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Zwei Lawinenopfer seit über zwei Tagen vermisst

Im Wallis musste die Suche nach den von einer Lawine Verschütteten wegen der Wetterlage abgebrochen werden. Hinzu kommen finanzielle Bedenken.

Eine Lawine hat im Walliser Vallon d'Arbi sechs Personen mitgerissen, zwei konnten sich befreien. (17. März 2018)
Eine Lawine hat im Walliser Vallon d'Arbi sechs Personen mitgerissen, zwei konnten sich befreien. (17. März 2018)
Kantonspolizei Wallis
Die Suche musste am Samstag zwei Mal wegen schlechtem Wetter unterbrochen werden.
Die Suche musste am Samstag zwei Mal wegen schlechtem Wetter unterbrochen werden.
Kantonspolizei Wallis
Zwei weitere Verschüttete konnten bislang nicht gefunden werden.
Zwei weitere Verschüttete konnten bislang nicht gefunden werden.
Leserreporter
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Die Suche nach den beiden Vermissten des Lawinenniedergangs im Walliser Vallon d'Arbi ist am Sonntag nicht wieder aufgenommen worden. Das schlechte Wetter machte den Einsatzkräften einen Strich durch die Rechnung.

Bis am Samstagabend wurden ein 20-jähriger und ein 25-jähriger Franzose tot aus den Schneemassen geborgen. Sie wurden unter 6 Metern Schnee geortet. Bei den weiterhin Vermissten handelt es sich gemäss Polizeiangaben um einen 32-jährigen Franzosen und einen Schweizer aus dem Kanton Waadt im Alter von 57 Jahren. Die Suche nach ihnen war am Samstagabend eingestellt worden.

Am Sonntag habe die Suche nicht wieder aufgenommen werden können, sagte der Sprecher der Walliser Kantonspolizei Stève Léger auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Wettersituation lasse dies derzeit nicht zu. Es gelte die dritthöchste Lawinenwarnstufe, da am Samstag Neuschnee gefallen sei.

Auch Kosten spielen eine Rolle

«Ich bin in regelmässigem Kontakt mit den Angehörigen der Betroffenen», sagte der Polizeisprecher. «Wir geben nie auf». Aber nach so vielen Stunden unter den Schneemassen gebe es sehr wahrscheinlich keine Chancen mehr, dass die Vermissten noch lebend geborgen werden könnten, so Léger.

Es sei auch eine finanzielle Frage, ob und wann die Suche nach den beiden Vermissten fortgeführt werden könne. Die Einsätze der Helikopter-Rettungskräfte beispielsweise seien mit grossen Kosten verbunden. Im schlimmsten Fall müsse so lange gewartet werden, bis die Verunglückten im Laufe der Schneeschmelze freigegeben würden, sagte Léger. Im Gespräch mit den Angehörigen solle in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen beraten werden.

Ausserhalb der Piste unterwegs

Die Lawine war am Freitag gegen 15 Uhr niedergegangen. Insgesamt sieben Personen waren betroffen: Eine konnte entkommen, zwei weitere konnten befreit werden und vier Personen wurden unter dem Schnee begraben.

Gemäss der Polizei war die markierte Skipiste im Vallon d'Arbi offen gewesen. Die Lawine sei auf der rechten Seite des Tals niedergegangen und habe die linke Seite und damit die markierte Piste nicht erreicht. Die Opfer seien ausserhalb der offiziellen Pisten unterwegs gewesen und hätten keine Suchgeräte für Lawinenverschüttete (LVS) auf sich getragen.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich um eine grosse, fast 400 Meter lange Lawine; der Lawinenkegel ist bis zu 150 Meter breit. Die Anrissstelle befindet sich auf ungefähr 2200 Meter über Meer.

Die Einsatzkräfte suchten am Samstag bis 3.30 Uhr, wie die Walliser Kantonspolizei auf Anfrage von Redaktion Tamedia mitteilte. Neben Bergführern waren Polizei, Air Glacier und Air Zermatt mit 30 Rettungskräften im Einsatz. An der Suche beteiligt war auch ein Helikopter, der mit einer Antenne ausgerüstet ist, der Handy-Signale aufspüren kann.

SDA/chi/oli

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