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Neue KarriereSie wechselt vom Fussballplatz ins Feuerwehrauto

2016 gewann sie die Serie A , jetzt löscht sie Brände: Die Engländerin Paige Williams hat sich für eine aussergewöhnliche neue Laufbahn entschieden.

Neu in der Uniform, früher im Fussballtrikot: Paige Williams.
Neu in der Uniform, früher im Fussballtrikot: Paige Williams.
Foto: Instagram
Die Engländerin war in den letzten Jahren erfolgreiche Profifussballerin, unter anderem mit Brescia.
Die Engländerin war in den letzten Jahren erfolgreiche Profifussballerin, unter anderem mit Brescia.
Foto: Getty Images
Jetzt hat sie sich von ihrer einstigen Leidenschaft Fussball zumindest zwischenzeitlich abgewendet und wird Feuerwehrfrau.
Jetzt hat sie sich von ihrer einstigen Leidenschaft Fussball zumindest zwischenzeitlich abgewendet und wird Feuerwehrfrau.
Foto: Instagram
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Paige Williams hat ihre Fussballschuhe gegen schwere Stiefel, Atemschutzmaske und Feuerwehruniform eingetauscht. Die ehemalige Top-Fussballerin, die 2016 die Serie A gewann, hat diese Woche ihre Ausbildung beim Merseyside Fire & Rescue Service begonnen.

«Ein Fehler auf dem Spielfeld führt vielleicht zu einem Tor», sagte die Engländerin gegenüber «BBC», «ein Fehler in meiner neuen Mannschaft würde vielleicht Leben kosten.» Jetzt wisse sie, dass sie jeden Tag die beste Version ihrer selbst sein müsse und das «begeistert mich».

Die Verteidigerin ist erst 25-jährig, beendete für den Kampf gegen das Feuer aber ihre Karriere. Sie hat trotzdem einiges erreicht. Drei Jahre lang spielte sie in der Serie A, gewann 2016 mit Brescia die Meisterschaft und holte zudem den Cuptitel. In England stand sie in der höchsten Liga bei Everton sowie Birmingham unter Vertrag und sicherte sich dabei zweimal den FA-Cup-Vizetitel.

«Solch dumme Kleinigkeiten …»

Doch im vergangenen Sommer lief bei Williams einiges schief. Sie konnte sich mit Birmingham nicht auf eine Verlängerung ihres Vertrags einigen und scheiterte trotz Probetrainings auch in Liverpool, Brighton und gar bei Real Madrid wegen kleinen Dingen. «Ein paar Wochen liessen mich alle glauben, dass ich zu Real gehen würde. Eines Morgens lief ich auf dem Weg zum Training an Marcelo vorbei und sagte Guten Morgen, erzählte sie.

Aber dann habe sich herausgestellt, dass die Madrilenen eine ihrer Spielerinnen nicht ausleihen konnten – und dass sie deshalb gar keinen Platz für Williams frei machen konnten. «Solch dumme Kleinigkeiten … es war, als würden mich alle Zeichen vom Fussball wegziehen.»

In dieser Zeit habe die 25-Jährige eine kleine Identitätskrise gehabt und sich gefragt, was sie neben dem Fussball denn überhaupt machen konnte. «Da hat meine Mutter die Feuerwehr vorgeschlagen», blickt Williams zurück.

Und das war offenbar ein richtig guter Vorschlag. «Ich liebe es. Es fühlt sich einfach richtig an.» Das Training sei natürlich ein bisschen anders. Vorbei mit Dribbeln, Passspielen und Schiessen. «Wir bauen Sachen zusammen, klettern Leitern hoch, betreten mit Atemgerät Container und versuchen, im Dunkeln durch einen Tunnel nach draussen zu finden», erzählt die frischgebackene Feuerwehrfrau.

Ein Feuerwehr-Fussballteam?

«Ich sage jetzt nicht, dass ich nie wieder Fussballschuhe anziehen werde», so die Engländerin, «aber ich habe festgestellt, dass es mir nicht mehr die gleiche Befriedigung verschafft hat wie früher. Sie denke jedoch, dass sie wieder spielen werde – auf welchem Niveau, wisse sie nicht.

Es gebe einige Ex-Profifussballerinnen in der Feuerwehr. «Wir könnten also ein anständiges, kleines Fussballteam auf die Beine stellen», so Williams.