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Spekulationen stimmen nichtSchweizer Turnschuhfirma On dementiert Börsengang

Das Zürcher Start-up und sein Mitbesitzer Roger Federer planen gemäss einem Bericht, Aktien an der Börse zu platzieren. Die Schuhfirma verneint aber nun einen solchen Plan.

Am vergangenen Montag präsentierte Roger Federer seinen Schuh «The Roger».
Am vergangenen Montag präsentierte Roger Federer seinen Schuh «The Roger».
Foto: Diane Deschenaux

Die Schuhfirma On plane einen «spektakulären Börsengang», schrieb die «NZZ am Sonntag» am Sonntag, gestützt «auf mehrere Quellen aus dem Umfeld von On». Zudem würden Vorbereitungen darauf hindeuten – unter anderem die Tatsache, dass Geschäftsberichte künftig nach internationalen Standards geführt werden. Geplant sei der Börsengang im Sommer oder Herbst 2021.

Mit Superlativen geizte das Blatt in seinem Bericht, der prominent als Hauptgeschichte auf der Titelseite platziert war, nicht: «Das junge Unternehmen hat schwindelerregende Ambitionen.» Und: «Dank Roger Federer ist die Firma zwei Milliarden Franken wert.»

«Spekulationen stimmen nicht»

Nur: Davon will On nichts wissen. David Allemann, Mitbegründer des Zürcher Start-ups, dementierte zunächst gegenüber «20 Minuten» den Bericht zum geplanten Börsengang als Falschmeldung. Danach liess er eine Mitteilung an die übrigen Medien verbreiten. Darin liess Allemann verlauten: «Die Spekulationen in der Sonntagspresse stimmen nicht. On hat keine Pläne für einen Börsengang im nächsten Jahr.»

Als private Firma konzentriere sich On voll und ganz darauf, noch mehr Läufer auf der ganzen Welt mit seiner Schweizer Technologie zu erreichen, liess Allemann verlauten. So gehe noch diese Woche ein neuer Wettkampfschuh von On an den Start.

«Eine klare Falschmeldung»

«Es ist unsere langjährige Praxis, dass wir als privates Unternehmen Fragen zur Finanzierung von On nicht beantworten. Wir möchten allerdings diese klare Falschmeldung dementieren.»

«Als On am Freitag Stellung nehmen konnte, wollte die Firma unsere Informationen nicht dementieren.»

Chanchal Biswas, Wirtschaftschef der «NZZ am Sonntag»

Chanchal Biswas, Wirtschaftschef der «NZZ am Sonntag», reagierte gestern Nachmittag gegenüber dem Medien-Branchenportal «Persönlich» überrascht: «Wir nehmen dies zur Kenntnis. Im Artikel haben wir uns auf mehrere Quellen gestützt. Als On am Freitag Stellung nehmen konnte, wollte die Firma unsere Informationen nicht dementieren.»

Federer soll bis zu 100 Millionen investiert haben

Seit dem vergangenen Herbst ist Roger Federer Mitbesitzer des Sportschuhherstellers mit Sitz in Zürich. Wie viel Geld er investiert hat, ist geheim. Doch wie die Redaktion Tamedia kürzlich herausfand, gingen Anfang dieses Jahres im Zug von Federers Einstieg 125 Millionen Franken auf einem UBS-Konto ein, und das Aktienkapital wurde um sieben Prozent erhöht.

Wie viel genau von Federer stammt, ist nicht bekannt, weil auch noch andere Personen Aktien gezeichnet haben. Die Schätzungen reichen von 50 bis 100 Millionen Franken.

Federer rührt seit seinem Einstieg die Werbetrommel für On-Turnschuhe. Und nun hat er für das Unternehmen auch noch einen eigenen Schuh entworfen. Beziehungsweise er lässt sich für eine weitere PR-Kampagne für On einspannen, mit dem Sneaker namens «The Roger».

Vergangene Woche wurde der auf tausend Stück limitierte Federer-On-Turnschuh online verlost. Die meisten der mehr als hunderttausend Teilnehmer blieben jedoch enttäuscht zurück, denn sie erhielten eine Absage. In den sozialen Medien äusserten sich etliche Federer-Fans, die leer ausgingen, frustriert.

On verkauft Schuhe in fünfzig Ländern

On ist die am schnellsten wachsende Laufschuhmarke der Welt und Marktführerin in der Schweiz. Nach eigenen Angaben schreibt das Unternehmen bereits seit sechs Jahren Gewinne und wächst jedes Jahr um mindestens 70 Prozent. Die Umsatzzahlen hält das Unternehmen jedoch geheim.

On verkauft seine Schuhe in fünfzig verschiedenen Ländern. Das Unternehmen hat 500 Mitarbeiter, davon die Hälfte in der Schweiz. Ende Jahr sollen es 700 sein.