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«Mein Wein» mit Mämä Sykora«Sehe ich grünen Rasen, ist mein Durst gelb»

Warum passt Bier besser zu Fussball als Wein? Und wo wird sogar an der Seitenlinie am Glas genippt? Eine der Stimmen des Fussball-Podcasts «Sykora Gisler» kennt Antworten.

Mämä Sykora ist Chefredaktor beim Fussballmagazin «Zwölf» und ein Teil des Fussball-Podcasts «Sykora Gisler» bei SRF.
Mämä Sykora ist Chefredaktor beim Fussballmagazin «Zwölf» und ein Teil des Fussball-Podcasts «Sykora Gisler» bei SRF.
Foto: PD

Wein und Fussball? Keine einfache Beziehung, finde ich. Schliesslich gilt Fussball ursprünglich als Sport der Arbeiterschicht, und da liegt günstiges Bier als Getränk irgendwie näher. Und es passt nicht zuletzt besser zur Wurst.

Wein dagegen wird eher mit den VIP-Logen assoziiert, und von denen distanziert sich der typische Fan bekanntlich. Das ist übrigens auch in anderen Ländern wie Italien der Fall, wo viel Wein getrunken wird.

«Für mich ist es immer unangenehm, wenn mir vom Kellner die Weinkarte in die Hand gedrückt wird.»

Sportjournalist Mämä Sykora

Ich bin einer, der immer sehr gespannt ist aufs kulinarische Angebot, wenn ich zum ersten Mal ein fremdes Stadion besuche. In England gibt es an den Foodständen gefüllte Pies, in Ghana seltsame Fleischspiesse, in Serbien snackt man Honignüsse – doch dazu wird immer, immer Bier getrunken.

In der Westschweiz aber werden jedoch zusätzlich mehrere Weissweine angeboten. Und im Stadion von Neuchâtel Xamax habe ich entdeckt, dass man Fussball auch zu Wein geniessen kann.

Wer auch ein gern ein Glas in der Hand hatte, ist Gabet Chapuisat. Der frühere Schweizer Nationalspieler und Vater des ebenfalls sehr bekannten Stéphane Chapuisat gilt schon seit langem als impulsiv – er war es ja, der mit einem groben Foul Lucien Favre das Knie derart zertrümmerte, so dass dieser ewig lange pausieren musste.

Von Gabet gibt es diese Geschichte, dass er als Trainer der Amateurmannschaft FC Renens, 92/93 wars, gesperrt wurde, weil er dem Schiedsrichter ein Glas Weisswein nachgeworfen hatte. Bis heute wird darüber diskutiert, ob es sich dabei um sein eigenes Getränk gehandelt habe oder das seiner Frau.

Und wenn wir grad bei solchen Anekdoten sind: Eine schräge Figur war auch der ukrainische Spieler Anatolij Tymoschtschuk, der 2009 zum FC Bayern München kam und damals seinen eigenen Koch, seinen Coiffeur, zwei Übersetzer, einen Pressesprecher sowie eine persönliche Masseuse mitgebracht hat. Zu seinem extravaganten Lebensstil gehörte nicht zuletzt ein Weinkeller mit den prestigeträchtigsten Tropfen der Welt. Er sammelte solche Trouvaillen – trank aber selbst keinen Tropfen Alkohol.

Ich persönlich? Für mich ist es immer sehr unangenehm, wenn mir im Restaurant vom Kellner die Weinkarte in die Hand gedrückt wird und ich etwas bestellen soll. Denn ich habe keine Ahnung von Wein und kann mir nicht einmal die Namen jener Produzenten merken, die ich mag – vielleicht hat es damit zu tun, dass ich zu viele Resultate und Aufstellungen im Kopf gespeichert habe. Auch darum gilt: Wenn ich auf den grünen Rasen sehe, ist mein Durst gelb. Sogar zu Hause bei TV-Spielen.

In der Rubrik «Mein Wein» verraten prominente Personen ihre Lieblingsweine und andere weinselige Geschichten.

1 Kommentar
    Stan Dee

    War das wirklich eine Masseuse oder eher eine Masseurin?

    Prost!