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TribüneSo kann es laufen

Ursula Gut-Winterberger, Regierungsrätin 2006–2015 und Gemeindepräsidentin Küsnacht 1998–2006, über Kraftakte in Zeiten von Corona.

Die Woche aus Sicht von bekannten Persönlichkeiten.
Die Woche aus Sicht von bekannten Persönlichkeiten.
Illustration: Olivier Samter

Die Festspiele Zürich 2020 stehen unter dem Motto «Die 20er-Jahre. Rausch des Jetzt.» Mit viel Enthusiasmus hat das Festspielteam in enger Zusammenarbeit mit den Kulturinstitutionen Opernhaus, Tonhalle Maag, Schauspielhaus, Kunsthaus sowie mittleren und kleinen Häusern, professionellen und semiprofessionellen Künstlern das ganze Spektrum der 1920er-Jahre, die goldenen 20er-Jahre, Theater, Musik und Film, die technischen Fortschritte, die Weimarer Republik, das Aufkommen des Nationalsozialismus diskutiert und entsprechend spannende Produktionen konzipiert. Dabei wurde der Bogen zu den jetzigen 20er-Jahren geschlagen. Das Festspielzentrum sollte wie vor zwei Jahren der Münsterhof sein. Und dann brach Corona über uns alle herein. Betroffen sind besonders auch die Kulturschaffenden. Die Freischaffenden erhielten keine Aufträge mehr, und die an Häusern und Festspielen Verpflichteten konnten die vorgesehenen Produktionen nicht zur Aufführung bringen.

Als sich einschneidende Massnahmen abzeichneten, musste ich als Präsidentin der Festspiele die Notbremse ziehen. Der Münsterhof total verlassen mit einem Zeppelin in der Luft? Produktionen in den Häusern einfach tot? Undenkbar! Das tolle Team unter Leitung des Geschäftsführers Alexander Keil und der Kuratorin Karolin Trachte haben in Zusammenarbeit mit den Kulturinstitutionen und weiteren Künstlerinnen und Künstlern in einem unglaublichen Kraftakt digitale Festspiele auf die Beine gestellt – die Festspiele X: www.festspieleX.ch. Schauen Sie sich die Podcasts der letzten Tage an. Wir stehen mittendrin!

Um ein paar Highlights herauszupicken: Heute Samstag um 20 Uhr hören Sie das Überraschungsfinale verschiedenster Chöre im Fraumünster. Am 27. Juni um 20.30 Uhr kommt das Finale der Revue 2020 mit der Festspiel-Preisträgerin Antje Schupp zur Aufführung. Am 28. Juni um 11.30 Uhr diskutiert Moritz Leuenberger mit Gästen das Thema «Nach 100 Jahren: Alles nochmals» an der Bernhard-Matinee, live gestreamt aus dem Opernhaus. Und ab 3. Juli schlägt das Kunsthaus die Brücke zwischen den 1920er-Jahren und der Gegenwart unter dem Titel «Schall und Rauch».

Ursula Gut-Winterberger.
Ursula Gut-Winterberger.
Foto: PD