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Umfrage der Covid-TaskforceSchwere Depressionen nehmen deutlich zu

Am stärksten unter psychischen Problemen leiden 14- bis 24-Jährige. Die Taskforce empfiehlt, an Schulen und Universitäten Massnahmen zu ergreifen.

 Das Stressniveau ist in der Schweiz im Vergleich zum ersten Shutdown gestiegen,  (Symbolbild)
Das Stressniveau ist in der Schweiz im Vergleich zum ersten Shutdown gestiegen, (Symbolbild)
Foto: Keystone

Verglichen mit dem ersten Shutdown im Frühling ist die Zahl der Personen, die unter schwer depressiven Symptomen leiden, stark angestiegen. Im April gaben bei einer Befragung 9 Prozent an, unter depressiven Symptomen zu leiden. Im November waren es 18 Prozent.

Das Stressniveau ist in der Schweiz im Vergleich zum ersten Shutdown im April 2020 deutlich gestiegen, wie die jüngste Umfrage der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes zeigt, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Während der Anteil der Befragten mit schwerer depressiver Symptomatik vor der Pandemie bei 3 Prozent lag, betrug er während des Shutdown im April 9 Prozent und während der teilweisen Lockerung im Mai 12 Prozent. Im November stieg er nun auf 18 Prozent an.

Am stärksten unter psychischen Problemen leiden gemäss der Studie junge Menschen, Personen, die infolge der Pandemie finanzielle Einbussen erlitten, und Menschen in der Westschweiz, wo die zweite Pandemiewelle am stärksten war, wie die Taskforce mitteilte.

Die Umfrage wurde vom 11. bis 19. November 2020 durchgeführt. Befragt wurden 11’612 Personen aus der ganzen Schweiz.

Massnahmen an Schulen und Universitäten

Da 14- bis 24-Jährige gemäss der Umfrage am stärksten betroffen sind, empfiehlt die Taskforce, an Schulen und Universitäten Massnahmen zu ergreifen. Zudem soll es Psychologen und Psychiaterinnen weiterhin erlaubt sein, Fernbehandlungen – beispielsweise über Video – über die Krankenkasse abzurechnen.

Weiter müsse ganz generell das öffentliche Bewusstsein für psychische Gesundheitsprobleme und Behandlungsmöglichkeiten gestärkt werden. Als konkrete Präventionsmassnahme schlägt die Taskforce sportliche Betätigung vor.

Da die depressiven Symptome häufig im Zusammenhang mit finanziellen Existenzängsten bestehen, müssten die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus wirtschaftlich abgefedert werden. Das beste Rezept bleiben laut der Taskforce niedrigere Fallzahlen und die Verhinderung künftiger Pandemiewellen.

SDA

11 Kommentare
    Emir Kobilic

    Den staatlichen Massnahmen trotzend, versucht die Gesellschaft ihr Bestes. Während die Jungen versuchen ihre Arbeitsplätze zu retten, versuchen sich die Alten irgendwie täglich zu bewegen. Alles andere wäre ungesund und endet tödlich. Der Staat nimmt dies in Kauf.