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Chaos bei Corona-RegelnSo unterschiedlich regelt der ÖV die Maskenpflicht

Bei den grossen Bahnbetreibern müssen die Passagiere selber Masken mitbringen. Bergbahnen stellen ihren Kunden welche zur Verfügung.

Desinfektionsmittel und Maske gehören fortan zum Schiffsalltag auf dem Zürichsee.
Desinfektionsmittel und Maske gehören fortan zum Schiffsalltag auf dem Zürichsee.
Foto: Keystone

Schutzmasken in Zügen, Bussen, Seilbahnen und Schiffen sind ab Montag die neue Normalität. Während grosse Anbieter wie die SBB bereits ausgeführt haben, was ihre Fahrgäste fortan erwartet, zeigt eine Umfrage: Kleinere Unternehmen handhaben die Umsetzung der Maskenpflicht unterschiedlich.

Postauto: Chauffeur ist kein Polizist

Bisher galt das Augenmerk vor allem den Fahrzeugen, die regelmässig desinfiziert wurden: Ab Montag gilt im Postauto Maskenpflicht.
Bisher galt das Augenmerk vor allem den Fahrzeugen, die regelmässig desinfiziert wurden: Ab Montag gilt im Postauto Maskenpflicht.
Foto: Keystone

Bei Postauto und den SBB sind die Passagiere selbst dafür verantwortlich, dass sie mit einer Schutzmaske ausgerüstet sind. «Unser Fahrpersonal hat die Aufgabe, unsere Fahrgäste sicher und pünktlich ans Ziel zu bringen. Es übernimmt keine polizeilichen Aufgaben», hält Postauto-Sprecherin Valérie Gerl fest. Es sei nicht Aufgabe des Chauffeurs, den Fahrgastraum zu überwachen. Dafür sei das Kontrollpersonal zuständig, das fehlbare Fahrgäste auf die Maskenpflicht hinweise und im Streitfall die Polizei hinzuziehen könne.

Nur: Auf den Postauto-Linien sind landesweit lediglich rund 150 Kontrolleure im Einsatz.

Zermatter Bergbahnen: Stoffmasken mit Matterhorn

In Zermatt ist man nachhaltig: Die Fahrgäste der Bergbahnen können Stoffmasken kaufen.
In Zermatt ist man nachhaltig: Die Fahrgäste der Bergbahnen können Stoffmasken kaufen.
Foto: Keystone

Am 6. Juni beendeten die Zermatter Bergbahnen ihren Lockdown. Um ihre Gäste vor einer Ansteckung zu schützen, haben die Betreiber Einwegmasken bestellt, die zu einem Selbstkostenbeitrag von einem Franken an allen Verkaufsstellen erhältlich sind.

Ausserdem verkaufen die Zermatter Bergbahnen wiederverwendbare Stoffmasken für je 12.50 Franken. Diese dürften auch als Souvenir dienen, denn: Auf der Maske prangt das «Horu».

Wer sich weigert, während der Fahrt in der Seilbahn eine Schutzmaske zu tragen, muss zu Fuss hoch. Denn: Das Seilbahnpersonal weise diese Personen auf die Maskentragpflicht hin, sagt Bergbahnsprecher Mathias Imoberdorf auf Anfrage. «Wer keine Maske tragen will, dem wird der Zutritt zu den Seilbahnen verweigert.»

Sportbahnen Elm: Solo-Fahrt für Maskenverweigerer

Im Glarnerland sieht man es pragmatisch: Wer keine Maske tragen will, fährt allein hoch.
Im Glarnerland sieht man es pragmatisch: Wer keine Maske tragen will, fährt allein hoch.
Foto: Sportbahnen Elm

Beim Eingang zu den Sportbahnen in Elm steht ab Montag ein Tisch. Darauf: ein Hinweis auf die Maskenpflichtund ein Kässeli. «Wir werden den Fahrgästen Masken zur Verfügung stellen. In einem ersten Schritt gegen einen freiwilligen Unkostenbeitrag», sagt Bruno Landolt, Direktor der Elmer Sportbahnen. Sollte sich weisen, dass die Leute die Schutzmasken hamstern oder zu viele Gäste ohne anreisen, würden diese in Rechnung gestellt.

Landolt will nicht, dass seine Mitarbeiter zu Polizisten mutieren. «Wir werden Personen transportieren, die sich weigern, eine Maske zu tragen», sagt er. Diese müssten aber allein in einer der Sechsergondeln Platz nehmen.

Schifffahrtsgesellschaften: Kapitän ohne Maske

Die Heimat verkehrt auf dem Greifensee zwischen Uster und Maur – auch auf dieser Kurzstrecke gilt die Maskenpflicht.
Die Heimat verkehrt auf dem Greifensee zwischen Uster und Maur – auch auf dieser Kurzstrecke gilt die Maskenpflicht.
Foto: Keystone

Auch auf dem Wasser gilt am Montag «Maske auf!». Und zwar sowohl für die Passagiere als auch für das Personal, wie es bei der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft auf Anfrage heisst, mit einer Ausnahme: Die Schiffsführer werden aus Sicherheitsgründen keine Maske tragen.

Die Fahrgäste sind grundsätzlich selbst dafür verantwortlich, dass sie eine Maske dabeihaben. Für Vergessliche gibt es an der Bordkasse künftig ein Schutzset mit Maske, Desinfektionstuch, Anleitung zum Maskengebrauch und einem Gastro-Bon. Kostenpunkt 2 Franken.

Laut Schifffahrtsgenossenschaft Greifensee können auch die Fahrgäste der Heimat – des kleinen Kursschiffs zwischen Uster und Maur – vor Ort eine Maske erstehen: Dort kostet sie 1.50 Franken.