Weg gemeinsam zu gehen.»

Esken und Walter-Borjans galten lange als Gegner von Scholz, setzten sich im vergangenen Jahr bei der Wahl des Parteivorsitzenden auch gegen ihn durch. Seitdem habe es einen «engen Schulterschluss» und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Parteispitze, Fraktionsführung und den sozialdemokratischen Ministern gegeben, erklärten die Parteichefs.

«In dieser engen Zusammenarbeit haben wir Olaf Scholz als einen verlässlichen und am Team orientierten Partner erlebt, der für sozialdemokratische Politik für dieses Land kämpfen kann und will und der mit uns die Vision einer gerechten Gesellschaft teilt.»

Scholz ist bei der Bevölkerung Umfragen zufolge der beliebteste SPD-Politiker und hatte sich in der Corona-Krise mit beherztem Handeln und dem Schnüren milliardenschwerer Hilfspakete profiliert. In der SPD selbst ist er allerdings umstritten – vor allem beim linken Flügel. Zuletzt hatten sich vor allem Mitglieder der Bundestagsfraktion und andere SPD-Minister für ihn als Kanzlerkandidaten ausgesprochen.

SDA

21 Kommentare
    Beat Leutwyler

    Ob Skandinavien oder die Schweiz - je schwächer die Regierung, desto stärker die Demokratie und umso grösser der Wohlstand.

    Das wird man in Staaten, wo Politik als Synonym für Demokratie gebraucht wird, nie verstehen.

    In Skandinavien ist es mit Minderheitsregierungen gelöst. In der Schweiz spielt die Regierung dem Parlament gegenüber eine untergeordnete Rolle. Das Volk ist die Opposition - eine Mehrheit die nicht grösser sein könnte.

    Umgekehrt: Je stärker die Regierung und umso schwächer die Opposition, desto tiefer der Wohlstand. Die Lösungen können gar nicht so ausgefeilt sein, wenn keine Konkurrenz besteht.

    Aber irgendwoher muss unser Wohlstand ja herkommen - daher ist es gut so.