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ErtapptSchwieriges Zusammenleben

Ein Velofahrer rastet in Meilen aus, weil ihn ein Fussgänger zurechtweisen will. Die Koexistenz zwischen den Verkehrsteilnehmern könnte friedlicher sein.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Olivier Samter

Autofahrer regen sich über Velofahrerinnen auf, Fussgängerinnen über E-Trotti-Fahrer. Mal wird wild geflucht, dann ein Finger gezeigt. Anscheinend ist es heutzutage nicht mehr leicht, sich gemeinsam sicher im Verkehr fortzubewegen. Das gegenseitige Verständnis könnte besser sein. Letztes Jahr kam es in Meilen zu einem Zwischenfall, der völlig unnötig erscheint. Beteiligt waren ein Fussgänger unbekannten Alters und ein 54-jähriger Velofahrer.

Am 30. Juni 2019 um 10.30 Uhr war der Fussgänger mit zwei Frauen auf einem Weg am Ortsausgang von Feldmeilen unterwegs. Der Velofahrer fuhr an der Gruppe vorbei. Wie genau er die drei passierte, ist unklar. Offenbar aber so auffällig, dass jemand aus der Gruppe rief: «Haben Sie uns nicht gesehen?» Statt es dabei bewenden zu lassen und weiterzufahren, stoppte der 54-Jährige und kehrte zu den Fussgängern zurück.

Als er dort ankam, stellte sich ihm der Mann der Gruppe in den Weg, um ihn zur Rede zu stellen. Der Velofahrer fühlte sich dadurch offenbar bedrängt und antwortete, indem er den Fussgänger auf ein Wiesenbord stiess. Für kurze Zeit legte er sich gar auf den Kontrahenten drauf und hielt diesen fest. Sichtbar verletzt wurde der Geschädigte bei dieser Aktion zwar nicht, doch er beklagte sich nach dem Vorfall über Rückenschmerzen, da seine Bandscheibe vorbelastet sei.

Der Beschuldigte kommt für seine Tat mit einem blauen Auge davon. Er muss wegen Tätlichkeiten lediglich eine Busse von 300 Franken bezahlen, einen Eintrag im Strafregister gibt es nicht. Grosse Konsequenzen hatte der Vorfall also glücklicherweise nicht. Viel zum besseren Verhältnis zwischen den Verkehrsteilnehmern tragen solche unnötigen Vorfälle allerdings sicher nicht bei.