Zum Hauptinhalt springen

Die Schweiz auf dem Weg zur EM«Sie haben den Willen, zusammen Erfolg zu haben»

Der Schweizer U-21-Nationalmannschaft winkt eine Finalissima gegen Frankreich. Trotzdem glaubt Trainer Lustrinelli nicht, dass die Spieler schon an dieses grosse Spiel denken.

Ein Team, ein Traum: die Europameisterschaft 2021. Die Schweizer U-21 jubelt über den Sieg gegen die Slowakei.
Ein Team, ein Traum: die Europameisterschaft 2021. Die Schweizer U-21 jubelt über den Sieg gegen die Slowakei.
Foto: Keystone

So wie Mauro Lustrinelli in diesen Tagen sprechen die Gejagten, nicht die Jäger. «Die spielen gegen die Schweiz, die jedes Spiel gewonnen hat», sagt der Tessiner. Er spricht von Georgien, seinem nächsten Gegner, von einem Aussenseiter. Er sagt: «Sie können das Spiel des Jahres machen.» Und das gegen die Schweiz.

Lustrinelli ist der Trainer der Schweizer U-21-Nationalmannschaft. Sechs Spiele hat er in dieser EM-Qualifikation mit ihr bestritten, sechs gewonnen, die Schweiz steht an der Spitze ihrer Gruppe. «Diese Generation hat etwas Spezielles», sagt Kevin Rüegg, «vieles ist möglichZuletzt war die Schweiz viermal nicht an der Endrunde dabei, jedes Mal scheiterte sie in der Qualifikation.

Nun trennen sie noch vier Spiele von der Teilnahme in Slowenien und Ungarn. Rüegg ist der Captain des Teams, er spricht auch wie einer. «Ich habe hohe Erwartungen an diese Mannschaft», sagt der Mann mit Jahrgang 1998, der seit diesem Sommer für Hellas Verona spielt. Das Team, für ihn sei es fast schon familiär, voller Selbstvertrauen. Und Lustrinelli ergänzt: «Es sind nicht einfach nur Freunde, die sich mal treffen, sie haben wirklich den Willen, zusammen Erfolg zu haben.»

Der Dirigent an der Linie: Mauro Lustrinelli, einst Schweizer Nationalspieler.
Der Dirigent an der Linie: Mauro Lustrinelli, einst Schweizer Nationalspieler.
Foto: Keystone

Und sie könnten mit einer Finalissima belohnt werden. Am letzten Spieltag kommt es zum Duell mit Frankreich, die Schweiz gewann das Hinspiel 3:1, es war eine grandioses Partie. Vor Frankreich spielt die Schweiz am Freitag in Georgien, dann folgen die Heimspiele gegen Aserbeidschan und Liechtenstein. Darum sagt Lustrinelli: «Ich glaube nicht, dass jemand schon an Frankreich denkt, dieses Spiel ist weit weg.» Und doch findet es bereits am 16. November statt.

Fall Zeqiri: Schweiz oder Kosovo?

Lustrinelli hat eine Truppe zusammen, die schon viel Erfahrung mitbringt. Einige spielen bereits im Ausland, Rüegg absolvierte gegen die AS Roma sein Debüt für Hellas, das war am ersten Spieltag der Serie A. Dan Nodye kam in bisher jedem Ligue-1-Spiel zum Einsatz, er spielt seit dem Sommer bei Nizza. Auch Bastien Toma, von Sion zu Genk gewechselt, spielt in Belgien regelmässig.

Und da ist Andi Zeqiri. Seit einer Woche ist er ein Spieler von Brighton Hove & Albion. Er sorgte in der Woche seines Wechselseher ungewolltfür mediale Aufregung. Sein Vater erklärte im kosovarischen TV, dass Zeqiri künftig für den Kosovo spielen wolle, schon ziemlich bald sogar. Dementi kamen von allen Seiten, von Pierluigi Tami, dem Direktor der Schweizer Nationalmannschaften, von Zeqiris Beratern, sogar von Kosovo-Trainer Bernard Challandes.

Auch Lustrinelli sieht Zeqiri künftig in der Schweizer Nationalmannschaft. «Er hat mir gesagt: Mauro, ich bleibe in deiner Mannschaft.» Für den Tessiner sei dies ohnehin klar gewesen, «ich habe ihm immer vertraut», sagt er, schliesslich spiele Zeqiri seit der U-15 für die Schweiz und habe dabei immer Qualität und Leidenschaft gezeigt. Unter Lustrinelli debütierte Zeqiri vor zweieinhalb Jahren. Seither traf er in neun Spielen neunmal.

Torgarant in der U-21: Andi Zeqiri.
Torgarant in der U-21: Andi Zeqiri.
Foto: Keystone