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Heute vor 70 JahrenSo haben Vereine und soziale Institutionen ihre Geldsorgen gelöst

Weil ein Dirigent mehr Geld wollte, musste ein Musikverein an der Gemeindeversammlung mehr Geld beantragen.

Aus dem Archiv der «Zürichsee-Zeitung».
Aus dem Archiv der «Zürichsee-Zeitung».
Illustration: Olivier Samter

Die Unsicherheit in der Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise gross. Nicht nur Firmen, auch Vereine und gemeinnützige Organisationen stehen vor Herausforderungen – wie man an Spenden gelangt oder wie man fehlende Erlöse aus Veranstaltungen kompensiert. Ein Blick ins Zeitungsarchiv zeigt, dass die Thematik auch vor 70 Jahren aktuell war. Die Männedörfler stimmten im Oktober 1950 an der Gemeindeversammlung über die Erhöhung des jährlichen Beitrags an die Harmonie Eintracht von 1200 Franken auf 2000 Franken ab. Der Grund für die Forderung wird ungewöhnlich offen kommuniziert, wie der rechtsufrigen «Zürichsee-Zeitung» zu entnehmen ist: «Der Verein hat finanzielle Schwierigkeiten, bedingt durch erhöhte Lohnansprüche der Direktion.» Der Vereinspräsident stellte gar einen Ergänzungsantrag um Erhöhung auf 2500 Franken, der Vorstoss scheiterte aber mit 81:93 Stimmen. Der jährliche Zustupf in die Vereinskasse betrug fortan 2000 Franken.

Ungewöhnlich war auch der Beitrag der Horgner «Stiftung für das Alter» im «Anzeiger des Bezirks Horgen». Die Stiftung weist im redaktionellen Teil der Zeitung auf eine «kleine weisse Drucksache» hin, welche der entsprechenden Ausgabe beigelegt sei. «Werfen Sie sie nicht ungelesen in den Papierkorb, schenken Sie ihr einen kleinen Augenblick Ihre Aufmerksamkeit», fordert die Stiftung. Sie macht auf die Sammlung für das Alter aufmerksam, die in der Gemeinde durchgeführt werde. Die Stiftung helfe da, «wo die Rente nicht zum Lebensunterhalt reicht, sie hilft, wo Altersnot vorhanden ist, aber kein Rentenanspruch besteht.» Hilfe tue an vielen Orten not, die nötigen Mittel sollten durch die Sammlung wieder bereitgestellt werden. «Darum, wenn nun die vielen freiwilligen Sammler und Sammlerinnen an Ihre Haustür klopfen, schenken Sie ihren Bitten Gehör. Betteln wollen Sie nicht, aber bitten dürfen und müssen sie für unsere in Arbeit und Mühen ergrauten Alten.»